Archiv der Kategorie: Sieben Wochen durch Spanien (Frühling 2019)

Eine fröhliche Stadt

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Ribeira Sacra, die Tiefe Schlucht des SIL und die Felsenlandschaft mit den Klöstern, zeigt sich am Morgen neblig und kalt, ganze 7 Grad zeigt das Thermometer. Kopfschüttelnd – wir sind doch in Spanien! – machen wir die Heizung im Bus an.

Nach unserem ausgiebigen Frühstück sieht die Welt aber schon ganz anders aus. Die Sonne hat die Wolken vertrieben, ein schöner Tag kündigt sich an.

Unser Tagesziel liegt nordwestlich, ich möchte aber noch einen kurzen Abstecher nach Osten machen. Dort gibt es einen 800 m langen Steg über einen kleinen Fluss. Sher schön der Abstecher. Und einen Kaffee gibt’s anschliessend auch noch, in einem ehemaligen Wasserkraftwerk wurde eine Herberge mit Cafè eingerichtet.

Gefühlt stundenlang fahren wir auf den kleinen Straßen herum, es dauert einfach etwas länger.

Sehr gespannt sind wir auf Santiago de Compostela. Alles heilig, ruhig und leise?

Wir stellen unser WoMo auf einem zentrumsnahen Stellplatz ab…

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Wandertag

In der Nacht hat es noch kräftig geregnet, doch als ich gegen acht wach werde, scheint die Sonne.

Wir beginnen unsere Wanderung am hauseigenenen Aussichtspunkt, den wir gestern bei kaltem Wind und Wolken erlebt haben. Tief unter uns liegt die Schlucht, die der Rio Sil im Verlaufe der Jahrmillionen durch die Berge gegraben hat.

Wir laufen etwa zwei Kilometer durch den Wald, Eichen, Esskastanien, mannshohe Farne, Moose und überall die violetten Tupfen des türkisfarbenen Fingerhuts.

Wir zahlen einen Euro Eintritt, um das ehemalige Kloster Santa Christina besichtigen zu dürfen. Gebaut wurde es von Benediktiner-Mönchen Ende des 12. Jahrhunderts, die bei der Entwicklung des hiesigen Wein- und Maronianbaus eine große Rolle spielten. Einige hundert Jahre wurde hier wohl gebetet und gearbeitet, bis die Kirche das Ensemble an einen Bauern verkaufte, der hier einige Jahre Landwirtschaft betrieb.

Irgendwann erwarb der Staat das Areal, die überaus gelungenen vorsichtigen Restaurierungsarbeiten wurden erst im vergangenen Jahr abgeschlossen.

Als wir zwei Kilometer später das kleine Dorf Portela erreichen, fängt es an zu regnen. Wir überlegen kurz, ob wir das Rund-um-die-Uhr-Angebot des ortsansässigen Taxifahrers annehmen sollen, stellen uns dann aber einfach mal unter.

Als wir die „Balcones de Madrid“ erreichen, scheint schon wieder die Sonne (übrigens bei frischen 13 Grad), so dass wir die wunderbare Aussicht entspannt genießen und uns die mitgebrachte Pastete, die wir vorgestern in einer Dorfmetzgerei gekauft haben, zum Mittagspicknick schmecken lassen können.

Nach insgesamt 14 Kilometern und zwei Café con Leche im nächsten Dorf genießen wir die Sonne am Campingplatz, lesen, spielen, kochen und bloggen.

Regenreiches Land

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Kastilien hat uns gut gefallen. Kunst und schönes Wetter, weites Land.

Nur die Versorgung mit tollen Campingplätzen ist nicht so dolle. Es gibt aber immer wieder meist gut ausgestattete Stellplätze, auch mitten in der Pampa. So wie dieser in Bretocin bei Zamora. In der Saison ist der Besuch des Freibades inklusive. Und morgens um 10 kommt der Bäcker auf den Platz! Da waren wir allerdings schon abfahrbereit.

