Archiv der Kategorie: Sieben Wochen durch Spanien (Frühling 2019)

Gaudí, Gaudí, Gaudí, Nuria

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Gestern haben wir uns Barcelona erwandert, heute sind wir ganz auf die Bauwerke Gaudís konzentriert. Die Fahrt mit dem Zug von Campingplatz in El Masnou in die Stadt ist kurz, bietet aber auch hin und wieder verlockende Sichten aufs Meer und auch mal auf Industriekunst, allerdings nicht von Gaudí.

Erster Anlaufpunkt ist der Parc Güell, ein von Gaudí geplanter Wohnpark, der von der Bevölkerung allerdings nicht angenommen wurde. Heute gehört der im Norden der Stadt auf Hügeln errichtete Park zum UNESCO Kuturerbe. Der Blick auf Barcelona ist herrlich, die Natur darf sich weitgehend ausbreiten und es gibt neben dem Wohnhaus des Architekten noch einige phantasievoll Viadukte, unter denen heutzutage zum Beispiele Musiker und Tänzer ihre Kunst zeigen.

An der Kasse des Wohnhauses erstehen wir noch Eintrittskarten für die Sagrada Familia. Geht ja!

Im Haus sind in erster Linie von Gaudí gestaltete Möbel ausgestellt. Aber schön, insbesondere mit dem Blick über…

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Barcelona, überwältigt

Am Ende des Tages sitzen wir in einer Tapas-Bar nahe der Sagrada Famiglia. Müde, erschöpft. Das ist normal, wenn man stundenlang durch eine Großstadt gelaufen ist. Nicht normal ist, dass wir beide zwar sehr beeindruckt sind, von dem Gesehenen, aber die ganze Pracht uns (noch) nicht wirklich berührt hat.

Am späten Vormittag sind wir mit dem Zug ins Zentrum gefahren. Wir hatten uns nicht groß auf den Besuch der katalanischen Hauptstadt vorbereitet, so dass wir uns von der Plaça Catalunya durch die Altstadt treiben ließen.

Die Kathedrale La Seu ist ein eben solches Prachtstück wie der Regierungspalast und das Rathaus an der Plaça Jaume. Aus der Reihe tanzt der fantasievoll gestaltete Musikpalast im üppigen katalanischen Jugendstil. Statt einer Führung kaufen wir uns Eintrittskarten für das Internationale Poesiefestival morgen Abend, bei dem wir auch in den großen Prunksaal gelangen.

Nicht nur die Markthallen, die wir passieren, auch die zahlreichen Bäckereien laden zum Probieren spanischer und internationaler Leckereien ein: Croissants mit Marzipan gefüllt, Pasteis de nata, Arrancini…

Auffallend viele hippe Läden sind in den schmalen Gassen mit den hohen Häuserzeilen zu finden, wir sind hier nicht die einzigen Touristen, dass es in der Hochsaison auch mal unangenehm eng sein kann, glaube ich gern. Aber warum die Barcelonesen seit einiger Zeit Touristen gegenüber so negativ eingestellt sind, verstehe ich nicht.

Nach dem historischen Zentrum machen wir uns über die Ramblas vorbei an weiteren architektonischen Highlights auf zu einer DER Sehenswürdigkeiten Barcelonas schlechthin, der Sagrada Familia, von Gaudi entworfen, von Millionen Besuchern Jahr für Jahr besichtigt. Schade, dass wir keine Möglichkeit haben, sie von innen zu besichtigen. Trotz der Nebensaison gibt es keine Tickets mehr. Für morgen gäbe es im regulären Online-Verkauf noch ein einziges um 19.15 Uhr.

Nachdem wir uns bei leckeren Tapas am Abend erholt haben, denke ich, dass die Chancen auf eine gute Freundschaft zwischen dieser Stadt und mir doch gar nicht so schlecht sind.

Púbol, Girona, El Masnou oder Ein Highlight folgt dem Nächsten

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Was für ein ereignisreicher Tag. Eigentlich wollen wir ja nur von unserem Campingplatz bei Figueres, der Dalì-Stadt, nach Barcelona fahren. Sind nur 133 Kilometer und wir fahren ja nicht mit dem Fahrrad sondern mit unserem WoMo.

Das Frühstück unter spanischer Sonne, ohne diesen starken Wind … so fängt ein Tag perfekt an.

