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Ich war noch nicht überall,aber es steht auf meiner Liste

Zu Lusias Seen

Ehe wir heute früh zu Lusias Seen aufbrechen, bekommen wir von Monika, der früheren Chefin der Agritur Weiss, in der wir diese Woche wohnen, einen Crashkurs in Sachen Stockeinsatz beim Wandern.

Die agile und attraktive Mittvierzigerin hat „ihr Sach“ bereits an ihre 24- und 19jährigen Töchter übergeben und gibt jetzt Ski – und Nordic walking – Kurse. Außerdem sorgt sie morgens beim Frühstück für gute Laune und plaudert mit den Gästen. Gestern hat sie uns schon (mit Hilfe eines Besens) gezeigt, dass die Wanderstöcke immer im spitzen Winkel nach hinten eingesetzt werden. Schulter locker. Tock, tock, tock, tock.

Heute wollte ich nun wissen, was sie fürs Bergabgehen empfiehlt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, kommt aufs Gelände an, aber eine Gehweise, die man gut anwenden kann, wenn nicht zu viele Steine im Weg rumliegen, ist die „Hosen voll-Variante“, wie ich sie getauft habe: in die Knie, Stöcke nach hinten, mit der Ferse auftreten. Sieht echt komisch aus, funktioniert aber wirklich gut.

Als wir aus der Seilbahn am Le Cune (2210 m) aussteigen, um zu den Lagi di Lusia zu wandern, geht es erstmal ein ganzes Stück runter. Monikas Walk bewährt sich sogleich in der Praxis.

Im Gegensatz zu den vorherigen drei Tagen sind wir nicht von schroffen Felsen umgeben sondern von grasbewachsenen Berghängen. In der Ferne sehen wir die vertrauten Gebirgszüge.

Nach etwa drei Stunden erreichen wir eine Scharte, von der wir die drei Bergseen unter uns liegen sehen. Wir stoßen mit einem Kirschlikör aus Tallinn (Danke, Edda und Uli!) an.

Achim und Pit steigen noch hinunter. Wir anderen kehren um. Mittlerweile hat es zugezogen, Donnergrummeln, die ersten Regentropfen fallen.

Aber alles halb so schlimm. Sowohl Regen als auch Gewitter halten sich in Grenzen.

Zum Grasleitenpass

Wieder herrliche Bilder aus den Dolomiten. Den von Achim beschriebenen Klettersteig in Richtung Vajolettürme habe ich gar nicht erst probiert. Mit Freundin Christine bin ich gleich zur Grasleitenpasshütte gewandert, wo wir Achim dann wieder getroffen haben.

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Auch heute haben wir uns den langen Anmarsch durch den Wald gespart und sind mit dem Kleinbus ein paar Höhenmeter das Val de Vaiolet hoch gefahren. 300 Höhenmeter. Genau so viel Höhenunterschied geht’s dann zu Fuß zur Preußhütte. Der erste Abschnitt führt durch einen Zirbenwald. Immer haben wir dabei die Hütte im Blickfeld …

Aus gutem Grund muss ich dabei an die auf hohen Felsen gebauten Klöster in Meteora/Griechenland denken.

Wir sehen Murmeltiere und Steinböcke, erfreuen uns an diesen Tieren und stehen plötzlich vor dem steilen Anstieg zur Hütte.

An der senkrechten Wand der beeindruckenden Rosengartenspitze vorbei erreichen wir nach gut einer Stunde die grandios gelegene Hütte.

