Archiv der Kategorie: Sieben Wochen durch Spanien (Frühling 2019)

Faule Tage

Ab und zu muss man sich beim Reisen eine Auszeit nehmen. Faul sein. Nichts Neues sehen. Einfach rumhängen. Das machen wir seit gestern. Wach werden, einen Blick aufs Meer werfen, den Wellen lauschen. Dann frühstücken. Draußen natürlich. Deutsch. So ein spanisches Frühstück wäre wie ein Italienisches oder Französisches. Och, nö. Wir haben frisches Baguette, den berühmten Jamón, Salami, Käse, Saft, Tomaten, Orangen, Marmelade. Und Filterkaffee mit aufgeschäumter Milch. Und die SZ online.

Ansonsten wechseln wir ab zwischen Strand und Buch, Schatten und Buch, Schatten und Backgammon, Pool und Schwimmen.

Wenn dann endlich Apéritifzeit ist, gibt es Apéritif. Zur Zeit trinke ich am liebsten eisgekühlten spanischen Sekt mit kleinen Melonenstückchen drin. Sozusagen eine Sangria Royale.

Heute Abend wird gegrillt, Lendchen vom Iberico-Schwein. Gelesen, gespielt und beschlossen: Morgen ziehen wir weiter.

 

 

 

 

Costa del Sol

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Unseren letzten Abend in Granada nutzen wir für einen Spaziergang durch die alten Stadtviertel Albaicin und Sacromonte.

Albaicin ist der älteste Teil Granadas an einem Bergrücken mit vielen pittoresken Gassen und einem herrlichen Blick auf die Alhambra. Insbesondere am Abend ist der Mirador de San Nicolás ein begehrter Aussichtspunkt auf die Alhambra.

Ganz anders ist das nebenan, etwas abseits gelegene Viertel Sacromonte. Es ist das Viertel der Flamencoschulen und den dazugehörigen Aufführungsorten.

Hier gibt es noch viele Höhlenwohnungen, die besonders von der alternativen Szene gerne genutzt werden.

Über die kurvenreiche A-4050, die offensichtlich (und verständlicherweise) hauptsächlich von Motorradfahrern genutzt wird, fahren wir Richtung Mittelmeer.

Einmal kommen wir an einem Waldstück vorbei, in dem Harz gewonnen wird. Wozu auch immer …

Nach nur 100 km über die Sierra de Tedejo erreichen wir unser nächstes, auch sehr spanisches Etappenziel. Die Costa del Sol.

Gleich der erste Küstenort, Almuñécar, bestätigt uns…

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Granada: In der Alhambra

Dieser Tag beginnt bereits um Mitternacht. Denn ich habe im Internet gelesen, dass dies eine Methode sei, doch noch an Karten für die Alhambra zu kommen. Man loggt sich um Mitternacht ein, wenn die stornierten Tickets für den kommenden Tag ins System eingespeist werden. Und siehe da, es klappt! Nach einigem Formularwirrwarr ergattere ich tatsächlich Tickets – und kann vor lauter Aufregung dann erstmal ewig nicht mehr einschlafen (es ist jetzt 1.23 Uhr).

Die Alhambra ist eine trutzige Burganlage, an der viele Herrscher im Laufe der Jahrhunderte gebaut haben. Die Mauren haben hier sehr, sehr viel Geld gelassen, um prächtigste, prunkvollste Paläste und Gärten zu bauen bzw. anzulegen. Kaiser Karl baute im 15. Jh. ebenfalls einen Palast in der Alhambra. Irgendwann kam auch Napoleon, seine Soldaten sprengten Teile der Anlage, sie geriet in Vergessenheit, wurde restauriert und ist heute einer der schönsten islamischen Bauten Europas mit Millionen von Besuchern.

Ihren wirklichen Reiz entwickelt die Anlage in ihrem Inneren. Die Gärten sind voller Rosenbeete, Granatapfelbäumen, Brunnen, Wasserspielen. Aber interessanterweise entdecke ich auch Holunder und Linden, in voller Blüte, einer meiner Lieblingsdüfte. Die Hecken wurden zum Teil sehr kunstvoll geschnitten, hier ist ihre Silhouette der Burganlage nachempfunden.