Noch den Abwasch gemacht, die Räder hinten drauf und das ganze Zeug, was man so auspackt, wieder verstaut. Schon ganz weitergehen. So liebe ich das Reisen 🙄.Nicht weit entfernt, eine gute halbe Stunde über kleine Straßen, liegt :

Wir sind noch im Dali-Fieber. Und hier in diesem winzigen Dorf hat Dali seiner Gala ein Schösschen gekauft und sehr schön eingerichtet. Seine Frau lebte dann auch hier. Besuche musste Dali schriftlich anmelden…

Eine Schloßbesichtigung in Bildern :

Es hat sich nicht viel verändert.

Nach dem Tod seiner Frau 1982 zog Dali selbst in das Schloß. Gerne empfing er Gäste…

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Dali, die zweite

Auch der heutige Tag steht im Zeichen des Radelns zu Dali. Aber: diesmal gibt es einen Berg zwischen uns und dem Propheten. Ohne mein E-Bike hätte ich die heutige Tour nicht geschafft. Das ist sicher. Zu Beginn fahren wir die gleiche Strecke wie gestern, eben, durch Wiesen und Felder, der Wind hat zum Glück nachgelassen.

Achim ist es wieder einmal gelungen, kleine feine Radlwege zu finden, auf denen wir entspannt dahin gleiten können. Nach etwa 17 Kilometern sagt mein Liebster lakonisch: „Jetzt haben wir die Hälfte der Strecke, flach, hinter uns.“ Ich erinnere mich, dass er gestern von einer Bergtour sprach. Ups. Ich sehe die Berge, die uns von Port Lligat, wo Dalis Haus steht, trennen. Eindrucksvoll. Hinterher erfahre ich, dass wir 280 Höhenmeter einfach auf einer Strecke von acht Kilometern hin und fünf Kilometern zurück gefahren sind.

Ich kenne solche Strecke vom Motorradfahren und fand sie damals schon aufregend. Dass ich so etwas jemals mit dem Rad fahren würde, hätte ich nie gedacht. Für Achim war es auch heftig, aber er fährt solche Strecken ja öfters. Mir klopfte das Herz, vor allem beim Runterfahren. 40 kmh. Schneller habe ich mich nicht getraut, aber das ist ja auch mehr als genug.

Das war EINER der Höhepunkte des heutigen Tages. Als wir von oben Cadaqués sehen, ahnen wir, dass noch so viel mehr Schönes auf uns zukommen wird. In unserem Reiseführer wird Cadaqués als „schönster Ort an der Costa Brava“ gelobt. Mir fehlen die Vergleiche, aber es ist wundervoll hier. Die Nachmittagssonne taucht alles in ein warmes Licht, das blaue Meer verlockt zum Bad, aber dafür ist es doch noch zu kalt.

Den Kaffee hier wird es erst auf der Rückfahrt geben. Wir müssen spätestens um zwei an Dalis Haus sein, denn wir haben unser Zeitfenster wieder online gebucht.

Und dann haut es uns um. Der Künstler und seine Frau haben sich in den mehr als 50 Jahren, in denen sie gemeinsam in diesem Haus lebten, ein kleines Paradies geschaffen. Sie kauften von den Fischern vor Ort mehrere kleine Häuser, renovierten und gestalteten sie. Atemberaubend.

Im Inneren findet sich so manche Verrücktheit, Exaltiertheit, immer wieder gibt es etwas zu bestaunen.

Es macht eine solche Freude, all diese Extravaganten zu bestaunen. Und ja, so würde ich auch gern wohnen. Mit diesem Pool, mit diesen lichtdurchfluteten Räumen, mit dem Olivenhain und vor allem: dieser wundervollen Aussicht.

Ein Besuch bei Salvador Dali

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Kaum sind wir in Spanien angekommen gibt es schon richtig was zu sehen. Richtig, die Costa Brava mit herrlichem Sandstrand zum Beispiel.

Die Kleinstadt Figueres ist ganz nett, beherbergt aber eines der meistbesuchten Museen Spaniens (steht jedenfalls so im Reiseführer). Und in der Tat – für das Teatro Museo Salvador Dali sollte man sich im Vorraus ein Onlineticket besorgen. Es werden Zeitfenster für den Eintritt vergeben, damit gibt es keine ewigen Wartezeiten. Sogar heute, in der Vorsaison, gibt’s nur noch zu einigen Terminen Karten.

Figures ist Geburts- und Sterbeort des großen Surrealisten. Das Alte Theater der Stadt hat er Anfang der siebziger Jahre als Museum und „seinen Tempel“ umbauen lassen. Und dieses Teatro Museo wollen wir unbedingt sehen.

