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Ich war noch nicht überall,aber es steht auf meiner Liste

These boots are made for walking … Tag 2 Gräfenberg – Obertrubach (18,6 km)

Wie gestern angekündigt, berichtet heute Achim. Sehr schön. Wie immer.

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Gräfenberg ist ein nettes Städtchen in dem wir alles für unsere Mittagspicknick bekommen und sogar eine neue Reisebrille für Eva. Sehr schön. Wie auch einige der alten Häuser am Marktplatz, die schön bemalt sind und dabei auch noch Geschichte erzählen. Hier von einer Waffenruhe.

Natürlich müssen wir gleich zu Beginn der Tagesetappe bergauf laufen, machen wir aber gerne… rein in die Natur.

Gleich am Ortsende lockt der Schilderweg den wackeren Wanderer auf einen der vielen Wege. Oder zur Abwechslung mal auf ein Bier am Sandstrand?

Na, das holen wir mal später nach 😁

Der Frankenweg führt uns wieder in die Felder und Wälder. Auf den Feldern wächst alles, was die Brauereien so brauchen: Gerste, Weizen, Hopfen. Eine herrliche Landschaft!

Schon am Morgen freuen wir uns über die Abschnitte des Weges, die durch den Wald führen. Glücklicherweise ist es wieder ein herrlicher Sommertag – so viel Sonne können wir aber gar…

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These boots are made for walking – Tag 1: Schnaittach – Gräfenberg (21,5 Km)

28 Päckchen Butter trage ich auf dem Rücken. Quasi. Denn mein Rucksack wiegt sieben Kilo und auf dem Weg zur S-Bahn frage ich mich, ob er mir auf Dauer nicht zu schwer ist. Immerhin liegen rund 320 Kilometer zu Fuß vor uns.

Ursprünglich wollten wir ja von Haustür (Neufahrn) zu Haustür (meiner Schwiegermutter in Göttingen) laufen. Auf einigermaßen schönen Wegen wären das aber 600 Kilometer. Da wir „nur“ drei Wochen Zeit haben, schaffen wir das leider nicht. Deshalb fahren wir nun mit dem Zug nach Schnaittach, östlich von Nürnberg. Hier treffen wir auf den „Frankenweg“ , einen prämierten Wanderweg, dem wir zunächst rund 120 Kilometer folgen wollen.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das anfühlen wird. Was die Füße, die Knie, der Rücken davon halten. Immerhin müssen wir nicht auch noch das Zelt, die Luftmatratzen und die Schlafsäcke schleppen. Wir werden in Gasthöfen, Pensionen und Hotels übernachten. Sehr komfortabel.

Um 11 Uhr erreichen wir Schnaittach. Wir queren den historischen Marktplatz, passieren den jüdischen Friedhof und das Schwimmbad, steigen einen Kalvarienberg hoch und erreichen nach rund zwei Kilometern den Ortsrand.

Bald tauchen wir in einen lichten Laubwald ein und müssen über einen kurzen steilen Anstieg den Alten Rotberg (486 m). Sonne und Schatten wechseln sich ab und man spürt die Temperaturunterschiede gleich auf der Haut. Nach zehn Kilometern ist es Zeit für die Mittagspause. Auf einer schattigen Bank packen wir unsere Brotzeit aus und entspannen.

Jetzt ändert sich das Bild. Wir verlassen den Wald und wandern durch Getreidefelder, Kirschplantagen (die leider eingezäunt sind. Die tiefroten prallen Kirschen schauen so verlockend aus!) und Hopfenfelder. Die Fernsicht ist ebenfalls beeindruckend.

Der Weg ist übrigens hervorragend ausgeschildert. Es gibt fast keine Probleme, immer den richtigen Abzweig zu finden.

Nach rund 15 Kilometern stoßen wir auf die Littachquelle, baden unsere Füße und füllen die Wasserflaschen auf. Das Flüsschen hat ein Stück weiter schöne Sinterterrassen gebildet, die leider recht überwuchert sind, so dass man schon sehr genau hinschauen muss, um sie zu sehen.

Nicht zu übersehen ist der Bauernhof ein Stück weiter. Große Freude: es gibt neben den Kühen einen Automaten, aus dem wir Kakao und Käse (für unsere morgige Brotzeit) ziehen können. Vis à vis der Kühe stehen zwei gemütliche Stühle. Hier trinken wir unseren Kakao und schauen den Wiederkäuern zu. Ganz großes Kino.