Immer wieder bieten sich beim Gang durch die Gärten wunderbare Aus- und Durchblicke auf Granada und die Burg selbst.

Nach knapp vier Stunden brauchen wir erstmal eine Pause. In der Altstadt wird die gute Tradition der „cañas con tapas“ noch gelebt: du bestellst dir ein kleines Glas Bier und bekommst gratis eine kleine Köstlichkeit dazu. Das können kleine belegte Brote, ein paar Oliven oder ein paar Chips sein. Sehr lecker. Kann müden Alhambrawanderern das Abendessen ersetzen.

Um 22 Uhr sind wir wieder zur Stelle, denn wir haben Tickets für die Abendbesichtigung des Palastes. Eine zauberische Stimmung liegt jetzt über der Anlage. Viele hundert Gäste sind mit uns hier, alle flüstern nur und genießen die intensive Wirkung der kunstvollen Wandschnitzereien, der luftigen Deckenverzierungen und Wasserspiele in der schummerigen Beleuchtung.

Irgendwo habe ich gelesen, dass die Alhambra heute eine Liebeserklärung der Europäer an den Orient ist. Sie ist auf jeden Fall ein Sehnsuchtsort für jeden, der Marrakesch, Essaouira und Co liebt.

Almocita und die Alpujarra

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Ohne es bemerkt zu haben – wir sind bereits in Andalusien. Natürlich sind uns die weißen Bergdörfer aufgefallen. Sie begleiten uns seit wir die Küste verlassen haben und in die Alpujarra gekommen sind. Dies ist ein langgezogenes Tal parallel zum Hauptkamm der Sierra Nevada.

Auch „unser“ Dorf liegt in diesem Tal. Alle Häuser sind weiß, nur die die Kirche nicht. Almocita ist mit ca 120 Bewohner klein und schnell angeschaut. Den Bewohnern scheint weiß zu einsilbig zu sein, viele bemalte Wände zeigen schöne und nachdenkliche Themen.

Mit unseren Freunden gehen wir noch etwas geocachen, macht ihnen sichtlich Spaß.

Wir folgen dem Tal, kommen bald durch Dörfer auf über 1000m Höhe. Hier beginnt der Wandertourismus. In jedem Dorf gibt’s ein, zwei Hotels und kleinere Unterkünfte. Auch in der Vorsaison sind schon einige Wanderer unterwegs.

Uns zieht’s nach Trevelez, es ist ein größeres Dorf mit einigen Hotels auf 1500m, eine der höchstgelegenen…

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Murcia und die Costa de Almería

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Die Universitätsstadt Murcia liegt genau auf unserem Weg zur Costa de Almería, an der eine 70 Kilometer lange und in unserer Karte als sehr sehenswert markierte Strecke nach Süden führt.

Die Stadt haben wir nach ca 35 km schnell erreicht. Einen Parkplatz für unseren Camper zu finden dauert allerdings länger …. Die Parkplätze an den Durchgangsstraßen sind schon nicht zahlreich, dafür natürlich belegt. Die kleineren Straßen sind sowieso parkplatzfrei.

Parkhäuser gibt es recht zahlreich. Wir sind aber über 2m50 hoch, da geht nix.

Durch die Stadt fliesst der Sangonera, dem kanalähnlichen Bett zufolge zu bestimmten ein großer Fluss. Sehr schön anzusehen sind die Jacarandabäume an der Flusspromenade. Parkplätze gibt es hier allerdings auch nicht.

