Archiv der Kategorie: Nepal (Winter 2018)

Als Volontärin im Rainbow Children Home, Pokhara

Freuden des Touristenlebens 3: 24 hrs. Fress Fish

Dieser Aufforderung, 24 Stunden lang frischen Fisch zu essen, bin ich umgehend nachgekommen (die fehlenden 22 muss ich bei meinen nächsten Besuchen einbringen).

Mein freier Tag begann heute mit einem gemütlichen Lesestündchen im Schlafsack. Seine Fortsetzung fand es eine Weile später bei meinem Kaffeemann. Eigentlich wollte ich dann am See frühstücken. Da mir aber klar war, dass der direkte Bus zum Begnassee nicht allzu häufig fahren würde, erkundigte ich mich am Busstand vorsorglich nach der Abfahrtszeit. Der Junge, der mir gerade Apfelteigtaschen angeboten hatte, kannte sich aus: „This bus in five minutes!“ Zum Frühstück gab es also eine Apfeltasche im Bus.

Für die einstündige Fahrt an den rund 15 Kilometer entfernten Begnassee zahlte ich 50 Rupien, also etwa 40 Cent (liest jemand vom MVV hier mit??). Unzählige Male rief der Beifahrer unser Ziel den Fußgängern am Straßenrand zu : „Begnas! Begnas!“ Wie so oft in den letzten Tagen ist es diesig und kühl. Etliche Menschen haben deshalb ein kleines Lagerfeuer entfacht, um sich ein wenig aufzuwärmen. Die Palmen und Bananenstauden wirken bei diesen Temperaturen irgendwie deplatziert. Kühe klauben Essbares vom Straßenrand auf. Stehen sie mitten auf der Straße, werden sie vom Fahrer kunstvoll umkurvt. Auf Baustellen längs des Weges zeigt sich ein hier schon oft gesehenes und dennoch ungewohntes Bild : Frauen beladen Tragekörbe mit Ziegelsteinen, platzieren sie so, dass der Tragegurt entlang ihrer Stirn verläuft und schleppen ihre schwere Last über die Baustelle. Es sind einige darunter, die erheblich älter sind als ich.
Nach einer Dreiviertelstunde lockert die Wohnbebauung auf und der Blick fällt auf Felder mit Kartoffeln und Gemüse, auf Heuhaufen und Ziegen, die am Straßenrand grasen.

Gegen 12 Uhr erreichen wir Begnas. Nach einem kurzen Spaziergang durch eine schmale Geschäftsstraße erreiche ich den See. Zwar kämpft die Sonne mit aller Kraft, sie schafft es aber nicht, den Nebel aufzulösen.

Die Möglichkeiten zum Spaziergang sind sehr beschränkt und so suche ich mir ein Restaurant zum Mittagessen. Auf einer Dachterrasse überm See sitze ich als einziger Gast. Frisch gegrillter Fisch aus dem See und Bananenpfannkuchen buhlen gemeinsam mit dem trotz (oder vielleicht auch gerade wegen) Nebels faszinierenden Ausblicks um meine Gunst. Wie in Gaze eingehüllt sitze ich hier auf meinem Ausguck und bin jetzt einfach mal still und glücklich.

Exkursion zum Manaslu

Heute ist hier  einer von über hundert Feiertagen, die es im Jahr gibt. Und zur Feier des Tages haben wir den Manaslu bezwungen. 22 Kinder, zwei Studentinnen, Caro und ich. Unser Manaslu war zugegeben keine 8000 Meter hoch. Aber für unsere Kleinen, z.B. den zweijährigen Serjen, war auch die Attrappe im International Mountain Museum eine echte Herausforderung.

Für Caro und mich war bereits der Hinweg eine Challenge: mit dem öffentlichen Bus, zweimal umsteigen, mindestens vier Hauptstraßen überqueren und rund zwei Kilometer laufen, teils entlang der Hauptstraße. Ohne Gehweg. Aber mit unseren Kindern überhaupt kein Problem. Sie sind so brav und umsichtig! Was ich besonders gern mag, wie achtsam die größeren mit den kleinen umgehen.