Gestern Abend hatte ich diese interessanten Häuschen in der Nähe gesehen. Was ist das? Ein Geocache hat es uns verraten – Keller, wie zum Beispiel auch in Franken. Geocachen am Morgen vertreibt …. habe ich doch gar nicht 😁

Einige Zeit begleitet uns das wellige Land noch. Gräser, Getreide, heller Boden und darüber weißblauer Himmel. Sehr beruhigend das Ganze.

Das Wetter aber ändert sich, das Land auch. Trotz des Wetters : sehr schön die Ansicht von Puebla de Sanabria. Kastilien verabschiedet sich .

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Adios, Extremadura! Hola, Kastilien-León!

Die portugiesische Grenze immer links von uns fahren wir nach Norden. Die Provinz Extremadura, in der wir die letzten Tage verbracht haben, verabschiedet sich mit einem großartigen Anblick von uns: Nach einem drei Kilometer langen Spaziergang erreichen wir einen Aussichtspunkt, von dem aus wir die Schleife bewundern, die der Rio Alagon hier um eine waldbestandene tränenförmige Insel zieht.

Während sich hier die Natur als Künstler betätigt hat, ist es im kleinen Ort Mogarraz der einheimische Maler Florencio Maíllo, der 388 Porträts von Dorfbewohnern angefertigt hat, die allesamt an den Fassaden der Häuser hängen.

Grundlage waren Fotografien des Bürgermeisters Alejandro Martín Criado aus dem Jahr 1967. Wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation wollten viele Dorfbewohner auswandern und benötigten dafür Papiere, einen Ausweis oder Reisepass. Criado fertigte die hierfür erforderlichen Passbilder an.

Die Mischung aus Streetart, öffentlicher Galerie, kleinen Gässchen, Brunnen und alten Häusern, viele von ihnen aus Fachwerk, ist einzigartig.

Weltkulturerbe und Naturschauspiel

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Cáceres heißt der Ort nur 30 Kilometer weiter nördlich und er wird in unserem Reiseführer reichlich gefeiert. Einer der schönsten öffentlichen Plätze Spaniens würde uns erwarten und die gesamte Altstadt aus dem 16. Jahrhundert wurde in die UNESCO Weltkulturerbe-Liste aufgenommen.

Sehr schön. Ob der Platz nun wirklich in die Liste der schönsten spanischen Plätze gehört oder nicht – egal, manchmal übertreibt unser Reiseführer eben.

Vollkommen zu Recht aber wurden wir zum Monumento Natural Los Barruecos, gleich um die Ecke von Cáceres, geschickt. Es handelt sich um eine spektakuläre Felslandschaft entlang der Ufer natürlicher Seen mit brütenden Weißstörchen. Herrlich. Hier wurden einige Schlachtszenen für Games of Thrones gefilmt.

Nochmal 75 km nordöstlich liegt ein weiteres Naturjuwel. Der Rio Tajo, längster Fluss der Iberischen Halbinsel, bildet hier in felsiger Landschaft den 180 qkm großen Nationalpark Monfragüe. Hier nisten 175 Arten , darunter Mönchsgeier, spanische Kaiseradler, Schwarzstörche ….

Wir stoppen an…

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Steineichen, blaue Elstern und ein Pool

Ehe die große Hitze anbricht, sind wir schon unterwegs, um die berühmten römischen Bauten in Mérida anzuschauen – oder zumindest einen Teil davon: das Teatro Romano (in dem auch heute noch Theater gespielt wird. Im Juli geht das 65. Theaterfestival über die Bühne), das Amphitheater und eine Brücke mit 60 Bögen. Leider haben wir keine Stelle gefunden, von der aus man dieses Prachtexemplar in Gänze bewundern kann.

Dann sehen wir zu, dass wir, möglichst die Schattenseiten der Straßen suchend, zu unserem Bus kommen. Noch altes Wasser raus, frisches rein und los geht’s. Unsere Strecke heute ist kurz, knapp 70 Kilometer. Wir haben uns einen Campingplatz auf dem Land ausgesucht, um ein Gefühl auch für diese Ecke Spaniens zu bekommen, genannt Extremadura.