Unser Wohnmobil steht am Meer, 14 Kilometer Luftlinie von Figueres entfernt. Das ist doch eine schöne Entfernung fürs Fahrrad ☺. Meine Karte zeigt zwar schöne Wirtschaftswege, ich weiss aber nichts über die…

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Benvingt à Catalan

Kurz vor Perpignan erhaschen wir zum ersten Mal auf dieser Reise einen Blick aufs Meer und ein Straßenschild heißt uns in Katalanien willkommen: “ Benvingt à Catalan“. Wir sind im Süden angekommen. Statt Nussöl wird jetzt Olivenöl am Straßenrand angeboten. Ginster, Zypressen und vereinzelt Kakteen säumen die Wege.

Gegen 16 Uhr passieren wir die spanische Grenze und eine knappe Stunde später sitzen wir beim Apéritif unter spanischer Sonne.

Der Tag hatte wunderbar begonnen: Achim konnte schlafen, bis er um halb neun vom Wasserkessel geweckt wurde, ich zog mir um kurz vor sieben die Laufschuhe an, die ich eine halbe Stunde später gegen den Badeanzug tauschte. Dieser Campingplatz hatte einen BEHEIZTEN POOL! Zum Frühstück gab es Baguette und petit pain au chocolat. Hach.

Dann habe ich (mit Achims Unterstützung) den Bus rückwärts aus unserem Stellplatz manövriert und ihn die nächsten 160 Kilometer durch die Cevennen und später entlang der Pyrenäen über kleine Sträßchen durch malerische Dörfer kutschiert. Wir versuchen ja gerade, ohne Navi zu navigieren, das sorgt dann kurzfristig immer mal wieder für Aufregung, wenn die Beschilderung anders ist als erwartet oder auch mal eine Straße gesperrt ist.

Es ist Weingegend. Stundenlang. Mittag machen wir Pause in Colombières am Canal du Midi. Erinnerungen werden wach, denn vor ein paar Jahren sind wir entlang des Canal du Midi von Agde nach Carcassonne geradelt – also auch genau hier vorbeigekommen.

Am Campingplatz kommen wir gegen halb sieben an. Strom anschließen, die Knöpfchen für die 12 Volt-Batterie, das Wasser und den Kühlschrank drücken und ab an den Strand. Hallo, Meer!

Wieder auf dem Weg nach Süden

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Ein strahlend blauer Himmel zeigt sich uns als wir von unserm Werkstattübernachtungsplatz nach Süden schauen.Sehr schön! Obwohl die Gegend nördlich von Grenoble sehr viel zu bieten hat, brechen wir auf. Spanien ist ja das Ziel. Wir folgen der Isère .In Grenoble wird sie von einem Berg zu einem großen Bogen gezwungen, erst ein Stück nach Norden, dann nach Westen. Wir folgen dem Fluss.

Links und rechts der Straße sind nun große Baumplantagen. Die Bäume sind noch ziemlich kahl und so können wir nicht genau sagen, was da kultiviert wächst.Immer wieder entdecken wir dann an meist kleinen Höfen Schilder. Die kurze Information darauf ist immer gleich. „Huile. Noix.“ Oder „Huile de noix“. Nussbäume also.

Walnüsse. Wir kaufen natürlich an einem kleinen Hof ein. Es wird ein stolzer Preis für das Öl verlangt – und bezahlt. Weiter südlich, in Montelimar, soll es das beste Nougat geben. Hm, kommen wir leider…

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Ein verregneter Tag in Savoien

Wenn einer eine Reise tut…😂

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Es war ein wunderbarer Abend in Annecy. Die Stadt strahlt soviel Entspanntheit aus, da könnten wir doch noch einen Tag bleiben ?!

Nein, leichter Regen am Morgen und ein Blick auf die Wettervorhersage erleichtern uns den Abschied von der Hauptstadt des Departement Haute-Savoie. Außerdem wollen wir ja nach Spanien…

Links und rechts Berge, ab und zu ein kleiner oder auch größerer See, eine schöne, große Burganlage.

Über Chambery fahren wir südlich Richtung Grenoble. Hin und wieder zeigt sich das Massif Les Rousses, der höchste Gipfel ist knapp 3500m hoch. Und dahinter versteckt sich Alpe-d’Huez, da schlägt dem Radfahrer doch das Herz gleich schneller. Also, ich fahr da mal mit dem Mopped hoch😊.

Die Gegend ist herrlich. Mittlerweile ist es auch eher trocken, da lohnt sich doch mal ein Stop.

Ein Stop mit Folgen denn unser Bus mag nicht mehr anspringen. Die schon von Anfang an schwache Lichtmaschine hat nun wohl…

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Viele erste Male und ein Wiedersehen

In den vergangenen zwei Tagen hatte ich viele erste Male: ich habe zum ersten Mal einen LKW überholt, bin zum ersten Mal eine Kehre gefahren, bin das erste Mal durch eine Baustelle gefahren und habe mich auf einem Rastplatz erstmalig auf einen LKW-Platz gestellt. Mit dem Bus.