Unser heutiges Ziel war das International Mountain Museum, das einen guten Einblick in das Leben der Bergvölker und die Geschichte der Himalayabesteigungen gibt. Wo es plastisch wurde, etwa durch Puppen, Ausrüstungsgegenstände, ein imitiertes Lagerfeuer oder einen Film,  waren auch unsere Kinder begeistert dabei. Großes Interesse fand auch eine Serie von Fotos, die jeweils ein Paar in stammestypischer Tracht zeigten. Hier in Nepal gibt es eine Vielzahl von Stämmen und jeder freute sich, seinen eigenen hier im Museum abgebildet zu sehen.

Ganz viel Spaß hatten die Kinder dann draußen beim „Bergsteigen“, beim Ritt auf einem Stier und beim Beobachten riesengroßer Goldfische.

Mandarinen und Kekse stillten den ärgsten Hunger auf dem Heimweg. Und mit unserem Bus hatten wir dann auch noch großes Glück, denn er brachte uns direkt zum See und wir konnten ganz gemütlich die Uferpromenade entlangschlendern, um nach Hause zu kommen.

Caro und ich beendeten diesen schönen Tag mit einem köstlichen Essen in einem kleinen japanischen Restaurant um die Ecke. Sayonara.

Twinkle, twinkle little star 

Aus dem Klassenzimmer der Kleinen tönt ein vielstimmiges Gemurmel. Jeder liest laut einen Text vor sich hin. Mal auf Englisch, mal auf Nepali, was gerade so anliegt. Laxchin stimmt gar ein Lied aus seinem Schulbuch an: „Twinkle, twinkle little E-Star“ (hier in Nepal haben Viele ein Problem damit, ein S plus Konsonant am Anfang eines Wortes auszusprechen. Deshalb wird aus Star E-Star oder aus School E-School).

Morgens vor der Schule eine Stunde, am Nachmittag nach der Schule auch nochmal mindestens eine Stunde sind Lernen und Hausaufgaben im heimischen Klassenzimmer angesagt. Ob das bei den Kleinen wirklich was bringt? Keine Ahnung. Maximal werden monoton Texte abgeschrieben und oder laut gelesen. Manchmal gar mit einer Melodie unterlegt. Konzentrieren kann sich bei diesem Lärmpegel eh keiner.

Zwei Stockwerke höher bei den Großen ist es nur unwesentlich besser. Zwar wachtdort ein Lehrer über die Strebsamkeit seiner Zöglinge. Dennoch scheint mir das Lernen nur bei einzelnen Kindern konzentriert vonstatten zu gehen. Die anderen blättern recht chaotisch mal hier, mal da. Das System erschließt sich mir nicht.

Heute war mal einer der wenigen ganz normalen Schultage, die ich bisher erlebt habe. In den beiden ersten Wochen waren Winterferien gefolgt von einer Vielzahl  von Feiertagen.
Nach dem Frühstück (Dal Bhat um 9 Uhr) ziehen sich die Kinder ihre Schuluniformen an und  die Kleinen versammeln sich auf dem Gehweg vor dem Haus. Bis alle da sind, vergehen leicht mal 20 Minuten. (Das ist schnell, verglichen mit unseren Aufbrüchen zu Ausflügen. Bis da alle fertig sind, dauert das auch mal eine Stunde.) Dann queren wir gemeinsam die Straße, passieren einen kleinen Park (der so genannt wird, weil hier vier wunderbare große alte Bäume stehen. Rasen oder Blumen gibt es hier keine) und nach zwei Minuten habe ich die Kinder in ihrer Grundschule abgeliefert.


