Abruzzen bedeutet so viel wie “schroff” oder “abschüssig”, was perfekt zu den hügeligen Gegebenheiten vor Ort passt. In den Nationalparks hier sind Braunbären, Wölfe, Gämse und Adler angesiedelt. Heute sitzen wir sicher im Auto. Morgen wird die Sache schon anders ausschauen…
Zunächst aber schauen wir uns L’Aquila, die Hauptstadt der Abruzzen, an. Bei einem Erdbeben der Stärke 5,8 am 6. April 2009 wurden Teile der Innenstadt zerstört; über 300 Menschen kamen ums Leben, Tausende wurden verletzt. Der Wiederaufbau verläuft schleppend und zieht sich bis heute hin.
Trotzdem gefällt uns die hübsch ins Bergland eingebettete Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten wie Palästen, Innenhöfen, Plätzen und Gotteshäusern.
Auf dem DomplatzAltstadtgasseMittelalterliche Burg
Die Stadt hatte in den Jahren vor dem Erdbeben einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt. Als Universitätsstadt bot sie ein pulsierendes, kulturell reichhaltiges Leben. Regelmäßig fanden Jazzkonzerte und Theateraufführungen statt. Der amerikanische Pianist Arthur Rubinstein nannte L’Aquila „Salzburg der Abruzzen“.
Nach langer Lähmung (der Wiederaufbau wurde erst 2018 begonnen) und intensiven Renovierungen ist L’Aquila langsam auf dem Weg der Besserung. Nächstes Jahr wird sie italienische Kulturhauptstadt sein.
Auch heute begegnen uns auf Schritt und Tritt interessante Ausstellungen, zum Beispiel entlang eines Bauzauns Fotografien der hiesigen Fotografin Amalia Sperandio (1854 – 1948). Ein Bild zeigt die Kathedrale, die seit dem Erdbeben geschlossen und immer noch eingerüstet ist.
Die Fontana delle 99 Cannelle (Brunnen mit 99 Wasserspeiern) hat sie auch fotografiert.
Achim auch:
Beim Bummel durch die Gassen stoßen wir auf einen kleinen Palazzo, in dem eine ortsansässigen Künstlergruppe ihre Werke ausstellt. Wir werden herzlich begrüßt.
Im MAXXI wird zeitgenössische Kunst groß geschrieben.
Unser Liebling trägt den Titel: Onion Orion.
Bei unserer wohlverdienten Kaffeepause merken wir, dass wir schon in Süditalien sind (wenn auch gerade soeben): Im Kiosk gibt es Arancini, die typischen gefüllten und dann frittierten Reisbãllchen, und im Café Cannoli mit Ricottafüllung und Pistazien.
Am Nachmittag setzen wir unsere Fahrt durch die Abruzzen fort, einhundert Kilometer nach Süden.
Wir fahren wieder über eine kleine kurvige Straße, haben spektakuläre Ausblicke aufs Gebirge, Schnee auf der Straße und kommen durch wunderhübsche Bergdörfer.
Noch sind die Abruzzen nicht so berühmt wie etwa die Toskana oder die Marken. Womöglich ändert sich das jetzt und nicht nur wir, sondern auch viele andere Cineasten pilgern nun nach Pescasseroli.
Unter anderem hier wurde der neue Film von Riccardo Milani „Willkommen in den Bergen“ („Un mondo a parte“) gedreht. Nachdem er 40 Jahre lang im Großstadtdschungel von Rom unterrichtet hat, zieht der Grundschullehrer Michele Cortese (Antonio Albanese) in ein idyllisches Dorf im Herzen des Nationalparks der Abruzzen mit 1800 Einwohnern, um an einer winzigen Schule mit nur einer Handvoll Schülern im Alter von sieben bis zehn Jahren zu unterrichten. Im tiefsten Winter fährt er auf Sommerreifen durch die Berge zu seiner neuen Schule, bleibt stecken, draußen heulen die Wölfe…
Heute Abend knurrt weder Bär noch Wolf, nur unsere Mägen. Das Dorf schauen wir uns morgen an. Und wenn das Wetter einigermaßen okay ist, unternehmen wir noch eine Wanderung.
Zwischen Anfang Juni und Ende Juli ist im Bergdorf Castelluccio in den sibellinischen Bergen ein unvergessliches Erlebnis für alle Sinne möglich: Mohn, Kornblumen, Linsen, Narzissen, Enzian und viele andere wild wachsende Arten bilden ein wunderbares Mosaik aus farbenfroher Schönheit und berauschenden Düften. Dafür sind wir zu früh, aber wir sind vom Anblick der nackten gefälteten, teils noch mit Schnee bedeckten Berge dennoch beeindruckt.
Im Internet gemopstes Bild
Die feinste Linse Italiens kommt aus der Gegend von Castelluccio. Auch hier wurde das alte Dorf vom Erdbeben zerstört und neue Gebäude wurden errichtet. Ein Päckchen der leckeren Hülsenfrucht wandert natürlich in unsere Bordküche.