Gegen halb sieben erreichen wir den „Lindenbräu“ in Gräfenberg. Duschen, Umziehen, Essen und den Hausbräu probieren. Hach.

Fazit des ersten Tages: schöne Landschaft, super Wetter, 20 Kilometer reichen.

Wie es uns morgen ergeht, könnt Ihr dann in Achims Blog „Unterwegs“ (zimjoa.wordpress.com) nachlesen.

Zwischen Meeren und Seen

Morgens wach werden und im Meer oder in einem See schwimmen zu können, zählt für mich zu den besten Dingen im Leben. In Skandinavien hat man es in dieser Hinsicht gut.

Als ich gemeinsam mit meiner Tante und meinem Onkel meinen Cousin Henrik in Småland (Südschweden) besuche, bin ich in einer Landschaft mit 500 Seen. „Hier können Sie jeden Tag in einem anderen See baden“, wirbt das Tourismusamt.

In Göteborg ist das Kattegat nur einen kurzen Spaziergang vom Haus meiner Verwandten entfernt, so dass ich in meinen morgendlichen Lauf ein Bad im Meer einbinden kann.

Nun pendele ich langsam heimwärts durch Dänemark, rechts Meer, links Meer, aber leider nicht mehr einladend warm. So habe ich heute auf mein morgendliches Bad verzichtet und schaue mir statt dessen das hübsche Alborg an. Viele alte Häuser, ein Hafen, moderne Museen.

Reisen in Skandinavien ist entspannt wie die Menschen hier. Autofahren ist nicht wie in Deutschland eine ständige Hetzerei, ein ständiges Beweisenmüssen, wer schneller und stärker ist. Höchstgeschwindigkeit auf der Landstraße ist 80, auf der Autobahn 130. Da rast keiner von hinten mit der Lichthupe an, wenn du nicht schnell genug wieder auf der rechten Spur bist.

Das Essen ist köstlich (vom Smørrebrød in Dänemark bis zur Smørgåstårta in Schweden, den vielen verschiedenen Fischgerichten oder dem Lakritzeis.

Dänemark ist ja eines der glücklichsten Länder der Welt, hyggelig eben.

Und in Schweden spürt man allenthalben den Wohlfahrtsstaat und die soziale Haltung der Menschen – sei es, dass sich ein jeder duzt, dass es bei vielen verpönt ist, sich eine Haushaltshilfe zu nehmen oder auch elegante Restaurants mit Selbstbedienung sind. Wunderbar: ab 65 Jahren zahlt man nichts mehr für die öffentlichen Verkehrsmittel!

Während ich langsam, langsam durch Dänemark Richtung Süden bummele, wird mir klar, dass dies das erste Mal ist, dass ich reise, ohne zu wissen, wann genau ich zuhause ankomme. Ob ich mir hier oder da noch etwas anschaue oder nicht, kann ich, da ich alleine unterwegs bin, spontan entscheiden. Im Moment zieht es mich eher heim. Auch das eine neue Erfahrung. (Ich weiß aber auch, dass die nächste Reise bald wieder losgeht: Anfang Juli, zu Fuß von Neufahrn nach Göttingen).

Benimmkurs nach Sylter Art

Freundin Edda und ich sind hin und weg von der Freundlichkeit der Sylter. In der „Sansibar“ in Rantum, die ja angeblich so ein Schickimickispot sein soll, werden wir nicht nur mit dem landesüblichen lockeren “ Moin!“ begrüßt sondern mit „Na, Mädels, was kann ich denn Gutes für Euch tun?“ auf eine entspannte Pause eingestimmt. Unglaublich viele Bedienungen wuseln hier rum und haben das Wohl der Gäste im Auge.

Auch in unserer „Stammkneipe“ (immerhin waren wir viermal dort), dem „Sunset Beach“ am Strand in Westerland, werden wir lückenlos mit „Alles gut bei Euch?“, „Braucht Ihr noch was?“, „Noch’n Bierchen?“ betreut.

Nachdem auch die Dame am Strandübergang, deren Aufgabe es ist, die Gästekarten zu kontrollieren bzw. Tageskarten zu verkaufen, sich nahezu entschuldigt für die Störung und es wieder gut macht durch ein besonders freundliches „Ich wünsche Euch einen wunderschönen Tag!“, ist uns klar: Das Sylter Tourismusamt verpflichtet jeden, der in dieser Saison im Dienstleistungsgewerbe arbeitet, zur Teilnahme an der Schulung “ Wie wir unsere Sommergäste glücklich machen“.