Die Großen gehen natürlich allein, aber heute forderte mich Indreni auf, sie zu begleiten. Was ich sehr gern tat und ich staunte nicht schlecht, als ich das morgendliche Zeremoniell auf ddem Schulhof sah. In Reihen nach Schulklassen geordnet standen die Kinder dort. Auf mich wirkten die unisonen Bewegungsabläufe wie eine Mischung aus Beten und leichter Frühgymnastik. Ein einzelner Junge sang noch ein kurzes Lied ins Mikro. Dann durften die Kinder Reihe nach Reihe abtreten.
Schön, dass morgen wieder Feiertag ist.

 

 

Frozen

Nein, keine Angst! Auch wenn ich immer über mein kaltes Zimmer, das kalte Wasser und die zugigen Kneipen jammere,  eingefroren bin ich noch nicht.  Bei 20 Grad tagsüber auch ein Ding der Unmöglichkeit.

Frozen heißt der Film von Walt Disney, den es heute im Moviegarden gab. Jede Woche eine Neuentdeckung für mich. Macht wirklich Spaß. Noma bereitet stets zwei riesige Säcke Popcorn für uns und dann lassen wir uns in die Handlung entführen und zittern mit, egal ob es wie diese Woche um Eisprinzessinnen wider Willen, um das Schicksal ausrangierter Spielzeuge (Toys Story / letzte Woche) oder um freiheitsliebende Wildtiere aus dem New Yorker Zoo (Madagaskar/vorletzte Woche)  geht.

Heute waren wir mit 22 Kindern dort – sehr zur Freude der Kinobetreiber, die ja den frühen Samstagsfilm bei freiem Eintritt den Kindern gewidmet haben. Eine wirklich tolle Einrichtung! Ich gehe unter der Woche ja auch allein einen Abend hin. Letzten Mittwoch habe ich mir den wunderbaren Film „Grand Hotel Budapest“ (nach einer Novelle von Stefan Zweig) angesehen.

Tagsüber haben wir einen Ausflug zum Davis Falls gemacht – einem kleinen Wasserfall im Südwesten der Stadt. Der Pardi Khola hat sich im Kalksteinmassiv eine beeindruckende Schlucht geschaffen. Unmittelbar unterhalb des Wasserfalles versinkt er für 150 m, verläuft unterirdisch bei der Gupteshwor Mahadev Cave und tritt 500 m weiter südlich wieder zu Tage. Seinen Namen erhielt der Wasserfall 1961, als dort das Schweizer Ehepaar Davis schwimmen ging. Die Frau ertrank, als sie in einen Schlund des Abflusses geriet. Ihre Leiche wurde drei Tage später geborgen. 


Wir haben Gott sei Dank nichts gruseliges erlebt. Vielmehr hatten alle Spaß bei der Busfahrt, trotz dreimaligen Umsteigens, beim Anblick der Schlucht und des kleinen,  gar nicht spektakulären Wasserfalls, beim Fotoshooting und Eisessen.

Und jetzt bin ich  hundemüde. Mir fallen die Augen zu. Shuva Rati, gute Nacht! ten



Häuser bauen

Heute Vormittag haben wir so geschuftet, dass uns jetzt jeder Knochen im Leib weh tut. Kein Wunder, wir haben mitgeholfen, ein Haus fertig zu bauen. Wie das?

Nader Khalili (geb. 1936 in Teheran) gilt als Pionier der Selbstbausysteme in der Dritten Welt. Seit 1975 beschäftigt sich der Architekt mit dem Bau von kleinen Häusern aus Erde. In seine Fußstapfen getreten ist vor acht Jahren der heute 24jährige (!) Amerikaner Lukas Trotman, der gemeinsam mit einem Freund eine kleine Firma gründete und nun Trainings für Volontäre aus aller Welt gibt, die gemeinsam mit ihm Khalilis Häuser vor allem in Nepal nachbauen. Der riesige Vorteile: sie sind extrem widerstandsfähig gegen Erdbeben, ihr Bau ist schnell erlernt und die Materialien finden sich zum großen Teil vor Ort.