Wir queren nun die Hochebene Piano Grande. Das 30 Quadratkilometer große Wiesenplateau war in der letzten Eiszeit ein See, der später austrocknete. Die Ebene wird eingerahmt von den Monti Sibillini, einem Gebirgszug von 32 Gipfeln, der bis über 2500 Meter ansteigt und damit zu den höchsten des Apennins zählt.
Ein paar Kilometer später halten wir an, weil uns auf Maps ein Sentieri per tutti, ein Wanderweg für Alle, auffällt.
Hier wurde auf einer alten Straße ein drei Kilometer langer Panoramawanderweg angelegt, der für Jung und Alt, für Menschen im Kinderwagen und im Rollstuhl begeh-, bzw. befahrbar ist.
Bis Ascoli Piceno sind es von hier aus knappe 40 Kilometer. Schon während der kleinen Wanderung freue ich mich auf die dortige Spezialität, gefüllte frittierte Oliven, und dann ganz schnell auf einen leckeren Kaffee im CaféMeletti.
Die Olive ascolani gibt es in der Tüte. Köstlich.
Das Jugendstilinterieur ist nach wie vor prächtig, Cappucini und Kuchen maximal durchschnittlich. Aber das Café ist (oder war?) eine Institution in der Stadt.
100 Kilometer kurvige Straße entlang des Gran Sasso-Massivs bringen uns zu unserem Tagesziel L’Aquila mitten im Nationalpark der Abruzzen. Eine Wildsau mit ewig vielen Jungen quert vor uns die Straße, in optimaler Entfernung: wir müssen nicht scharf bremsen, aber sie sind nah genug, um zu sehen, wie süß die Viecher sind.
Es ist schon fast neun, als wir in L’Aquila ankommen. Die Besichtigung verschieben wir auf morgen.
Wir haben die Wanderung auf den MontePagliano in guter Erinnerung. Heute wollen wir noch einmal hoch. 600 Höhenmeter liegen zwischen unserem Stellplatz in Castelsantangelo und dem Plateau des Berges.
Wir sind im Nationalpark Monte Sibillini, wo es 2016 ein schlimmes Erdbeben gab.
Am 24. August bebte in Mittelitalien die Erde. In den Marken und Umbrien kamen dabei 283 Menschen ums Leben. Das Beben sorgte für Schäden in 140 Gemeinden, mehr als 80 000 Gebäude wurden zerstört, etliche Dörfer unbewohnbar, so auch Castelsantangelo. 41.000 Menschen wurden durch die Beben vor neun Jahren obdachlos. Viele leben heute in neu errichteten Siedlungen, die alten Dörfer, die so pittoresk an den Bergrücken lagen, können nicht wiederaufgebaut werden.
Auf unserer Wanderung kommen wir an einigen eingestürzten Häusern vorbei.
Dann geht es, wörtlich, über Stock und Stein nach oben. Knappe drei Stunden. Puh. Aber die Ausblicke und die vielen Frühlingsblumen machen das Gehen leicht(er): Gänseblümchen, Frühlingsenzian, Knabenkraut, Fingerkraut, Appenin-Windröschen, viele junge und alte knorrige Eichen. Dazu ruft der Kuckuck.
Kurz vor dem Gipfel habe ich letztes Mal für den Bruchteil einer Minute einen Hirsch, einen kapitalen, gesehen. Heute zeigt er sich leider nicht. Die Brotzeit schmeckt uns trotzdem.
Beim Abstieg zieht das angekündigte Gewitter auf, das Grummeln begleitet uns bis ins Tal. Donner, Blitz und Regen bleiben zum Glück im benachbarten Tal hängen.
Bei uns bleibt es trocken, so dass wir am Abend sogar ein sogenanntes High fire, ein Lagerfeuer auf Stelzen, in Gang setzen können.
Unter die Feuerschale kann man Racletteschälchen stellen und sich so durch den Abend schlemmen.
Wir wünschen „Frohe Ostern!“ aus dem kleinen Bergdorf Verucchio, ganz in der Nähe von San Marino.
Ohne Aussicht aber mit vielen Leckereien beginnt unser Ostersonntag bei frischen 13 Grad. Davon lassen wir uns nicht einschüchtern und decken die Frühstückstafel im Freien.
Dabei sorgen wir ein wenig für Aufsehen: nicht nur die sehr zahlreichen Radler winken uns zu, eine Autofahrerin legt sogar den Rückwärtsgang ein, lässt das Fenster runter und ruft uns zu: „Buona Pasqua! Frohe Ostern!“
Nach dem Frühstück gehen wir ins Dorf. Die Kirche ist voll, einige Touristen wandern wie wir zur Burg hoch (Eigenwerbung: „Eine der schönsten des Landes“).