Hier bieten sich zwei alternative Routen an :

Möglichkeit eins führt zu den Vaiolettürmen, die allerdings nur über einen Klettersteig erreichbar sind. Eine gute halbe Stunde nur, das klingt reizvoll. Es ist aber nach der Hälfte der Zeit klar : in der…

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Sass Boé: Wie auf dem Mond

Morgens um 8 hat es frische 10 Grad. Aber die Sonne scheint und wir freuen uns auf unseren zweiten Wandertag.Nach dem üppigen Frühstück mit hausgemachtem Brot und Käse, Speck, Wachteleiern, Trauben, Feigenmarmelade und und und fahren wir ans andere Ende des Val di Fassa auf den Pordoipass (2200m).Ein Dorf liegt neben dem nächsten. Hunderte von Hotels stehen für Tausende von Touristen bereit: Motorrad – und Fahrradfahrer, Wanderer, Paraglider und alle diejenigen, die mit dem Auto anreisen, eine der zahlreichen Seilbahnen nutzen, sich in die Höhe schwingen und das atemberaubende Panorama genießen.So auch wir. In wenigen Minuten bringt uns eine Gondel auf den 2950 Meter hohen Sass Pordoi…… und spuckt uns mit rund 50 anderen Menschen in einer anderen Welt voller Stein und bizarrer Felsformationen wieder aus.Der Adrenalinspiegel steigt. Ich atme ein wenig kürzer. Bin aufgeregt, in dieser außergewöhnlichen Landschaft wandern zu können. Danke an Freund Moppy, der uns hierher gebracht hat.Achim und Pit verlassen uns nach einer Viertelstunde, sie streben nach Höherem, dem Piz Boé (3152 m).Wir Übrigen schlängeln uns etwa eineinhalb Stunden durchs hohe Gebirge, ein schmaler, gut begehbarer Weg bringt uns zum Rifugio Boé (2873 m).Von hier beobachten wir aufgeregt den steilen Abstieg der beiden Bergfexe über die Nordwand und genießen die Aussicht.Da die letzte Bahn um 5 ins Tal fährt, haben Achim und Pit nur noch ein halbes Stündchen Pause, dann brechen wir gemeinsam auf. Und sind noch einmal hin und weg von den gewaltigen Bergformationen und den fantastischen Blicken.Wieder an der Unterkunft werden wir mit dem krönenden Abschlussbild dieses fantastischen Tages empfangen.

Zur Rotwandhütte

Auch wenn meine Freunde in Nepal unsere Alpen gern als „baby mountains“ bezeichnen – die Dolomiten sind sehr beeindruckend. Von unserem ersten Wandertag könnt ihr hier auf Achims Blog lesen.

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1970 hatte eine gewisse Lynn Anderson die Hitparade erobert.

I never promised you a rosegarden Ein echter Ohrwurm. Mir hat noch nie einer einen Rosengarten versprochen.

Aber Freund Moppy liegt mir mit „seinem“ Rosengarten seit einigen Jahren im Ohr und schwärmt und schwärmt. Diesmal sind wir endlich mitgefahren nach Tamion. Das liegt von Bozen kommend gleich hinterm Karerpass und eben direkt am Rosengarten.

Der südliche Teil dieses auffälligen Bergstocks wird von der Rotwand beherrscht. Sieht von unten toll aus und wie ist es da oben?

Es ist recht frisch, der heiße Sommer scheint vorbei zu sein. Ganz bequem sind wir mal zur Kölner Hütte hoch gegondelt. Zu Fuß wären die 500 Höhenmeter sicherlich kein Problem – wir haben aber den Panoramapass, da kosten die Busse und Lifte nix.

Wir purzeln also auf 2150m aus den Sesseln und stehen erstmal im Regen. Na ja, ein kurzer Schauer. Es hängen eine Menge…

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These boots are made for walking …

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Glücklicherweise war mein gestriger Buchungsfehler so nah am Ziel, da konnten wir flexibel reagieren. Denn durch das Gasthofsterben auf den kleinen Dörfern kann daraus ein sehr langer Wandertag resultieren.
Dummerweise hat mein gestriger Buchungsfehler (fast) eine ganze Etappe ausfallen lassen. Schade, die letzten 18,5 km zum Heimatort wären ja irgendwie ein Highlight gewesen.

Aber gut, das müssen wir dann mal nachholen, mit kleinem Gepäck. Es bleiben uns ja trotzdem die drei erwanderten Regionen.