Sollte ich hieran noch irgendeinen winzigen Zweifel gehabt haben, so wird dieser beim Verlassen der Insel am Lister Fährhafen endgültig zerstreut: Ich stehe mit meinem Auto in der Schlange und mache mich bereit, wie die Dame aus dem Wohnmobil vor mir, auszusteigen, um wie erforderlich Reservierung, Fahrzeugschein und Personalausweis vorzulegen, als mir ein freundliches “ Guten Morgen, Frau Dörpinghaus! “ entgegenschallt. „Wie haben Sie das jetzt gemacht?“ frage ich verdutzt zurück. „Ich habe eine Ladeliste“, grinst mein Gegenüber zurück. Und setzt noch eins drauf: „Hab eine gute Überfahrt, Eva!“

Ein wenig unsicher sind wir wegen des Metzgers. Als ich ihm erzähle, dass ich gern einen schönen rohen Schinken hätte, fragt er zurück, ob er nur schön sein oder auch schmecken solle. Wir wissen jetzt nicht so recht, ob wir ihn zur Nachschulung anmelden sollen.

Die Möwe Donald

„Die Möwen sehen alle aus, als ob sie Emma hießen“, schrieb Christian Morgenstern. Die Möwen hier auf Sylt heißen, glaube ich, Donald. Sie sind besitzergreifend und unverschämt. Es gibt sogar Hinweisschilder, die vor ihnen warnen.

Als wir vorgestern die Kegelrobbe Willi im Hörnumer Hafen besuchten, habe ich, wie jeder gute Tourist, an der Fischbude nebenan einen Hering für sie gekauft.

„Passen Sie bloß auf die Möwe auf!“ warnte mich der ältere Mann neben mir. „Die schnappt Ihnen den Fisch aus der Hand weg!“

Aber was soll ich tun? Ich nehme den Fisch aus der Tüte, halte ihn Willi hin, der schon freudig mit der Flosse wedelt – und schwupp, stürzt sich Donald im Tiefflug auf mich, reißt den Schnabel auf, schnappt sich den Hering und macht sich davon. Und Willi und ich gucken blöd. Wobei Willi das Spiel im Gegensatz zu mir wahrscheinlich kennt.

„Hab ich’s Ihnen nicht gesagt?!“, brummelt der Mann neben mir.

Gestern bummeln wir am Nachmittag über die Strandpromenade in Westerland und kaufen uns eine Kugel Eis im Hörnchen. Da ein Eis kein Fisch ist, verschwende ich keinen Gedanken an raffgierige Donalds. Ein Fehler, wie sich rausstellt. Vielleicht habe ich ein paar kurzsichtige Möwen erwischt, jedenfalls stürzen sie sich auf mich, erkennen einen halben Meter vor mir, dass ich nur ein langweiliges Eis in der Hand halte und drehen wieder ab.

Puh, erschrecken tun sie einen aber durchaus mit so etwas. Aber es fasziniert zugleich, dass sie einen in keiner Weise berühren. Räuber mit Feingefühl (was sie wiederum von Donald unterscheidet).

Sonne auf Sylt

Seit Wochen schon scheint hier im hohen Norden die Sonne. Als wir am Wochenende auf Sylt ankommen, legt sie jedoch gerade eine Verschnaufpause ein. Macht aber nichts. Die Dünen und das Meer am Ellenbogen sind auch bei bedecktem Himmel eindrucksvoll. Hier, am nördlichsten Punkt Deutschlands, startet mein Liebster seine Radtour. Einmal durch ganz Deutschland. 1000 Kilometer bis zum südlichsten Punkt bei Oberstdorf.

 

Wir winken Achim weg und wandern am Meer entlang, genießen das Rauschen der Wellen, den feinen Sand unter unseren Füßen und das Licht.

 

Später stoßen Freundin Edda und ich mit einem Pils auf das Wohl des Radfahrers an und genießen ein Matjesbrötchen in der nördlichsten Fischbude Deutschlands, bei Gosch in List.