Zurück bei den Bussen geben wir unser nächstes Ziel, Castelsantangelo in den Marken, ins Navi ein. Durch die Berge auf kleinen Straßen sind es 200 Kilometer und dreieinhalb Stunden Fahrtzeit. Auch hier waren wir vor drei Jahren schon und haben zwei schöne Abende im Ristorante Dal Navigante verbracht. Was haben wir uns gefreut, dass wir für einen Liter leckeren Hauswein vier Euro bezahlt haben. Und dass wir von Anfang an von Vater und Sohn herzlichst betreut wurden. Und sie uns mit Leckereien zum Probieren verwöhnt haben. Wir sind so gespannt, wie es heute Abend sein wird. Ein Tisch für uns vier ist reserviert.
Vorher will aber noch das Osterlamm geschlachtet werden. Auf unserer Strecke gibt es keine Parkplätze und keine Picknickpläzte. Aber in einem Dorf kommen wir an einem Spielplatz mit Holztisch und Bänken vorbei, die Parkplätze sind gleich daneben. Ich koche Kaffee und für die, die nicht fahren, hat Doro ein Glas Hopfensecco. Ha, ich bin gerade über zwei Stunden durch die Berge gekurvt und darf jetzt trinken.
Am frühen Abend sind wir am Ziel, frönen noch ausgiebig den Lieblingsbeschäftigungen der Wohnmobilisten (Strom anschließen um mein E-Bike aufzuladen, frisches Wasser fassen, Clo leeren). Um halb acht gehen wir ins El Navigante. Wie schön ist es festzustellen, dass es noch Konstanten im Leben gibt: der Service ist nach wie vor herzlich und aufmerksam, das Essen ist genau so lecker wie beim letzten Mal und der Wein kostet inzwischen 5,50 Euro, da ist er binnen drei Jahren mal gerade um die Inflationsrate teurer geworden. Schmecken tut er nach wie vor hervorragend. Salute!
Statt Osterhase, der durch die grüne Wiese hoppelt, staken Flamingos neben uns durch die Lagune. Wir sind jetzt zu viert, Dorothee und Alain sind in der Nacht eingetroffen und zur Begrüßung am nächsten Morgen gibt es erstmal ein schönes Frühstück im Grünen. Für uns alle das erste Mal in diesem Jahr.
Auf unserer folgenden Radtour haben wir uns die schönen Wasservögel genau angeguckt.
Die ursprünglich geplante Route war wegen Bauarbeiten gesperrt, die spontan ausgesuchte führte in großen Teilen leider über viel befahrene Straßen. Wir wollten zur Etschmündung, haben aber, als es dann auch noch anfing zu nieseln, etwas entnervt aufgegeben.
Mit einer kleinen Fähre über den Po konnten wir auf dem Rückweg ganz viel abkürzen und saßen bald wieder im warmen Bus.
Der Ostersamstag ist ein freundlicher Frühlingstag. Bei angenehmen 22 Grad erkunden wir einmal mehr Comacchio, wo wir das erste Mal vor drei Jahren waren. Auch dieses Örtchen bietet venezianisches Flair.
Heute ist der Parkplatz voll mit Wohnmobilen, aber im Ort selbst ist es nicht überlaufen. Wir können entspannt durch die Gassen und über die Brücken spazieren und gemütlich Cappuccino trinken.
Wie schon beim letzten Mal starten wir danach zu einer wunderschönen 50 Kilometer langen Radtour, die uns durchs Po-Delta führt. Sehr malerisch liegen die Fischerhütten im Wasser.
Achim entdeckt unser Sommerhaus und schaut nach, ob wir uns hier mal für eine Saison niederlassen wollen.
Weiter geht es an Scharen von Flamingos vorbei, über Dämme, von denen niemand weiß, wozu sie gebaut wurden. Radler und Fußgänger freuen sich jedenfalls. Man hat das Gefühl, übers Wasser zu fliegen.
Als wir gegen halb sieben zurück in Comacchio sind, sind wir windzerzaust und vom steinigen Untergrund ordentlich durchgerüttelt.
Da setzen wir uns gern auf unsere weichen Autositze und fahren noch 100 Kilometer weiter Richtung Süden (wir müssen ja auch mal vorwärts kommen, ne). Im Bergdorf Verucchio gibt es einen Stellplatz mit Rundumblick. Das klingt verlockend.
Auf dem Weg dorthin schnibbele ich am Esstisch schon mal das Gemüse. Denn wir werden erst um viertel vor neun am Ziel sein und haben alle Hunger.
Oh je, der Stellplatz im Dorf ist besetzt. Kein Platz mehr für uns. Wir weichen auf einen anderen Parkplatz aus, wo wir zwar nicht die versprochene tolle Aussicht haben aber zumindest eine Picknickbank fürs Osterfrühstück morgen.
Wir hatten zwei Befürchtungen vor unserer Abreise. Die eine betraf den prognostizierten Starkregen in Norditalien, der für Murenabgänge, Felsstürze und Überflutungen sorgen sollte. Davon waren und sind wir zum Glück nicht betroffen. In der Nacht hat es zwar heftig gestürmt und geregnet, aber heute Vormittag hat es sich wieder beruhigt. Es regnet gerade ein bisschen, aber nicht überbordend.
