Unser Außenthermometer zeigt sechs Grad an, als ich um sieben Uhr wach werde. Ich mache die Heizung an und kuschele mich nochmal an Achim. Aber nach einigen Minuten werde ich unruhig, ich will raus, mir die Umgebung anschauen.

Die Sonne scheint, leichte Nebel umhüllen die Busse und tiefhängende Wolken streifen das Tal.

Plötzlich traben vier Pferde aus dem Wald und beäugen uns von weitem. Na, mal schauen, was sich machen lässt. Erstmal ein Foto aus gebührender Entfernung.

Langsam und schnalzend nähere ich mich den Tieren, die hier halbwild zu leben scheinen. Und tatsächlich: eines lässt mich auf Armlänge an sich heran. Später, als wir draußen beim Frühstück sitzen, kommt der Braune sogar auf die Straße und ich darf leise schnalzend und auf ihn einredend sogar einmal kurz seine Nüstern streicheln.

Ohne Netz habe ich ganz schön viel Zeit übrig: ich kann meinen Italienischkurs im Handy nicht weitermachen, das tägliche Kreuzworträtsel funktioniert nicht, ich kann mit niemandem chatten, den nächsten Übernachtungsplatz nicht auf Park4Night suchen, bei Maps nicht nachschauen, wie viele Kilometer wir morgen bis ans Meer fahren.

Aber wir können draußen frühstücken und anschließend Wandern gehen.
Unsere Wege trennen sich heute: Achim will den gegenüberliegenden Berg erklimmen (dafür wird er zwei Stunden bei sechs Kilometern und 630 Höhenmetern brauchen).

Wir drei anderen entscheiden uns für die gemütlichere Variante, den Sentiero 900 zum Belvedere del Malvento. Ein leicht zu laufender Wanderweg führt durch lichten Buchenwald zu einer Aussichtskanzel.


Wir sind noch fit und folgen nun dem Wegweiser hoch auf den Berg und stoßen nach einer Weile tatsächlich auf Achim, der bereits beim Abstieg ist. Statt Gipfelbild gibt es ein Wiedervereinigungsfoto.

Dann lockt die Bar. Beim Frühstück hatten wir schon gesehen, dass die Wirtsleute heute aufmachen. Nach getaner Arbeit schmecken Kaffee und Kuchen.

Obwohl die Sonne scheint, ist es uns bald zu frisch draußen und wir ziehen uns in die warmen Busse zurück. Dösen, Lesen, Überlegen, wo wir morgen hinfahren und das Rehragout von Doros Freundin Uschi verschlemmen.




































































































