Dieser Aufforderung, 24 Stunden lang frischen Fisch zu essen, bin ich umgehend nachgekommen (die fehlenden 22 muss ich bei meinen nächsten Besuchen einbringen).
Mein freier Tag begann heute mit einem gemütlichen Lesestündchen im Schlafsack. Seine Fortsetzung fand es eine Weile später bei meinem Kaffeemann. Eigentlich wollte ich dann am See frühstücken. Da mir aber klar war, dass der direkte Bus zum Begnassee nicht allzu häufig fahren würde, erkundigte ich mich am Busstand vorsorglich nach der Abfahrtszeit. Der Junge, der mir gerade Apfelteigtaschen angeboten hatte, kannte sich aus: „This bus in five minutes!“ Zum Frühstück gab es also eine Apfeltasche im Bus.
Für die einstündige Fahrt an den rund 15 Kilometer entfernten Begnassee zahlte ich 50 Rupien, also etwa 40 Cent (liest jemand vom MVV hier mit??). Unzählige Male rief der Beifahrer unser Ziel den Fußgängern am Straßenrand zu : „Begnas! Begnas!“ Wie so oft in den letzten Tagen ist es diesig und kühl. Etliche Menschen haben deshalb ein kleines Lagerfeuer entfacht, um sich ein wenig aufzuwärmen. Die Palmen und Bananenstauden wirken bei diesen Temperaturen irgendwie deplatziert. Kühe klauben Essbares vom Straßenrand auf. Stehen sie mitten auf der Straße, werden sie vom Fahrer kunstvoll umkurvt. Auf Baustellen längs des Weges zeigt sich ein hier schon oft gesehenes und dennoch ungewohntes Bild : Frauen beladen Tragekörbe mit Ziegelsteinen, platzieren sie so, dass der Tragegurt entlang ihrer Stirn verläuft und schleppen ihre schwere Last über die Baustelle. Es sind einige darunter, die erheblich älter sind als ich.
Nach einer Dreiviertelstunde lockert die Wohnbebauung auf und der Blick fällt auf Felder mit Kartoffeln und Gemüse, auf Heuhaufen und Ziegen, die am Straßenrand grasen.
Gegen 12 Uhr erreichen wir Begnas. Nach einem kurzen Spaziergang durch eine schmale Geschäftsstraße erreiche ich den See. Zwar kämpft die Sonne mit aller Kraft, sie schafft es aber nicht, den Nebel aufzulösen.
Die Möglichkeiten zum Spaziergang sind sehr beschränkt und so suche ich mir ein Restaurant zum Mittagessen. Auf einer Dachterrasse überm See sitze ich als einziger Gast. Frisch gegrillter Fisch aus dem See und Bananenpfannkuchen buhlen gemeinsam mit dem trotz (oder vielleicht auch gerade wegen) Nebels faszinierenden Ausblicks um meine Gunst. Wie in Gaze eingehüllt sitze ich hier auf meinem Ausguck und bin jetzt einfach mal still und glücklich.



