Franken.Höhepunkt dieser Region – ganz klar die Fränkische Schweiz mit den tollen Felsen. Auch wenn es manchmal sehr arg hoch und runter ging, diese Felsen sind grandios.
Wunderbar auch, jeden Abend ein neues lokales Bier kennengelernt zu haben:-)

128 Kilometer in sechs Etappen, darunter die 28 km von Ebermannstadt nach Huppendorf, das war für uns sehr viel, für Eva grenzwertig.
Was hatten wir uns über dieses Wahnsinns-Wetter gefreut. Und manchmal auch gestöhnt über die außergewöhnliche…

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Tag 16… Uder – Bremke – Nikolausberg (22,5 km)

Der Vormittag vergeht heute wie im Fluge. Da wir heute Nacht in Herrn Dörings Ferienwohnung nächtigen durften („Normalerweise kriegt die keiner nur für eine Nacht. Aber für Wanderer und Radfahrer mach ich schon mal eine Ausnahme.“), gab es kein Frühstück und so waren wir bereits um halb neun unterwegs.

Hier durch Uder verläuft auch der Jakobsweg und dem Pilger wurde sogar ein Denkmal gesetzt. Eine kleine Gruppe älterer RadlerInnen fragte uns, ob wir pilgern würden. Und fanden meine Antwort, nein, wir laufen zu meiner Schwiegermutter sehr erheiternd.

Wir frühstücken kurz vor dem Ortsausgang beim Penny mit Kaffee, Käsebrötchen und Kuchen – und ahnen noch nicht, was dieser Tag uns noch bescheren würde.

Leichtfüßig starten wir um viertel vor zehn. Das Ziel unserer gesamten Wanderung, Göttingen, wird uns kurz nach dem Start angezeigt. Da wir nicht den Radweg nehmen, werden es bei uns wohl ein paar Kilometer mehr werden. Für heute sind 18 geplant, für morgen etwa ebenso viele.

Wir lassen unseren Gedanken freien Lauf, sind schon ein wenig in Abschiedsstimmung. Ich plane ein bisschen die nächste Woche (Abendessen mit Jonas und Nadine? Frühstück mit Edda? ), mache mir Gedanken, wie wohl der Garten aussieht und freue mich auf zuhause. Gleichzeitig überlegen wir, wohin die nächste große Wanderung gehen könnte oder ob wir doch lieber mit dem Rad oder dem Caravan (oder dem Wohnmobil?) los wollen.

Immer wieder wird unsere Unterhaltung unterbrochen, weil am Wegesrand etwas Aufmerksamkeit verlangt. Wir sehen z. B. einen Habitatbaum. In dem kreisrunden Loch im Stamm oben leben offenbar Wespen oder Hornissen.

Unvermittelt stehen wir vor einer Sandsteinabbaugrube. Überqueren Stoppelfelder und eine Autobahn.

Als Relikte der thüringischen DDR-Zeiten machen wir (noch in Uder) einen frisch renovierten Plattenbau und ein paar Kilometer später ein früheres LPG-Gebäude aus.

Zur Brotzeit mittags gibt es natürlich Eichsfelder Mettwurst.

Am Nachmittag laufen wir ein gutes Stück der Strecke über die Trasse der ehemaligen Grenze, nehmen hier und da eine Abkürzung, Achim vergleicht häufig den Track, den er vorgestern aufs GPS überspielt hat (nachdem er eine Route mit Hilfe von OSMand+ entwickelt hat) mit den in der frisch erworbenen Radkarte „Eichsfeld“ verzeichneten Wanderwegen sowie der Topografie vor Ort. Und an dieser Stelle sei ein dickes Lob vermerkt, denn im Gegensatz zum markierten Frankenweg und Hochrhöner sind wir hier ganz auf uns selbst gestellt.