 

Am nächsten Tag entscheiden wir uns für die entgegengesetzte Richtung und fahren mit den Rädern zur Südspitze der Insel nach Hörnum. Nicht ohne einen Zwischenstop in der legendären Strandbar „Sansibar“ bei Rantum, in der bereits Brigitte Bardot und Gunter Sachs ihren Schampus schlürften. Uns reicht eine Schorle. Wir sitzen auf dem Dünenkamm, gucken Meer und Menschen an, finden nichts schickimicki und freuen uns, dass die Bedienungen hier, wie bisher überall, superfreundlich sind.

 

Höhepunkte in Hörnum sind die Umrundung der Südspitze, die Friesentorte im Café Lund und der Besuch bei Willi im Hafen.

 

Und heute? Schaut selbst.

Nepal goes Uferlos

Man bringt sich ja gerne ein paar Souvenirs mit, wenn man auf Reisen ist. Ich habe das auch gemacht und stehe nun mit ein paar Taschen aus Pokhara (Nepal) im Nachhaltigkeitszelt auf dem „Uferlos-Festival“ in Freising. Und möchte sie gern verkaufen, denn das Geld geht komplett ans Rainbow Handicraft Nepal, das kleine Label, das Goma Dakhal (die Mutter des Rainbow Children Home, in dem ich im Januar und Februar mitgeholfen habe) vor zehn Jahren gegründet hat.

Seit Montag läuft der Aufbau.

Gestern habe ich dann die Taschen eingeräumt, die von den Frauen handgewebt und -genäht wurden. 1a-Qualität! Versprochen. Und mit dem Kauf einer solchen Tasche kann man zu 100 Prozent die Kinder und Mütter in Nepal unterstützen. Das Engagement hier in Deutschland ist ehrenamtlich.

Kommt vorbei! Am Stand gibt es Flyer, Fotos und fiele (äh, viele) Infos von mir, falls gewünscht.

Weitere Infos zum „Uferlos“ und die Öffnungszeiten gibt es hier: uferlos-festival.de

Zum Abschluss der Reise ins beeindruckende Catania

Wir nehmen uns diesmal viel Zeit für die Rückreise und planen auch noch einen halben Tag in Catania ein, von wo aus wir am darauffolgenden Tag nach Hause fliegen.

Gut gemacht. Ich hatte keine Ahnung, was diese Stadt zu bieten hat, nun weiß ich: viel. Sie hat ein Flair, das mich stark an Palermo erinnert. Stattliche Häuser und Paläste säumen breite Straßen, kleine Gassen verlocken zum Bummeln. In einem Park entdecken wir nicht nur einen hübschen Pavillon und einen Drachenbaum sondern auch einen Planzenkalender aus Bux, bei dem nicht nur das Jahr durch eine Neuanpflanzung angepasst wird sondern auch der Monat, und der Gärtner offenbar TÄGLICH das Datum mit kleinen Buxzweigen neu steckt.

Auf unserem weiteren Bummel verabschieden wir uns vom Meer und vom Ätna – so viele Vulkane haben wir auf dieser Reise gesehen.

Wir entdecken eine Kirche, auf deren Kuppel man steigen darf und die einen hervorragenden Ausblick auf den benachbarten Dom bietet.

Zuguterletzt gibt es auch hier ein sehr schönes Amphitheater, dessen besondere Atmosphäre in der warmen Nachmittagssonne von StudentInnen der Kunstakademie zeichnend festgehalten wird.

Aber jetzt heißt es Abschied nehmen vom Mittelmeer, von den Inseln, von Italien. Diese zwei Wochen kamen mir diesmal sehr lang vor. Freundin Gisela spricht in solchen Fällen immer von „gedehnter Zeit“.

Unsere nächste Reise führt in die entgegengesetzte Richtung, an die Nordsee.

Vorher aber treffen wir uns auf dem „Uferlos“ in Freising.

Von den Inseln auf die Insel

Am Ende unserer Italienreise verlassen wir die liparischen Inseln und fahren mit dem Schiff zurück nach Sizilien. Wir möchten uns noch das berühmte Taormina anschauen, das auf unserer Strecke zum Flughafen in Catania liegt.

Wer schnell unterwegs sein möchte, nimmt das Tragflächenboot, das häufig und rasch überall hindüst. Haben wir bisher auch gemacht. Es ist hier das normale Fortbewegungsmittel.

Allerdings hat es auch zwei Nachteile: man kann sich nicht an Deck aufhalten und es ist viel teuerer als das große langsame Fährschiff, das seltener fährt und erheblich langsamer ist.