2 Kilometer östlich der City gibt es dann den Touristenbusabstellplatz, da passen wir auch noch prima hin. Nach dem kleinen Spaziergang ohne großartige Bauten ins Zentrum stehen wir dann fast unerwartet vor der beeindruckenden Kathedrale…

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Vom Meer in die Berge

So gut es uns auch im Ebrodelta mit seiner außergewöhnlichen Landschaft gefallen hat, heute zieht es uns weiter in die Berge. Auf der Autobahn, zu der es hier zunächst keine Alternative gibt, überlegen wir, ob wir als Zwischenstopp lieber nach Burriana oder nach Valencia fahren. Burriana punktet mit dem europaweit einzigen Orangen-Museum, Valencia mit einer sehr schönen Altstadt und einigen interessanten modernen Szenevierteln. Wir entscheiden uns für Burriana, da uns der Aufwand, in die Großstadt zu fahren, nur um einen kleinen Bummel zu machen und einen Kaffee zu trinken, zu hoch erscheint. Und Lust, länger in der Stadt zu bleiben, haben wir beide nicht. Gut, dass wir uns vorher im Internet vergewissern: das Museum in Burriana ist vorübergehend geschlossen. Schade. Was sie uns dort wohl gezeigt und erzählt hätten? Ich schäle uns stattdessen eine Orange und wir trinken einen Kaffee im hübschen Chiva.

Danach steigt die Straße an, Felsen und Schluchten wechseln sich ab.

Gegen vier erreichen wir das mittelalterliche Städtchen Bocairent. Schlechte Uhrzeit, um einen solchen Ort zu besichtigen. Hier machen nicht nur die Läden sondern auch die Cafés Siesta bis fünf.

Wer auf hat, ist die Stierkampfarena. Geplant wäre ich nicht dorthin gegangen. So aber stolpern wir quasi über sie und dürfen uns für 1,50 Euro Eintritt die Stallungen der Stiere, die Kapelle und die Arena anschauen. Als ich später im Internet nachschauen will, ob der Stierkampf in Spanien immer noch erlaubt ist (er ist), stoße ich auf eine sehr treffende Definition bei Wikipedia: „Als Stierkampf bezeichnet man die rituelle Tötung eines Kampfstieres mittels Stichwunden zur Erbauung einer dafür zahlenden Zuschauergruppe.“

Zwischendurch mag ich Tage wie diesen, sie bieten keine allzu großen Reize, so dass man einfach mal abschalten kann. Wenn ein Highlight das nächste jagt, wird es einem leicht zu viel. Wenn der Tag aber vor sich hinplätschert, wird der Kopf frei und es gibt wieder Platz für neue Eindrücke. Am späten Nachmittag fängt es an zu regnen. Wie gelassen man da sein kann, wenn man nicht mit dem Zelt unterwegs ist.

An unserem Ziel hätte ich allerdings etwas mehr Gelassenheit gebrauchen können. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mit meiner Enttäuschung klar kam. Unsere Campingplatz- App (ACSI) hatte den heutigen Stellplatz als „kleines Juwel im Hinterland mit Thermalbecken“ gelobt. Was wir antrafen, war ein kleines Disneyland, von Natur nichts zu spüren und das Bad macht um 19.30 Uhr zu (wir waren um 19.15 Uhr da) und um 10 Uhr auf. Super. Grummel. Mecker. Ommmmmmmm.

Salinas de la Trinidad

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Ein schönes Frühstück ist immer ein idealer Einstieg in den Tag.

Das Brot, ein Baguette, ist oberköstlich, knackig und geschmackvoll. Dazu ein gekochtes Ei, spanischer Schinken und zur Feier des Tages mal wieder Eichsfelder Mettwurst. Reichlich Milchkaffee. Und mit am Tisch die beste Frau aller Frauen .

Ganz im Westen des Ebrodeltas ist eine große Saline und ein noch größeres Naturschutzgebiet, da wollen wir heute mit den Rädern hin. Das ist nicht weit. Aber…

Die 10 km gehen ausschließlich auf Sandpiste und wir haben kräftig Südwind. Das kostet irgendwie Kraft.

Anfangs haben wir links und rechts noch etwas Besuchs, damit ist dann nach einigen Kilometern Schluss, Sand, Sand und Sand. Und am Horizont das Meer. Auf dem Binnenwasser stehen vereinzelt Flamingos, darüber segeln die Löwen. Und auf die gesamte Szenerie knallt die Sonne.

