Unsere Jungs schlafen in einem eigenen kleinen einstöckigen Häuschen, fünf Minuten vom Kinderheim entfernt. Dieses sog. „Boys‘ dormitory“ ist uns Volontären schon die ganze Zeit ein Dorn im Auge, weil es ziemlich versifft ist. Vor einigen Wochen haben Ben, Magda, Rino und ich dort gemeinsam mit den Jungen schon mal einen gründlichen Hausputz durchgezogen: fünf Schlafräume, zwei Toiletten, zwei Duschen mussten sauber gemacht werden.
Nun kam Miguel, unser neuer Volontär aus Spanien, der mittlerweile auch bereits eine Woche hier ist, auf die Idee, die Räume frisch zu streichen. Nachdem Goma ihr Einverständnis erteilt hatte, legten wir heute nach dem Frühstück mit den ersten beiden Schlafzimmern los.
Während wir erst noch ins Farbengeschäft gingen, räumten die Jungen aus, so dass wir nach unserer Rückkehr gleich loslegen konnten. Zeitungen auf die Betten und den Boden, alte Tücher über die beiden Kleiderschränke und los ging’s mit dem Abrubbeln der Decke und dem Streichen im ersten Zimmer.

Die Wände waren rasch geweißelt, die untere Hälfte mit bunter Farbe gestrichen.


Da nicht alle Jungen streichen konnten, animierte ich die übrigen (erfolgreich) zum Großreinemachen. Die anderen Zimmer wurden aufgeräumt und gefegt, alle Duschen und Clos gründlich geputzt. Nächstes Wochenende wird Miguel gemeinsam mit den Jungs die restlichen Schlafzimmer streichen.

Was für ein Genuss, als alles frisch und sauber war. Auch die Kinder konnten das sehr genießen.

Und weil wir gerade so schön im Schwung waren, wurden gleich noch ein paar ergraute Außenwände geweißelt und anschließend mit der restlichen Farbe beworfen. Nächste Woche ist hier ein Feiertag namens Holi, bei dem gehört das zum Ritual. Wir haben quasi schon mal geübt.



























Gegen fünf erreichten wir unser Tagesziel, den kleinen Weiler Bhanyiang auf 2200 Meter Höhe, in dem es sechs Gästehäuser gibt und sonst nichts. Wir quartierten uns auf Anraten der Deutschen, die wir mittags getroffen hatten, im „Happy heart“ ein, das von zwei sehr freundlichen Schwestern betrieben wird. Zum Abendessen gab es Dal Bhat für alle. Und danach in großer Runde den lokalen Schnaps Raksi, der aus Hirse gewonnen wird und warm aus Teebechern (voll!) getrunken wird. Ein erster Selbsttest ergab: das Zeug ist lecker und kann nicht viel Alkohol haben, denn auch die zweite Runde wärmte den Bauch, hatte aber sonst keinerlei Folgen.


