Unsere zweite Befürchtung war, dass die Adriaküste wegen der Osterfeiertage von Touristenmassen überschwemmt würde. Zumindest in und um Chioggia ist das nicht der Fall. Hier ist noch nicht mal Vorsaison. Am breiten Sandstrand liegt ein Saum aus Treibgut, Strand-Cafés und Bars sind verrammelt, Spielplätze verwaist. Außer uns ist nur noch ein Paar am Strand, das seine Hunde ausführt.
Chioggia zählt zu den schönsten Städten in Venetien und wird dank seiner vielen Kanäle, Brücken und Paläste auch als Klein Venedig bezeichnet. In den Gassen riecht es nach Fisch und frischem Kaffee.
Heute ist Markttag. Leider nur für Klamotten nicht für Lebensmittel, die wir gern verkostet hätten.
Bei 16 Grad kann man seinen Caffè draußen trinken und den Marktleuten beim Abbau zuschauen.
Vielleicht sollten wir unseren Bus auch noch mit solchen Markisen bestücken.
Zum Mittagessen fahren wir etwa 30 Kilometer nach Süden ins Po-Delta. Achim hat auf der Karte einen Platz in den Verästelungen der Lagune entdeckt.
Südlich davon seht Ihr eine Markierung (der Bus), die ich gesetzt habe. Das ist der Stellplatz in Ca Tiepolo, wo wir eigentlich heute hin wollten. Dort waren wir schon mal auf unserer SteierMarkentour und wissen, dass der bei weitem nicht so schön ist wie dieser Fleck hier: rechts Wasser, links Wasser, Flamingos, Austernfischer, Schwäne und nichts sonst. Wir sind begeistert und beschließen, heute hier zu bleiben.
Ein paar Spiegeleier, Kekse und Kaffee später steigen wir für eine kleine Feierabendrunde auf die Räder. Wie schön ist diese flache, von Wasser zersetzte Landschaft mit ihren grünen Borten und vielen Vögeln! Wir können uns kaum satt sehen.
Die Krönung am Abend hätten der Sonnenuntergang und ein kleines Feuerchen samt Raclette werden sollen. Wolken und Wind waren dagegen. Vielleicht haben wir morgen Abend mehr Glück. Heute Abend vergnüge ich mich stattdessen damit, ein Brot zu backen.
„Wo fahren wir denn heute hin?“, frage ich Achim beim Frühstück. Das ist keine rhetorische Frage. Wir wissen es tatsächlich nicht. „Nach Süden“, ist deshalb die richtige, wenn auch etwas vage Antwort.
Wir haben uns auf unser (neues) Ziel Süditalien nicht richtig vorbereitet. Hinzu kommt, dass unsere Freunde, mit denen wir diese Reise gemeinsam unternehmen werden, wegen einer unverhofften Busreparatur erst später loskommen und dass für die Region Venetien Starkregen vorhergesagt wird. Da wollten wir eigentlich den ersten Stopp auf unserem Weg Richtung Süden einlegen. Und nun? Keine Ahnung. Wir fahren mal los. Richtung Süden.
Die Alpen empfangen uns mit Föhn, Sonne und 22 Grad.
Kaum verlassen wir den Felbertauerntunnel sind es nur noch elf Grad und die Südseite der Alpen nimmt uns mit tief hängenden Wolken und den ersten Regentropfen in Empfang.
Beim Mittagessen entscheiden wir uns, heute nach Chioggia, am südlichen Ufer der Lagune von Venedig, zu fahren. Am Abend können wir dann schon mal die Adria begrüßen und morgen das Städtchen anschauen.
Der Plöckenpass soll uns hinüber nach Italien führen. Doch halt! Ein Schild will uns die Zufahrt verwehren: „Chiuso!“ Ein kleineres Schild ergãnzt allerdings: „21 – 6“. Da wir die Einzigen auf der Straße sind, gucken wir rasch ins Internet und erfahren, dass die Passstraße erst seit vorgestern wieder befahr ist, genau 500 Tage nach einem großen Felssturz auf italienischer Seite.
Bei Nebel kurven wir hinauf und hinunter, Achims Motorradfahrerherz schlägt schneller angesichts der vielen Kehren und dann sind wir in Italien.
Noch zwei Stunden Autobahn und wir sind am Ziel.
Vom, wenig schönen, Stellplatz in Chioggia sind es nur fünf Gehminuten bis ans Meer. Es ist gleich halb Acht, aber wir sagen schnell noch guten Abend.
Dieses Frühjahr wollten wir gemütlich durch die Türkei gondeln und dann Georgien und Armenien erkunden. Ich kramte unsere alten Reiseführer raus und begann mit Hilfe zweier Apps, meine eingerosteten Tűrkischkenntnisse aufzumöbeln. Doch dann ließ Erdoğan seinen politischen Gegner Imamoğlu verhaften. Große Demonstrationen im ganzen Land sind die Folge und wir empfinden es als unpassend, in einer solchen Gemengelage dort als Touristen unterwegs zu sein. Der Opposition sind alle Daumen gedrückt!