Auch auf der zum Rainbow Children Home gehörenden Indreni Organic Farm baut Luke gerade zwei solcher Häuser. Gestern ging der dreiwöchige Workshop mit jungen Leuten aus zehn verschiedenen Nationen zu Ende und eine Schicht fehlte noch. Da wir im Waisenhaus diese Woche fünf Volontäre sind (drei junge Australier verstärken uns für eine Woche), wurden wir gefragt, ob wir nicht mithelfen wollten, das Haus fertig zu bauen. Klar, wollten wir.

Nach dem Frühstück um hab neun fuhren wir los. Die Farm liegt etwa 40 Autominuten nordöstlich des Phewa-Sees in hügeliger Landschaft. Hier werden Getreide und Gemüse angebaut, Ziegen, Gänse und Hühner gehalten.


Superadobe nennt Khalili sein System, lokal vorgefundene Erde in Plastiksäcke abzufüllen und sie in Lagen zum Haus aufzuschichten. Die einzelnen Lagen werden gegeneinander mit Stacheldraht fixiert. Unsere Aufgabe heute bestand darin, für die letzte  noch fehlende Lage, die Erde zunächst mit so viel Wasser zu benässen, dass sie eine leicht klebrige Konsistenz hatte und sie dann in (vielen, vielen, vielen) Eimern zum Neubau zu schleppen und aufs Dach zu hieven. Dort wurde sie dannn in die Plastikschläuche gefüllt (die übrigens aus recyceltem Kunststoff sind. Es gibt eine einzige Firma in Nepal, die dies macht), komprimiert und an Ort und Stelle in die richtige Position gebracht.

Oh, mein armer Rücken. Gut, dass ich nachher Yoga habe.

Die Häuschen verfügen über seinen zentralen Wohnraum, ein kleines Bad und einen Schlafplatz in luftiger Höhe und können von fünf bis sechs Leuten bewohnt werden (ich fände es zu zweit ganz heimelig).

Die Dachkonstruktion hat Lukas entworfen und sie wird nach seinen Vorgaben von heimischen Handwerkern gebaut.


Wer Interesse an einem Aufenthalt als Volunteer auf der Farm hat, kann sich an Goma Dakhal wenden und auf der website weiter informieren: http://www.indreniorganicfarm.com.

Die Indreni Farm wird die Häuschen zum Teil für Agrotourismus nützen. Außerdem soll die Farm auch erwachsen gewordenen Kindern aus dem Waisenhaus eine Arbeits- und Lebensgrundlage bieten, so dass auch für diese Wohnraum benötigt wird.

Wir sind zwar kaputt aber auch wirklich sehr beeindruckt.

Kleine Freuden des Alltags

– die freundlich grüßende alte Frau auf der Straße

– der 11jährige Sagar, der beim Spaziergang meine Hand hält

– Marmita, die es sich auf meinem Schoß gemütlich macht

– dass gestern Abend der Strom wieder da war und mein Heizöfchen für eine angenehme Temperatur sorgte

– der würzige heiße Milchkaffee in der Morgensonne

– der Anblick des Apothekers, der sich auf der Straße rasiert

– WhatsApp – Grüße aus der Heimat

– die spontane Einladung Gomas, sie zur Farm zu begleiten (davon mehr morgen)

Klagemauer

Ach, heute ist so ein Tag, da könnte ich mich mal so richtig beklagen, beispielsweise darüber,

dass ich mir immer mit laukaltem Wasser die Haare waschen muss,

dass die Verwendung eines Taschentuchs nicht zum hiesigen Kulturkreis gehört und man immer aufpassen muss, wer gerade wohin rotzt und spuckt, um nicht versehentlich getroffen zu werden,

dass man sich abends beim Essen alles abfriert, weil die Lokale nicht geheizt werden und meistens auch keine Fenster und Türen haben,

dass die Clos stinken,

dass Goma uns Malerarbeiten anschafft und ganz selbstverständlich davon ausgeht, dass wir die Materialkosten übernehmen (Danke an dieser Stelle an Margarete und Ralf!),

dass ich gemeinsam mit meinem Hauswirt auf eine Journalistin warte und nicht nur diese nicht zur verabredeten Uhrzeit kommt, sondern er und seine Frau mich nach einer halben Stunde mit den Kindern allein lassen, weil, ja keine Ahnung.