Für unsere letzte Schifffahrt auf dieser Reise haben wir uns für den gemütlichen Dampfer entschieden, der in vier Stunden von Salina nach Milazzo fährt.

Wir genießen die Fahrt. Es ist warm und windstill, wir passieren noch einmal Lipari und Vulcano und lassen unsere noch frischen Erinnerungen Revue passieren.

Vom Hafen in Milazzo aus laufen wir zum Bahnhof, der leider nicht im Zentrum liegt sondern nur über stille unschöne Vorortstraßen erreicht werden kann. Wir müssen feststellen, dass unser Zug erst in drei Stunden geht, es hier keine Bar, kein Café, nichts gibt. Da auch keine Gepäckaufbewahrung angeboten wird, ist uns der Rückweg ins Zentrum mit unseren Rucksäcken zu weit. Gut, dass wir noch Wasser und Karamellbonbons haben.

Doch irgendwann ist auch das geschafft. Ein Zug kommt und um halb 8 sind wir in Taormina und tauchen ein die nächtliche Szenerie, die wie eine Opernkulisse wirkt.

Neben den vielen schmucken Gassen mit vorbildlich restaurierten Häusern hat Taormina ein antikes Amphitheater zu bieten, zu dem wir am nächsten Morgen aufsteigen. Wir können gar nicht mehr aufhören zu staunen und zu fotografieren, so herrlich ist dieses Ambiente mit Blick auf die Altstadt, den schneebedeckten Ätna und das Meer.

Noch weiter oben gibt es noch ein uraltes Castello. Doch vorher müssen wir uns von den touristischen Strapazen erholen.

Italienisches Geheimrezept: 1/4 l Weißwein plus 1 Espresso beflügeln für 200 Höhenmeter. Ehrlich.

Salz , Kapern und Wein

Unsere vierte und letzte Insel ist Salina, die Insel der Kapern, des Salzes und auch des Weines. Salz wurde hier zu früheren Zeiten gewonnen, die Kapern wachsen wie Unkraut und werden zu allem möglichen verwendet. Jedes Gericht, das auf -eolia (äolisch, die liparischen Inseln heißen ja auch äolische Inseln) endet, enthält die schmackhaften kleinen Knospen. Da ist man hier nicht wählerisch. Sie landen im Salat genauso wie auf der Pizza, den Panini oder dem Pane Cunzato, einer weiteren sizilianischen Spezialität, die ein bisschen was von einer kalten Pizza hat. Der üppige (kalte) Belag kann aber auch ohne Brot gefuttert werden – dann hat man quasi einen ganz köstlichen Salat.

Außerdem wird auf Salina Wein angebaut. Bekannt und beliebt ist der Malvasia, den es u.a. als Dessertwein gibt.

Und dann hat Salina noch zwei Berge, den Monte Fossa und den Monte dei Porri. Eigentlich wollten wir beide besteigen, doch nach den 900 Höhenmetern auf steilen, schmalen Pfaden auf den Monte Fossa, beschließen wir, dass sein Zwilling auch gut ohne uns auskommen kann.

Auch wenn die Tour sehr anstrengend war, genießen wir insbesondere die schönen Ausblicke unterwegs und die Pflanzenpracht wie Mimosenbäume, Zylinderputzer oder den exotischen Zistrosenwürger (Danke, liebe Astrid, fürs Ausfindigmachen dieses Namens!).

DER Spruch dieser Reise ist übrigens: „Gut, dass nicht August ist!“ Zumeist bezogen auf die Temperaturen beim Wandern. Auch auf den Monte Fossa will man nicht wirklich bei 30 Grad oder mehr. Da sind schon die aktuellen 20 Grad schweißtreibend genug.

Unser letzter Inseltag soll also ganz entspannt vonstatten gehen. Ausschlafen, frühstücken, Geschenke kaufen und ansonsten faulenzen.

Ich werde bereits um kurz vor sechs wach. Wunderbare Gelegenheit, den Sonnenaufgang über dem Meer zu bewundern.

Dann nochmal ins Bett krabbeln ist herrlich. Nach dem Frühstück erstehen wir Inselspezialitäten wie Kapern, Malvasia und Limoncello und entscheiden uns, doch noch eine kleine Wanderung zu den Höhlen der Sarazenen zu machen.

Am Nachmittag wage ich noch einen kurzen Sprung ins Meer, gar nicht so kalt wie erwartet und für den Rest des Tages im Liegestuhl gefaulenzt. Meraviglioso!