Wir entscheiden uns um und beschließen eine Reise in den Süden Italiens und nach Sizilien. Zwei Monate haben wir Zeit, Ecken zu erkunden, die wir noch nicht kennen. Nächsten Mittwoch geht’s los. Bleibt dran!
Fünf Jahre ist es her, dass Corona über uns kam. Ob von einem chinesischen Markt oder aus einem Labor ist immer noch nicht geklärt. Zum kleinen Jubiläum wird wieder viel geschrieben: ein Untersuchungsausschuss soll einberufen werden, um die Verhältnismäßigkeit der damaligen Maßnahmen zu diskutieren. Sowohl Angelika Merkel als Bundeskanzlerin als auch Olaf Scholz sollen Dokumente des Bundesnachrichtendienstes unter Verschluss gehalten haben. Die Auswirkungen von Distanzunterricht, Wechselunterricht und Lockdowns auf die betroffenen Schülerinnen und Schüler sind auch noch nicht bekannt und sollen untersucht werden…
Ich habe in meinen Tagebüchern geblättert, in denen ich damals Vieles zum Thema Corona festgehalten habe. Es hatte natürlich auch Einfluss auf unsere Reisen. Doch lest selbst.
25. 4. 2020
Das Schlimmste ist, dass wir nicht wissen, ob das Schlimmste schon hinter uns oder noch vor uns haben. Corona hat fast die ganze Welt lahmgelegt und hält uns seit Wochen im Griff.
Während meines Nepalaufenthaltes ging es los: Kaum ein Telefonat (ob mit Familie und Freunden in Deutschland, Bruder Gangolf in Vietnam oder Freundin Simone in Indien) verging, ohne sich über das neuartige Virus auszutauschen.
In Nepal wurden alle Großveranstaltungen abgesagt, die Touristen blieben aus, Läden verwaisten, die Kinder wurden (ein sehr positiver Nebeneffekt) zum regelmäßigen Händewaschen angehalten.
Und schließlich die Informationen aus dem Internet: die ersten Fluggesellschaften stellen ihren Betrieb ein, europäische Länder schließen ihre Grenzen.
Und so kommt es zu einem sehr abrupten Ende meines Nepalaufenthaltes im März 2020.
Als ich eine Woche früher als geplant, am 17. März, in München lande, ist Achim noch mit unserem Bus unterwegs und Freundin Edda holt mich am Flughafen ab: keine Umarmung, kein Körperkontakt. Coronazeiten. Neue Zeiten.
Zum Ende der Woche wird das von mir zunächst aus freien Stücken (wegen der möglichen Ansteckung während der Flüge) gewählte „social distancing“ dann zum offiziellen „Kontaktverbot“. Seit dem 22. März dürfen wir uns in Bayern nur noch mit Menschen „aus demselben Haushalt“ treffen. Wummmmssss. Von einem Tag auf den anderen. Keiner weiß, wie lange.
Kindertagesstätten, Schulen, Universitäten, Geschäfte (außer Lebensmittelläden und Apotheken), Restaurants, Kneipen, Cafés, Theater, Kinos, Museen, Bibliotheken werden geschlossen.
Es ist ein Schock, sogar für Leute wie uns, denen es außer an sozialen Kontakten an nichts fehlt. Wir dürfen zum Spazierengehen oder Radfahren nach draußen – was wir auch weidlich ausnutzen. Erstaunlich, dass wir überhaupt noch neue Wege finden, so viele sind wir schon geradelt.
Mein Geburtstag fällt in diese Zeit und meine ursprünglich mit fast 30 Gästen geplante Feier muss ich absagen. Aber auch eine kleinere Feier ist derzeit nicht möglich. Achim und ich. Mehr nicht. Im Laufe des Tages klingelt es mehrfach an der Haustür. Immer liegen Blumen und kleine Geschenke davor – die GratulantInnen stehen im Abstand von einigen Metern. Wie seltsam sich das anfühlt. Sogar das eigene Kind darf ich nicht drücken. So traurig.
Achim und ich versuchen, uns diese denkwürdigen Tage, in denen kein normaler Alltag mehr stattfindet, so schön wie möglich zu machen. Wir backen viel, kochen lecker, einmal die Woche gehen wir einkaufen.
Ich denke mir ab und zu eine Überraschung aus. An einem Abend dekoriere ich unser Wohnzimmer mit bunten Lichterketten, vielen Teelichtern, stelle Flips, Chips und Bier hin und hänge ein Schild auf „Disco 2000“. Achim ist so positiv überrascht, dass er die nächsten zwei Stunden mit mir tanzt.
Ostersonntag wandern wir von Neufahrn nach Freising. 15 Kilometer durchs Moos. Zur Belohnung gibt es ein dickes Eis in der Eisdiele „Dolomiti“ unterhalt des Lindenkellers. „To go“ ist erlaubt.
Seit 20. April darf man sich mit EINER haushaltsfremden Person treffen. Ich nutze die Chance, mich mit meinem Sohn zu einem Abendspaziergang um den See zu verabreden. Denn man darf diese „Kontaktperson“ nur draußen treffen.