Pscht! Schluss jetzt damit! Andere Länder, andere Sitten und so. Und das war doch auch das, was ich erleben wollte. Also aufhören mit der Jammerei! Aber dass nicht alles Gold ist, was glänzt, darf schon auch mal gesagt werden – aber das habt Ihr Euch eh schon gedacht.

Freuden des Touristenlebens 2

Eine weitere Woche ist vergangen und so habe ich heute erneut einen freien Tag. Wie immer werde ich um fünf durch ein lautes anhaltendes Motorengeräusch geweckt. Warum bloß röhrt um diese Uhrzeit ein Traktor vor unserem Haus? Heute bin ich wach genug, um der Sache auf den Grund zu gehen. Ich schwinge mich aus dem Bett, trete auf meinen Balkon und schaue auf die Straße hinunter. Es ist ein vollbeladener Bus mit vielen müden Menschen (wahrscheinlich Menschen, die zur Arbeit müssen), dessen Fahrer meint, dass ein Motor besser läuft, wenn er sich schon warm gelaufen hat. Nun, wenigstens hat sich nicht ein Landwirt in unser Wohnviertel verirrt.

Ich stelle mein Heizöfchen an und krabbele wieder in meinen Schlafsack. Als ich um halb acht wieder wach werde, ist es fast angenehm warm im Zimmer. Für meinen Morgentee hatte ich gestern bereits ein paar feine Ergänzungen besorgt: Zucker, Pfeffer und Marsala. Köstlich. Na einem Teestündchen mit Buch im Bett reinige ich mich und das Zimmer und bin gegen zehn startbereit.

Ich entscheide mich, zu Fuß zu gehen und mache ich mich auf den Weg zum Bindhyabasini Tempel im Norden der Stadt. Es sind knapp vier Kilometer, die mich durch das eigentliche Zentrum von Pokhara führen. Hierher verirrt sich kein Tourist. Wenn diese nicht in den Bergen oder beim Paragliden sind, tummeln sie sich in „Lakeside“, also am Ufer des Sees und den umliegenden Straßen, wo es alles gibt, was das Touristenherz so begehrt.

Pokhara hat rund 300 000 Einwohner und dementsprechend mehr zu bieten als ein paar (zugegeben sehr hübsche Sträßchen) am See. Das städtebauliche Konzept hier lautet: im Erdgeschoss Handel, Gewerbe und Handwerk, drüber wird gewohnt. Die Vielzahl der Läden ist beeindruckend. Lebensmittel, Haushaltswaren, Möbel, Tischler, Spengler, PCs, Autorepaturwerkstätte und – Eierschachtel-en gros-Verkaufsstelle. Wirklich wahr!

Zwischendurch sieht man Frauen, die große Bastkörbe auf dem Rücken tragen, in denen sie Mandarinen oder Kräuter feilbieten; Männer, die auf ihren Fahrrädern allerlei Leckeres wie Erdnüsse oder Zuckerzeug anbieten. Manchmal steht so ein Fahrrad auch am Straßenrand, und es ist ein Reiskocher oder eine Schale mit heißen Kohlen darauf installiert – eine fahrbare Garküche also.


Nicht jeder Haushalt hier hat eine Trinkwasserleitung im Haus (auch wir im Rainbow Childrens Home nicht), so dass man Wasser an großen Brunnenanlagen holen muss.
Und all das mit Himalayblick! Das ist wirklich unglaublich. Man schlendert durch die Straßen und schaut auf die Gipfel des Annapurna.