Herrlich.

Na gut, auf den Wind könnten wir leicht verzichten.

Immer wieder bieten sich schöne Aussichten über…

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Hausputz, Schüsse und Flamingos

Wir sind jetzt zwei Wochen unterwegs. Zeit, mal zu waschen und zu putzen. Wir räumen zwar jeden Morgen alles auf und legen jedes Teil an den ihm bestimmten Platz, weil es sonst auf acht Quadratmetern zu zweit schnell sehr chaotisch würde. Auch betreten wir den Bus nicht mit Straßenschuhen. Aber trotzdem ist mal Bad putzen, fegen und Betten neu beziehen angesagt. Außerdem ist schon einiges an Schmutzwäsche zusammengekommen in den 14 Tagen. Jeder gute Campingplatz bietet heutzutage den Service von Waschmaschinen an. Vor dem Frühstück schmeißen wir Wäsche und fünf Euro rein, spannen eine lange Wäscheleine und bald schon flattert die saubere Wäsche im Wind.

Den Staubsauger haben wir übrigens gleich entsorgt und im Laden ganz klassisch Handfeger und Kehrblech erstanden. Denn die Teppiche lassen sich ganz einfach ausklopfen, der Boden kehren und der Staubsauger ärgert nur, weil er überhaupt keine Leistung bringt. Weg damit also. Wir haben im Bus keinen Platz für überflüssiges Zeug.

Und dann fahren wir mit den Rädern ins Delta. Aus dem Campingplatz raus, zwei Minuten über die größere Straße, auf der wir gestern angereist sind, links abbiegen und schon steht man zwischen Reisfeldern und Wasserarmen, auf denen sich kleine und große Vögel tummeln.

Mit Schussanlagen und flatternden Fahnen schützen die Bauern ihre Reisfelder vor den Vögeln. Ich hatte mich in der Nacht schon über diese Geräusche gewundert. Im Laufe unserer Radtour wurde uns dann klar, was wir da die ganze Zeit hören.

Wir müssen gar nicht weit fahren, da sehen wir schon die ersten Flamingos. Wir wussten, dass hier große Populationen leben, aber waren uns nicht sicher, ob wir sie auch wirklich erspähen könnten. Doch, wir konnten und wir freuen uns, die schönen Vögel in Ruhe durchs Fernglas beobachten zu können.

Nach kurzer Zeit sehen wir einen Wegweiser zu einem Informationszentrum. Wir zahlen acht Euro Eintritt und sind mitten im Geschehen. Um uns herum Versuchsfelder für den Salzanbau, ein Aussichtsturm mit 360 Grad-Blick, ein Pavillon, in dem ein Film über das Ebrodelta gezeigt wird, Fischerboote mit langen Holzstangen zum Staken („Sie können das gern ausprobieren!“, meinte die junge Frau an der Kasse.)

Hat nicht wirklich geklappt, denn gegen die Strömung kamen wir nicht an und drehten uns eher im Kreise.

Besser ging’s dann schon mit dem katalanischen Kegeln. Ich habe 3 : 2 gewonnen.

Die Natur ruft

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Nach drei Tagen Großstadt mit viel Kultur und phantastischen Eindrücken zieht es uns weiter. Ganz sicher gibt es noch eine Menge zu entdecken in Barcelona. Den Hafen, den Olympiaberg Montjuïc … Allerdings wollen wir ja noch andere Regionen kennenlernen.

Es ist Samstag. Erstaunlich schnell kommen wir durch die Stadt, weiter nach Süden, vorbei am beeindruckenden Cementiri del Süd-Oest, einem alten Friedhof am Südhang des Montjuïc. Wir kommen bestimmt noch einmal wieder.

Zwanzig, dreißig Kilometer hinter Barcelona steigt das Massif de Garraf aus dem Meer, die Küstenstraße wird für weitere zwanzig Kilometer zur Bergstrecke.

In Sitges legen wir am Meer eine Kaffeepause ein , fühlt sich heute eher wie Nordsee an. Ins Wasser gehen nur die Wellenreiter mit ihren Neoprenanzügen. Aber die Sonne lacht !