Alle unsere Erwartungen werden erfüllt. Die Landschaft ist wunderschön. Wir stehen unter alten Steineichen, die ein wenig Schatten spenden, schauen den Geiern beim segeln zu und bekommen Besuch von blauen Elstern, die wir hier zum allerersten Mal sehen.

Der Pool macht letztendlich mein Glück perfekt.

Am Abend machen wir noch einen kleinen Spaziergang. Angesichts der Weite der Landschaft und der Farben werden Erinnerungen an Namibia wach.

Am Ende des Weges taucht dann auch noch ein Wasserloch auf – aber ohne Oryx und Warzenschwein.

EXTREMadura

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Extrem früh sitzen wir geduscht aber ungefrühstückt auf unseren Rädern. Es ist kurz vor acht und wir wollen uns die Kathedrale anschauen. Dort gibt’s täglich bis auf Sonntags die Möglichkeit, kostenfrei zwischen 8:30 und 9:30 einen Blick hinein zu werfen.

Die Konstruktion der Moschee, in die die Kathedrale eingebaut wurde, ist noch gut zu erkennen. Sehr groß mit sehr vielen Säulen.

Karl der fünfte genehmigte den Umbau. Um später seinen Ärger darüber mit den Worten „Wenn ich gewusst hätte, was ihr (die Baumeister) daraus macht, hätte ich die Änderung nie erlaubt!

Zu spät. Diese Überbauung ist auch schon ziemlich extrem.

Gut, jetzt haben wir das auch gesehen. Wir sind , was Sakralbauten angeht, doch schon ziemlich gesättigt. Wir radeln also bald wieder zum Campingplatz und genießen unser Frühstück.

Für unsere Zeit in der Extremadura haben wir uns eine Wandergegend südöstlich von Cacéres ausgesucht. Für die Strecke dorthin haben wir uns…

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Salmorejo cordobés

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Wir fahren nach Norden. Bald verschwinden die Sonnenblumen und Olivenbäume links und rechts der Straße, riesige Getreidefelder prägen das Bild der hügeligen Landschaft. Unterbrochen wird das Bild plötzlich von dieser AnsichtDavon stand ja gar nichts im Reiseführer. Ein großer Besucherparkplatz lädt zu einem Stop ein. Hm. Das große Tor ist geschlossen.

Wir wurden aber registriert. Kaum haben wir die Türen geöffnet, öffnet sich die große Pforte. Darin ein Mensch in Zivil, der uns sogleich bedeutet : so kommt ihr hier nicht rein, hier kommen viele Gäste aus vielen Ländern rein, aber nur in entsprechender Kleidung. Aber ein Foto darf ich machen. Und eine ziemlich ausführliche Erklärung auf deutsch drückt er und in die Hand.Und tschüß. Kurzfassung : 1968 erschien einigen Mädchen die heiligste Jungfrau von Karmel und später noch anderen Personen. Und deswegen hat die palmarianische Kirche an diesen Ort dieses Kloster gebaut . Jedem seinen Glauben, war…

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Cádiz oder: Der Levante ist an allem schuld

Der Wind peitscht die Sandkörner in unsere Gesichter, als wir vom Campingplatz zum Hafen laufen. Wir haben uns den Platz in El Puerto de Santa Maria ausgesucht, weil man von hier aus mit der Fähre die Bucht queren und nach Cádiz übersetzen kann.

Theorie und Praxis. „No boat today. Too much wind!“, erfahren wir am Ticketschalter. Also fahren wir mit dem Bus. Nicht mit unserem, dem öffentlichen.

Um die Wartezeit zu überbrücken, gönnen wir uns im Straßencafé gegenüber der Bushaltestelle noch zwei Kaffee. Es freut uns immer wieder, dass man hierfür nur etwas mehr als einen Euro bezahlt. Das sind doch andere Preise als daheim.