In den darauffolgenden Tagen unternehmen wir dann auch mit Edda mal eine Radtour (was zu Dritt eigentlich gar nicht erlaubt ist) und setzen uns sogar zu Kaffee und Kuchen oder einen Sundowner auf unsere Terrasse.
Einmal radeln wir nach München. Die Stadt ist recht leer. Keine Touristen, keiner, der sich zum Shoppen dort aufhält, niemand, der zur Arbeit unterwegs ist. Sehr viele Menschen machen zurzeit Homeoffice.
Viele Menschen haben zurzeit auch gar keine Arbeit, da die gesamte Gastronomie der komplette Kulturbereich, das Gros der Dienstleistungen lahmliegt.
Seit 20. 4. sind die Baumärkte und Gärtnereien wieder geöffnet, ab 27. 4. dürfen Läden, die kleiner als 800 qm sind, wieder öffnen. Dann herrscht für Alle Maskenpflicht beim Einkaufen und im ÖPNV.
Ab 4. Mai dürfen Friseur und Fußpflegerinnen wieder öffnen. Und jeder schaut mit Argusaugen auf die täglichen Infektionszahlen und ob sie durch diese ersten Lockerungen wieder ansteigen. Es gibt eine große Angst vor der sogenannten „zweiten Welle“.
Kinder malen Bilder mit Regenbögen und hängen sie in die Fenster als lieben Gruß an andere Kinder.
Einmal heißt es: „Um 18 Uhr spielen oder singen wir alle die ‚Ode an die Freude'“ – Jeder aus seinem Fenster oder von seinem Balkon. Ich spiele es aus dem Schlafzimmerfenster auf der Blockflöte, ein paar Häuser weiter stimmt jemand mit seiner Trompete ein. Schaurig schön.
Überall werden jetzt Stoffmasken genäht und gespendet oder verkauft. Ab dem 27. April darf man nur noch mit einer Mund-Nasen-Bedeckung in Läden und öffentliche Verkehrsmittel.
Langsam setzen die Diskussionen ein, ob diese drastischen Einschränkungen unserer Grundrechte hinreichend gerechtfertigt sind. Die Mehrheit hält sich aber an die Regelungen, auch wenn es schwer fällt.
Wie gerne würde ich mal wieder mit meinem kleinen Enkel zusammen sein!
Heute hat Ministerpräsident Söder angekündigt, das Kontaktverbot noch bis 8. Mai mindestens verlängern zu wollen! Heute ist der 28. April.
Es wird immer schwieriger für mich, positiv zu sein. Am Anfang habe ich mir immer noch etwas überlegt, um den einzelnen Tagen ein besonderes Gesicht zu verleihen. Doch inzwischen fehlt mir die Energie, gehen mir die Ideen aus. Aber wir brauchen noch eine ganze Weile gute Nerven. Durchhalten. Abwarten. Geduldig sein. Pfffffttttt.
15. Mai 2020
Inzwischen braucht man eine Liste, um die verschiedenen Lockerungen und Verbote zu kanalisieren. Etliches ist inzwischen wieder geöffnet, z. B. alle Geschäfte, unabhängig von der Größe oder dem Angebot.
Die Schulen sind seit Montag dieser Woche für die Übertritts- und Abschlussklassen geöffnet. Die anderen Kinder müssen noch zu Hause bleiben – home schooling ist hier das neue Schlagwort.
Kindergärten sind nach wie vor nur für Kinder von Eltern, die in „systemrelevanten Berufen“ (es gibt viele neue Schlagwörter derzeit. „Soloselbstständiger“ etwa ist auch so eine Kreation) wie im medizinischen oder pflegerischen Bereich oder im Einzelhandel arbeiten. Warum Steuerberater dazugehören, weiß ich nicht.
An den Universitäten findet die Lehre nur digital statt.
Und die Leute fiebern:
auf das erste Bundesligaspiel, das vor leeren Rängen mit angeblich in Quarantäne lebenden Spielern morgen stattfindet
auf die Öffnung der Biergärten nächsten Montag
auf die Öffnung der Restaurants eine Woche später.
Den Hotels wurde in Aussicht gestellt, dass sie an Pfingsten wieder öffnen dürfen.
Die Büchereien durften letzten Montag öffnen. Der Zoo auch.
Theater, Konzertsäle, Kinos bleiben ohne Nennung von Terminen weiterhin geschlossen. Eine sehr harte Zeit für alle Künstlerinnen und Künstler. wie natürlich auch für viele Geschäftsleute. Obwohl der Staat jede Menge Milliarden in Kurzarbeit, Kredite und sonstige Zuwendungen pumpt, weiß niemand, wie viele Kultureinrichtungen, wie viele Geschäftsleute pleite gehen, wie viele Menschen arbeitslos werden.
Bei allen genannten Lockerungen bleibt immer noch die Kontaktbeschränkung. Freunde dürfen sich gegenseitig zwar besuchen – aber nur jeweils Personen aus zwei Haushalten. Dasselbe gilt für enge Familienmitglieder. Sie dürfen wieder zusammenkommen, sollen aber versuchen, 1,5 m Distanz zueinander zu wahren.