Gegen fünf erreichen wir Bremke, den ersten Ort in Niedersachsen, in dem wir im Gasthof Jütte ein Zimmer bestellt haben. Wie immer freuen wir uns auf die Dusche, ein kaltes Getränk, ein leckeres Abendessen und ein paar entspannte Stunden.

Der Gasthof hat geschlossen, ein Schild an der Tür informiert, dass derzeit Betriebsferien sind. Kann ja gar nicht sein. Achim hat doch vor wenigen Tagen mit ihnen telefoniert.

Ich klingele und eine junge Frau öffnet. „Zimmermann. Wir haben ein Zimmer bestellt.“ Die Frau schüttelt den Kopf. Kann nicht sein. Betriebsferien. Achim? Achim! Der schaut bedröppelt drein. Schnell kommen wir auf des Rätsels Lösung. In Ebergötzen, 20 Kilometer nordöstlich, gibt es auch einen Gasthof Jütte… Ja, beim Googeln muss man schon genau hinschauen.

Enttäuscht gehen wir zur Bushaltestelle, die uns schon unterwegs aufgefallen war. In 50 Minuten kommt der Bus nach Göttingen.

Im Dorfcafé leidet Achim noch ein bisschen vor sich hin…

Ehe wir uns versehen, sind wir in Göttingen, steigen um in den Bus nach Nikolausberg und zwei Kilometer vor dem Ort wieder aus, um wenigstens wie geplant zu Fuß bei meiner Schwiegermutter einzulaufen.

Die Gesamtkilometerzahl und ein Fazit unserer Tour gibt es morgen. Heute müssen wir erstmal hier ankommen.

These shoes are made for walking … Tag 15 (Ershausen – Uder, 19 km)

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Unser Gasthof ist ein altes Fachwerkhaus mit knarzender Treppe mit ausgetretenen Stufen. Und es riecht wie in dem alten Fachwerkhaus meiner Großeltern, die Treppen sind quasi identisch. Gleiches Holz, ausgetreten und die gedrechselten Treppenpfeiler sind ebenfalls gleich. Wir hatten am Abend mit der Wirtin etwas geratscht und ihr von unserem Faible für Eichsfelder Wurst erzählt. Es gab ein sehr schönes Frühstück 😊. Sie wiederum hat mir den Mund wäßrig gemacht. Der Bäcker nebenan würde so einen tollen Mohnkuchen machen ….

„Haben wir jeden Tag, nur heute leider nicht. Heute haben wir Schmandkuchen …“. Der war auch sehr lecker.

Wir verlassen also das schmucke Dorf und schauen mal, ob wir einen Unterschied zur Rhön finden. Die Felder sind schon sehr groß hier, es wächst fast überall Weizen.

Überall stehen Hochstände rum, da scheint es ein Problem zu geben. Ich hätte gerne gefragt, leider haben wir aber keinen passenden Gesprächspartner getroffen. Die…

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These boots are made for walking… Tag 14 (Schwebda – Ershausen, 15 km)

Achims Bein hat sich fein ausgeruht. Es geht wieder, so dass wir wieder gehen können. Zunächst aber fahren wir ein Stück mit dem Schienenbus der Thüringischen Eisenbahnen von Bad Salzungen nach Eisenach. Dann mit dem Bus weiter nach Schwebda, eine Station vor Eschwege. Auf diese Weise überbrücken wir in zweieinhalb Stunden rund 80 Kilometer. In den nächsten vier Tagen wollen wir durch den Naturpark Eichsfeld – Hainichen zu meiner Schwiegermama nach Göttingen laufen.

In Schwebda gibt es erst nochmal einen Kaffee zur Aufmunterung. Nein, so weit nördlich sind wir noch nicht, auch wenn es der Strandkorb im Cafégarten suggeriert.