Im folgenden ist die Küstenstraße sehr gut ausgebaut. Und mautfrei! Und das Navi meldet für die nächsten 70 Kilometer kreuzungsfreien Verkehr, Ortsdurchfahrten in Spanien sind…

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Regentag – Museumstag

Schon in der Nacht beginnt es, wie vorhergesagt, zu regnen. Bei schönem Wetter wären wir heute ins Ebrodelta weitergefahren. So aber beschließen wir, Herrn Picasso einen Besuch abzustatten, uns die Fotos von August Sander, die im Palau de la Virreina an der Rambla ausgestellt sind, anzuschauen und in einer der Markthallen ein paar katalanische Spezialitäten fürs Abendessen einzukaufen.

Aber erstmal wach werden, frühstücken und bloggen.

Gegen Mittag sind wir startklar und machen uns auf den Weg in die Stadt.

August Sander (1876 – 1964) gilt als einer der wichtigsten Photographen des 20. Jahrhunderts – und ich habe mich mit seinen Bildern absolut unwohl gefühlt. Mit seinem hier ausgestellten Mammutwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ wollte er Fotogeschichte schreiben.

Über Jahrzehnte hinweg trug der Photograph zahllose Porträts von Menschen unterschiedlichster Gesellschaftsschichten und Berufsgruppen zusammen, wobei die Grundeinteilung Der Bauer, Der Handwerker, Die Frau, Die Stände, Die Künstler, Die Großstadt und Die letzten Menschen stets unverändert blieb. Er wollte mit seinen Bildern zeigen, dass die Physiognomie von Menschen gleichen Standes sich ähnelt und ein Bauer auch ohne Zubehör wie Land, Tier, Gerätschaft als solcher erkennbar ist. Nun, ich frage mich, wozu? Ich mag diesen Gedankenansatz nicht und die Bilder finde ich, pardon, langweilig. Sie erzählen keine Geschichten, ziehen mich nicht in ihren Bann.

Als ich dann in einer Vitrine eine Ausgabe der Schweizer Kulturzeitschrift „Du“ mit dem Titel „August Sander fotografiert: Deutsche Menschen“ sehe und im nächsten Ausstellungsraum unter dem Titel „Die letzten Menschen“ Behinderte gezeigt werden, reicht es mir vollends.

Später im Café gibt das Internet uns widersprüchliche Informationen: die einen sehen Sanders Ansatz wie ich in der Nähe nationalsozialistischen Gedankenguts. Eine andere Quelle berichtet, dass er zwar kein Berufsverbot hatte, die Nazis aber Teile seiner Werke beschlagnahmt haben.

Wie freue ich mich, dass im selben Haus noch eine andere Ausstellung gezeigt wird: „Womankind“ der Peruanerin Maria Maria Acha-Kutscher. Auch von ihr können wir ein Langzeitprojekt betrachten. Ein Jahr lang fotografierte sie jeden Tag eine Frau, so dass nun 365 kleine Fotos wie in einem Bilderbuch zu betrachten sind. Das ist spannend.

Nach so viel Kunst (und Aufregung über Kunst) brauchen wir erstmal einen Cafe con leche und ein bisschen Kuchen. Doch dann geht es tapfer weiter. Barcelona ohne das Picasso-Museum geht ja schließlich nicht, oder? Geht doch! Als wir nämlich die lange Schlange vorm Eingang sehen, machen wir auf dem Absatz kehrt, denn nur einmal umdrehen und zehn Schritte in die nächste Gasse rein, haben wir das wunderbare MEAM entdeckt, das Museu Europeu d‘ Art Modern.


Diesmal sind wir wirklich begeistert. Zeitgenössische KünstlerInnen zeigen ihre Bilder und Skulturen in einem herrlichen Palast aus dem 18. Jahrhundert. Die gesamte Atmosphäre ist spannend, anregend und lädt zum Verweien ein. Sorry, Picasso, wir treffen uns bestimmt nächstes Mal!