Ich mache mir Sorgen: Was empfindet so ein kleines Kind wie beispielsweise mein Enkel, wenn er so reglementiert wird? Wenn er ferngehalten wird von Oma und Opa? Versteht er den Grund dafür? Kann ihm das schaden? Ich weiß es nicht.
Unsere geplante Reise nach Island werden wir umbuchen. Bis zum 15. 6. muss jeder, der ins Land will, für 14 Tage in ein Hotel zur Quarantäne. Unsere Einreise ist für den 16. datiert. Das ist uns zu heikel. Noch dazu weiß man noch nicht, wann die Dänen ihre Grenzen wieder öffnen.
Stattdessen planen wir nun, im Juni mit dem Bus den Westen Deutschlands zu bereisen und im Juli mit Edda und Uli an der Elbe zu radeln.
15. 2. 2021
Immer noch hat uns die Pandemie fest im Griff. Doch der Reihe nach.
Den Sommer und Herbst haben wir – trotz Corona – genossen. Wir waren für vier Wochen im Westen Deutschlands unterwegs, auf Elberadtour mit Edda und Uli und in Ostdeutschland und an der See unterwegs. Alle Reisen sind in unserem Blog ausführlich beschrieben. Hotels, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze, Restaurants und Cafés haben wieder geöffnet. Alle haben spezielle Hygienekonzepte (Ein- und Ausgangsregelungen, Masen, Desinfektion), aber das stört uns nicht. Abstand halten und Hände waschen sind nach wie vor wichtige Maßnahmen.
Und dann kommt der November und die befürchtete zweite Welle schwappt herbei. Die Infektionszahlen steigen wieder, ebenso die Zahl der Verordnungen und Verbote.
Ab 2. 11. dürfen wir uns nur noch mit Angehörigen eines weiteren Hausstands (max. 10 Personen) treffen. Auf nicht notwendige touristische Reisen soll verzichtet werden. Wir hatten für vier Tage ein Hotel in Amsterdam gebucht – und wieder abgesagt. Gut, dass wir das Zugticket noch nicht gekauft hatten.
Alle Freizeiteinrichtungen und auch Lokale werden wieder geschlossen. Wir treffen uns mit unserem Sohn, unserer Schwiegertochter, unserem Enkel und unserer Freundin Edda. Gehen wieder viel spazieren bzw. wandern. Und renovieren das Wohn- und das Esszimmer.
Im Dezember spitzt sich die Lage zu: es gibt mehr Fälle als zu Beginn der Pandemie im letzten Jahr. Wir reduzieren, wie viele andere auch, die Zahl unserer Kontakt noch einmal deutlich. Schließlich treten erneut Restriktionen in Kraft:
eine nächtliche Ausgangssperre von 21 – 5 Uhr ab 16. Dezember, nicht in ganz Deutschland, aber in verschiedenen Bundeländern, u. a. in Bayern.
die Kontaktbeschränkungen werden verschärft: man darf sich nach wie vor nur mit einem weiteren Hausstand (auch so ein neuer Begriff) treffen, nun aber höchstens mit fünf Personen. Es gibt Regelungen, von Bundesland zu Bundesland verschieden, bezüglich des Alters der Kinder die „mitzählen“.
Für Weihnachten und Silvestern gibt es Lockerungen.
Im Januar dann tritt erneut ein kompletter Lockdown in Kraft: alles zu! Schulen, Kindergärten, Geschäfte (außer Lebensmittel und Apotheken), Gastronomie etc. Theater, Museen, Kino sowieso. Seit ewigen Zeiten! Ausgangssperre ab 21 Uhr. Treffen nur mehr mit einer weiteren Person erlaubt. Unser Sohn kommt jetzt einmal die Woche mit unserem Enkel zu uns – Kinder unter drei „zählen“ noch nicht.
Wir gehen beinahe täglich rund neuen Kilometer spazieren, mit Picknick. Ich habe fast alles im Haus geputzt und aufgeräumt; die Küchenregale, Schränke, Schubladen. Jetzt kommen noch die Aktenordner ran. Und ich habe seit letzter Woche ein Netflix-Abo.
Es gibt Mutanten des Corona-Virus‘, die den Fachleuten und den PolitikerInnen Sorge bereiten. Deshalb begegnen wir den nun sinkenden Inzidenzen (!) mit Vorsicht. Zwar ist der Wert z. B. im Landkreis Freising inzwischen von über 200 (Infizierte pro 100 000 in einer Woche) auf rund 50 gesunken. Aber es sind immer noch zu viele Viren unterwegs, die den Mutationen Angriffsfläche bieten. Und so wurde der Lockdown bis 7. März verlängert. Aber ab 1. 3. dürfen die Frisöre wieder arbeiten. Warum ausgerechnet sie und viele andere nicht? Das bleibt unklar. Manche reden von „Würde“ (die man mit einer schlechten Frisur verliert?), manche von Vermeidung von Schwarzarbeit.