Wir kaufen nebenan noch zwei belegte Brötchen zum Mittagessen ein und machen uns um viertel vor elf auf den Weg. Der führt uns erstmal bei gefühlten 30 Grad in praller Sonne über eine Asphaltstraße. Nach etwa einer halben Stunde tauchen wir in den Wald ein und müssen erstmal steil bergauf. Meine Motivation sinkt parallel dazu in den Keller. Mir ist heiß, mein Rucksack ist heute 20 Kilo schwerer als an den anderen Wandertag und dieser dumme Strandkorb hat mich auf ebenso dumme Gedanken gebracht: „Wieso renne ich jetzt hier eigentlich durch den Wald? Ich könnte jetzt sooo schön irgendwo am Strand liegen!“

Ein paar Infotafeln am Wegesrand lenken mich von meinem Selbstmitleid ab. Wir lernen, dass für das Eichsfeld Muschelkalkplateaus mit tief eingeschnittenen Tälern charakteristisch sind. Leider werden wir das aber erst morgen sehen, lerne ich von Achim. Nun ja. Ich erfahre weiterhin, dass wir wieder auf dem „grünen Band“ sind, dem Wanderweg entlang der ehemaligen Zonengrenze und ich lese den schönen Text, dass sie aus dem ehemaligen Todesstreifen einen Lebensstreifen, ein Biotop, machen wollen.

Seit Tagen auch sehen wir diese großen braunen Schilder, auf denen an die Wiedervereinigung erinnert wird. Interessant, dass nicht nur die Uhrzeit, sondern auch die Datumsangaben variieren.

Gegen Mittag wird deutlich, was Premiumwanderwege wie Frankenweg und Hochrhöner von einem einfachen Wanderweg ohne jegliche Klassifizierung unterscheidet: Hier gibt es keine Bänke, so dass wir uns zur Mittagsruh auf einer Wiese am Waldrand niederlassen.

Wir lassen uns Zeit, schreiben, lesen und dösen, denn in unserem Gasthof in Ershausen haben wir uns für 18 Uhr angemeldet. Dort ist heute Ruhetag, aber Frau Diederich hat sich bereit erklärt, uns mit Schnitzel und Bratkartoffeln zu verköstigen.

Im nächsten Dorf freuen wir uns über ein Eis-Café. Wir hatten lange kein Spaghettieis mehr. Kurz nach dem Ortsausgang hat die Gemeinde ein gemütliches Picknickensemble auf einen Hügel gestellt. Da die Sonne gerade hinter einer Wolke verborgen ist, ein leichter Wind die Luft kühlt und Achim nach einem Geocache sucht, döse ich auf der Bank und erfreue mich an dem, was ich sehe.

Gegen halb sechs sind wir am Ziel und entdecken am Wegesrand noch Werke zweier Künstler.

These boots are made for walking … Ruhetag (Bad Salzungen, ca 5km)

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Ich weiß auch nicht genau, warum wir nicht etwas früher einen Ruhetag eingeplant haben. So schön! Da wir bis zum Ende des Hochrhöner alle Unterkünfte vorgebucht hatten, war ein Einschieben etwas schwierig.

Heute endlich blieben die Rucksäcke unbeachtet im Hotelzimmer und wir flanierten leichten Fußes durch die Bäderstadt an der Werra. Gestern Abend schon haben wir uns natürlich einen ersten Eindruck verschafft. Zwei Dinge sind auffällig. Der fast kreisrunde See in der Altstadt und die Gradierwerke an der Werra.

Der See ist ein so genannter Erdfallsee (wie die Seen bei Bernshausen gestern auch) und hat mit 1,15 Kilometern Umfang bei einer Tiefe von bis zu 15 m eine respektable Größe. Schön anzusehen ist er auf jeden Fall.

Bekannt ist Bad Salzungen aber durch die Nutzung der Sole. Das Spazieren an den Gradierwerken durch die salzige Luft ist gut für die Atemwege und wird schon seit über 200 Jahren praktiziert. Das…

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These boots are made for walking… Tag 13 ( Bernsheim – Bad Salzungen, 16,5 km)

Er läuft wieder! Aufgebaut mit Voltaren, (einer einzigen) Ibuprofen und einem halben Ruhetag fühlt sich Achim wieder fit genug, um unsere letzte Etappe auf dem Hochrhöner in Angriff zu nehmen.