Eigentlich sollten wir uns beim Levante, dem für die Gegend typischen warmen Ostwind, bedanken. Denn so fahren wir über die Brücke Puenta de la Constitución de 1812, die erst 2015 eingeweiht wurde und eine weitere Verbindung zwischen dem Festland und der Stadt Cádiz darstellt. Sie hat, sagt Tante Wiki, die größte Spannweite aller spanischen Schrägseilbrücken und die drittgrößte von ganz Europa. Das Bild dazu ist von Achim, nicht von mir.

Im Internet hatte ich heute Morgen einen empfohlenen Spaziergang durch Cádiz entdeckt, den wir gern machen wollen.Wir starten auf der Plaza de San Juan de Dios. Früher war er wegen der Nähe zum Hafen das Herz zur Stadt. Waren aus der ganzen Welt wurden hier vertrieben. Heute schmücken ihn ein schöner Brunnen und das Rathaus.

Wir schlendern weiter zum römischen Theater, das zufällig 1980 bei Bauarbeiten entdeckt wurde und mit einer Kapazität von 20 000 Menschen das älteste und größte in Spanien ist. Es wurde auf das 1. Jh. v. Chr. datiert.

In der Kathedrale kaut uns der norddeutsche Sprecher unseres Audioguides zwei Ohren ab. Jedes Detail will er uns erläutern. Wie kommt man eigentlich an diesen Job? DEN WILL ICH AUCH!!

Wir hängen ihn einfach an den Nagel, klettern einen der Türme hinauf und lassen uns den Levante um die Nase pfeifen. Wir halten uns am Geländer fest und genießen die herrliche Aussicht.

Zur Erholung soll es im Straßencafé mal wieder zwei Café con leche geben – aber was ist mit der Milch passiert?! Geronnen. Ich trage beide Tassen umgehend zurück, die Kellner entschuldigen sich freundlich und erklären, dass der Wind daran schuld sei. Beim Levante gerinnt sogar die Milch.

Er hat auch Schuld daran, dass das Castello heute geschlossen ist. Wahrscheinlich ist der Besuch bei dem Wind zu gefährlich. Der Anblick von außen ist aber auch sehr schön.

Entzückt sind wir auch vom Stadtstrand. Was hier fehlt, beim Levante, sind die Strandkörbe.

Wir beenden unseren Stadtbummel -nach fünf Stunden- auf der Plaza de España. Hier wurde im Jahr 1812 die spanische Verfassung unterzeichnet.

Wir sind wind- und laufmüde. Der Bus bringt uns zurück nach El Puerto de Santa Maria und wir lassen uns noch Wein und Fisch schmecken in einem Lokal am Wasser, das wir auf dem Hinweg entdeckt hatten. Wir sitzen drinnen wie alle, denn draußen würden wir fliegende Fische serviert bekommen.

Berenjenas con Miel de Caña

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Heute muss ich Berenjas con Miel de Caña kriegen, sonst sind wir aus Andalusien raus. Sagt meine Eva – und ich kann nichts dafür tun. Hoffentlich gibt es sie irgendwo.

Wir verlassen unseren ziemlich guten Naturista-camping östlich von Malaga und ziehen weiter.

Eine gar nicht mal sooo lange Liste an Points-of-interest haben wir beim Frühstück diskutiert.

Cueva de Nerja Eine tolle Tropfsteinhöhle 35 km östlich gelegen. Falsche Richtung aber … Die muss sensationell sein, die Tropfsteinhöhle mit dem europaweit größten durchgehenden Tropfstein, bei dem sich also Stalagtit und Stalagmit verbunden haben. Daran waren wir bei der Herfahrt vorbeigefahren, können wir ja mit dem Fahrrad hin. Bei der Hitze ? Nö!

Haben wir dann gecancelt, die heutige Strecke ist lang genug.

Carminito del Rey, der Königsweg. Das war ein Tipp unserer Freundin in Amecitó. Ein sensationeller Wanderweg durch Felsen hoch über einer Schlucht. Carminito del Rey hier müsst ihr mal…

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