Die nächtliche Ausgangssperre ist für Landkreise mit Inzidenzen unter 100 aufgehoben. Und die GrundschülerInnen sowie die Abschlussklassen dürfen seit gestern wieder in die Schule. Seit gestern? Rosenmontag? Ja, die Faschingsferien wurden gestrichen.
* * *
So enden meine Tagebucheinträge zum Thema Corona. Während ich sie hier in den Blog eingefügt und mit Bildern versehen habe, sind mir noch ein paar besondere Ereignisse aus dieser Zeit eingefallen:
* Manche Museen haben virtuelle Führungen gemacht, die wir uns liebend gern angeschaut haben.
* Die Bar Gabanyi in München hat Livekonzerte organisiert – ohne Publikum. Sie wurden im Internet übertragen. Meine Schwägerin Gabi und ich haben uns an den Abenden chic angezogen, den Fernseher angemacht und via Handy kommuniziert.
* Eine Zeitlang hat man sich die Zeit damit vertrieben, Gemälde berühmter MalerInnen in den eigenen vier Wänden nachzustellen. Die Ergebnisse wurden dann via Social Media verschickt.
Manche Lokale haben Wohnmobildinner angeboten. Dazu gab es Listen im Internet. In unserer näheren Umgebung waren zwei dabei. Mehrfach haben wir uns dort angemeldet, sind vorgefahren, haben an der Tür bestellt und wenig später wurden uns Getränke und Speisen ans WoMo gebracht.
Ich denke, jeder hat viele eigene Erinnerungen an diese sehr spezielle Zeit und ich bin froh, dass meine nicht nur schlecht waren.
Unsere Führerin Tammy hat es gestern so schön beschrieben: Thailänder versuchen, stets freundlich zu sein, im Hier und Jetzt zu leben („Tomorrow may be too late.“), lassen sich nicht hetzen, sprechen leise und lächeln viel. Kein Wunder bei der Sprache. Von ihr haben wir gelernt, was 555 auf Thailändisch heißt: „Ha, ha, ha!“ Wenn sie sich untereinander eine Nachricht schreiben, benützen sie 555 wie Englischsprachige das lol (laugh out loud). Ha!
Was ist uns noch aufgefallen?
Das Bezahlsystem. Die Allermeisten zahlen mit dem Telefon. Ob am Marktstand, in der Straßenküche, im Restaurant oder im Supermarkt: ein Barcode hängt aus, der Kunde tippt den zu zahlenden Betrag in sein Handy ein, scannt den Code und fertig ist die Bezahlung.
Die Sauberkeit der Toiletten und die Popodusche. Fast hätten wir gestern eine gekauft. Genial.
Die Niedrigpreise der öffentlichen Verkehrsmittel. Unfassbar. Ob Zug, Bus oder Fähre, unschlagbar billig.
Die Sicherheit. Wir haben uns in keinem Moment unwohl oder unsicher gefühlt. Die Menschen waren hilfsbereit und freundlich.
Die Sprache. Nicht jeder kann Englisch. Oft müssen Hände und Füße herhalten.
Der Verpackungsaufwand. Alles wird doppelt und dreifach eingepackt. Oder die Plastiktüte wird aufgeblasen und schützt so das Innere besonders gut.
Barfuß: Nicht nur in Tempeln, auch im Haus und in manchen Hotels und Restaurants muss man die Schuhe ausziehen, weshalb die Thailänder gern Schlappen tragen. Das hat Tradition und hat seinen Grund darin, dass sich früher alles auf dem Boden abspielte, ohne Tische, Stühle, Schränke. Das Innere des Hauses wurde deshalb peinlichst sauber gehalten.
Dass jetzt Winterzeit ist! Bei 35 Grad. Unglaublich.
7/11: Der Supermarkt ist ÜBERALL in Thailand zu finden, auch im kleinsten Dorf (na ja, fast). Du bekommst alles, was Du brauchst, rund um die Uhr, und: er liefert Essen ab 100 Baht (etwa 3 Euro) zu jeder Tag- und Nachtzeit nach Hause.
Der echte Name Bangkoks: Krung Thep Maha Nakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udom Ratchaniwet Maha Sathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit.
Die Khlongs in Bangkok: Früher gab es in der Innenstadt von Bangkok viele kleine Kanäle (Khlongs), die zwischen den Häusern hindurch führten. Die Bewohner nutzen die Wasserwege, um zur Arbeit zu gelangen oder Märkte zu veranstalten. Leider auch, um Abfälle und Fäkalien zu entsorgen.
Im Laufe der Zeit wurden immer mehr Khlongs zugeschüttet, um neues Bauland zu schaffen. Andere wurde durch Abwasserkanäle ersetzt.
Der Klong Saen Saep ist der einzige Kanal, auf dem im Zentrum von Bangkok noch Personenverkehr stattfindet. Er ist mit insgesamt 53 Kilometern der längste Kanal Thailands. 18 davon sind wir heute auf ihm gefahren, eine schöne Art, uns von der Stadt zu verabschieden. Am Abend geht unser Flieger Richtung Heimat.