Wir lassen es langsam angehen. Gestern Nachmittag bei meinem Badeausflug zum Schönsee hatte ich dort ein Schild gesehen „Bad Salzungen 10,5 km. Dieser Weg spart den Ansteig zum Pless aus. Gut so. Wir laufen also die zwei Kilometer bis zum See und Achim bekommt seine erste Pause, während ich nochmal eine Runde schwimme. Eine Runde ist hier wörtlich zu nehmen, weil der See wirklich kreisrund ist.

Wenn man so langsam unterwegs ist wie wir, mit dreieinhalb bis vier Kilometer pro Stunde, nimmt man automatisch die vielen kleinen Dinge am Wegesrand bzw. in der näheren Umgebung unter die Lupe: eine Blindschleiche, die den Weg kreuzt oder die Eidechse, die sich auf einem Stein sonnt.

Wir hören den Vögeln zu, erkennen die Feldlerche und den Buchfink, viele andere Vogelstimmen leider nicht (und nehmen uns vor, bald mal wieder an einer Vogelkundlichen Führung von Christian Magerl teilzunehmen.) Über uns schwebt majestätisch der Rotmilan, der hier in der Rhön im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt besonders geschützt und unterstützt wird.

Von den vielen blühenden Blumen rechts und links kennen wir einige, andere nicht. Den Blutweiderich, der uns die ersten Tage auf dem Hochrhöner begleitet hat, haben wir via Internet bestimmt. Genauso geht es uns mit den Bäumen. Unser Wissen ist da leider recht begrenzt. Aber jetzt haben wir ja viel Zeit und können in den nächsten Monaten und Jahren noch ganz viel lernen.

Wir genießen es sehr, von morgens bis abends draußen zu sein, durch Wälder und Felder zu streifen, den Geräuschen der Tiere zu lauschen, die Sonne auf der Haut zu spüren oder sie im warmen Sommerwald zu riechen.

Bewusst nehmen wir auch die verschiedenen Untergründe wahr, auf denen wir laufen: den weichen Waldweg, der von Blättern der vergangenen Saison bedeckt ist, den Wiesenweg, den Kiesweg.

Oder die unterschiedlichen Farbtöne: die vielen verschiedenen Beige-Braun-Facetten des Getreides, des Erdbodens, des Holzes, die Grünvarianten der Wiesen, Sträucher und Bäume. Unsere Wahrnehmung ist geschärft, die vermeintlichen Kleinigkeiten erhalten unsere volle Aufmerksamkeit.

Wir kommen gut voran, am Nachmittag erreichen wir das letzte Dorf vor unserem Ziel und belohnen uns mit zwei großen Eisbechern. Es gibt eine letzte Rast (bei der ich leider Achims heißgeliebte Trinkflasche stehen lasse) und um viertel nach drei erreichen wir nach genau 126,5 Kilometern das Ende des Hochrhöners, das hier in Bad Salzungen mit einem großen grünen Holztor markiert wird.

Es sind ein paar Kilometer weniger als geplant, weil wir gestern weniger als die halbe Tagesetappe gemacht und unterwegs hier oder da auch mal abgekürzt haben. Der Wanderweg mäandert schon sehr durch die Gegend und dank Achim und seinen wunderbaren GPS-Bedienfähigkeiten haben wir den einen oder anderen Kringel ausgelassen.

An manchen Stellen war es außerdem gut, sich mithilfe des GPS‘ des richtigen Weges zu versichern. Meistens war die Beschilderung sehr gut, ab und zu gab es aber Unsicherheiten.

Am meisten geliebt haben wir auf diesem Weg die wunderbaren Weitblicke. Wir hatten hier eine tolle Zeit und lassen sie jetzt gemütlich im Kurbad beim WM- Endspiel ausklingen.