Daheim hatten wir in Eching bereits auf den Parkplätzen geübt, auf denen ich auch Motorrad fahren gelernt habe. Das hatte mir schon gezeigt, dass es keine Zauberei ist, den Bus zu fahren. Aber bei einer Breite von etwas mehr als zwei Metern und einer Länge von 5,60m ist doch einiges zu beachten, etwa, dass man nach dem Überholen eines Lastwagens deutlich später wieder rechts einscheren kann als mit dem gewohnten PKW. Wieviel später? Zähle die Sekunden, die du brauchst, um an ihm vorbeizufahren. Ebenso lange zählst du, ehe Du wieder nach rechts ziehst. Oder: wenn du die Räder, die hinten auf dem Ständer sind, nicht abrasieren willst, wenn Du von einer Straße rechts abbiegst, musst Du ein bisschen mehr ausholen, als Du es normalerweise tust. Hat alles gut geklappt und wenn ich den Bus jetzt täglich fahre, wird er mir schnell vertraut sein.

Unser nächstes Ziel ist Annecy, südlich von Genf. Hier wollen wir uns mit Caro treffen, die letztes Jahr gemeinsam mit mir drei Wochen im Kinderheim in Nepal war. Bern, Lausanne, Genf, nach 300 Kilometern sind wir im französischen Annecy.

Es ist erst halb eins, so dass wir uns alle Zeit der Welt am Campingplatz Belvedère oberhalb des Sees lassen können. Die Sonne scheint, also Campingmöbel raus, Kaffee kochen, Mittagessen.

Danach geht es runter an den Lac d’Annecy, der mit seinen vielen Booten, bunten Blumenbeeten, einem großen Park mit riesigen alten Bäumen und vielen Flaneuren ein entspanntes Ambiente bietet. Wir bummeln mit und ruhen uns auf einer Bank noch eine Weile aus, bis es Zeit um Treffen mit Caro ist.

Wie schön ist es, wenn man sich nach einem Jahr wiedersieht und die alte Vertrautheit in kurzer Zeit wieder da ist. Caro und Greg zeigen uns als erstes die Altstadt. Wir bummeln durch enge Gassen, unter Arkaden uralter Häuser, landen auf kleinen Brücken, die schmale Kanäle überspannen. Annecy wird auch das Venedig Savoyens genannt.

Beim Abendessen probieren wir die regionalen Köstlickeiten: einen Nusswein zum Apéritif, Raclette und Tartiflette, einen vorzüglichen Kartoffelauflauf, der mit Reblochon, dem hiesigen vollmundigen Käse, zubereitet wird. Und zum Digestif (he, wir sind in Frankreich, da macht man das so!) gibt es noch den Genepi, einen Schnaps aus Beifuß.

Zu Fuß bummeln wir nach dem Abendessen durch die illuminierte Altstadt, weil es schön ist und weil man dabei zwei Kalorien und 0,0002 Promille verliert.

Ein kleiner Gefallen 😁

Auf großer Fahrt! Zwei Monate Spanien mit unserem neuen alten Bus liegen vor uns. Mein liebster Mann Achim und ich werden uns mit dem Bloggen abwechseln. Unseren Start in diese spannende Reise beschreibt Achim.

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„Duhu ?“Es ist Anfang Mai, die morgendliche Temperatur beträgt vier Grad. Eva kuschelt sich an mich und sagt „Duhu ? Würdest Du mir einen Gefallen tun ?“Sie sagt es so liebenswürdig. Kann ich da nein sagen?“Duhu ? Fahren wir gleich nach Spanien? “ Ich kann generell nur schwer Nein sagen, wir sitzen also vier Stunden später in unserem Bus und begeben uns auf große Fahrt.Ich habe schnell die Route aufgeschrieben. Es müsste doch auch im Zeitalter der Handys und Navis möglich sein, den Weg mit einfachem Spickzettel zu finden.Die heutige Strecke ist ja auch einfach. Man denke sich eine Linie zwischen Freising und Barcelona und hangele sich daran entlang.Das Wohnmobil ist kein Rennauto und so geht’s zielgerichtet aber gemütlich zumeist über Autobahnen durchs Allgäu, am Bodensee vorbei ins Appenzeller Land Richtung Zürich. Hier hat unser fahrendes Zelt ab und zu schon ganz gut zu kämpfen. Der Weg ist das…

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