Nach rund zwei Stunden bin ich am Ziel. Vor der Tempelanlage wurde ein Garten mit vielen blühenden Blumen und schattenspendenden Bäumen angelegt. Die kleinen Tempelchen selbst sind verschiedenen Gottheiten gewidmet und laden zum Beten und Besinnen ein.

Mir seht der Sinn aber noch nach etwas ganz anderem: ich möchte meine Garderobe aufbessern. Und so mache ich mich auf die Suche nach einer Tunika, wie sie hier sehr viele Frauen tragen und sie mit Leggings kombinieren. Umsonst bekommt man auch hier die Kleidung nicht. Nachdem ich eine Kombination gefunden habe, die mir gefällt, bin ich immerhin 20 Euro los. Die Hose, die man hier gar nicht sieht, ist übrigens von H & M:-).

Da ich heute Abend meine zweite Yogastunde habe und es dabei vor allem um mein drittes Chakra gehen soll (ja, warum denn auch nicht), kaufe ich für ein Abendessen daheim ein. Es gibt hier einen feinen Käseladen und ich erstehe ein Stück Yak-Käse. Bin mal gespannt. Ein bisschen Weißbrot dazu, ein paar Tomaten und zwei Mandarinen – das sollte das Abendmahl wohl perfekt machen.

Frühlingsanfang

Bei uns ist heute Frühlingsanfang (ich kann mir gut vorstellen, dass Ihr das jetzt gar nicht so gern lest😀). Dieser Tag ist der Göttin Saraswati Pooja gewidmet, der Göttin der Bildung. Und so begann unser Tag damit, dass die Mädels sich erstmal sehr hübsch angezogen haben. Dann wurde ein Tablett mit Opfergaben hergerichtet: Frische Blüten, Räucherstäbchen, ein paar Geldscheine, Farbe für das Tika (ein hinduistisches Segenszeichen, das auf der Stirn getragen wird). So sind wir zur benachbarten Schule gezogen, um der Göttin zu huldigen.

Unser Ziel war ein kleiner Tempel  auf dem Schulhof der benachbarten Schule. Die Räucherstäbchen wurden angezündet und der Tempel traditionell dreimal umrundet. Geld und Blumen wurden der Göttin vermacht, die Tikas den Schulfreundinnen und Lehrkräften auf der Stirn platziert. Während ich noch überlegte, ob es angebracht sei zu fotografieren, wurden schon überall die Smartphones für die Selfies gezückt.

Auf dem Heimweg wurde noch der einen oder anderen Nachbarin das rote Segenszeichen auf die Stirn gedrückt. Nicht ohne dabei viel zu giggeln – wie Mädels in dem Alter das nunmal so tun.

Uns Volontären fiel dann noch ein zum Feiertag passender kleiner Ausflug ein: auf dem Weg zum Moviegarden war uns neulich rechterhand eine goldene Buddhastatue aufgefallen. Zehn Minuten entfernt vom Rainbow Childrens Home. Etwas erhöht in den Hügeln gelegen. Während wir Erwachsenen die Schönheit und Erhabenheit dieser Statue genossen, erfreuten dich die Kinder daran, auf ihr rumzuklettern. Da half auch mein halbherziges „Don’t climb on the Buddha!“ nichts.

Tumba

Der heutige Blog entfällt wegen ausgiebiger Tumba-Verkostung. Das ist ein Hirseschnaps, der ein bisschen wie Grappa schmeckt und in diesen wunderbaren Gefäßen, die Ihr auf dem Foto seht, serviert wird.

Rino und Magda lauschen gerade den Ausführungen der Bedienung, die uns erklärt, dass wir einen zweiten und dritten Aufguss mit heißem Wasser bekommen können……

Das ließen wir uns nicht zweimal sagen.