Heute Morgen habe ich mich dann doch getraut. Erst mit Gabriele Fastner und Seeblick geturnt, dann rein ins Nass. Ha! Oh! Schnappatmung. Ich liebäugele ja schon seit längerem mit Winterbaden…

Nach dem Frühstück setzen wir uns ganz dicht ans Wasser in die Sonne. Zwei Jacken und eine Decke, aber wundervoll.

Ob wir heute hier bleiben oder weiterfahren? Keine Ahnung. Erstmal noch ein bisschen dem Plätschern zuhören und den Singschwänen zuschauen.


Dann entdeckt Achim frische Spuren im Sand: vom Fuchs (oberes Bild) und vom Elch! Da ist er sicher.

Es ist nicht das erste Mal, dass wir nächtliche Tierbesuche verschlafen. Sehr bedauerlich war es einmal in der Türkei. Wegen der Hitze haben wir nicht im Zelt sondern am Strand geschlafen und am nächsten Morgen lagen rings um unseren Schlafplatz Schalen der Eier, aus denen während der Nacht Wasserschildkröten geschlüpft waren. Auch die frischen Spuren zum Meer konnten wir deutlich erkennen.

Am frühen Nachmittag fahren wir mit den Rädern ins nächste Dorf. Zu einem ITE-Künstler. Was das ist, haben wir auch erst gestern Abend gelernt. Der Begriff stammt von den drei finnischen Wörtern “Itse Tehty Elämä”, was frei übersetzt selbst bestimmtes Leben bedeutet. Veijo Rönkkönen (1944 – 2010) schuf in 50 Jahren rund um sein (Eltern-)haus 560 Skulpturen aus Beton.

Das Lebenswerk des berühmtesten finnischen ITE-Künstlers befindet sich in Parikkala an der Europastraße 6, einen Kilometer Luftlinie von der russischen Grenze entfernt. ITE ist Kunst, die in Finnland im alltäglichen Umfeld geschaffen wird. ITE-Künstler sind Autodidakten, meist wirken sie außerhalb der etablierten Kunstwelt.

Veijo Rönkkönen arbeitete Zeit seines Lebens in einer nahegelegenen Papierfabrik. Seine freie Zeit widmete er seinem Garten, der mit den Jahren zu einem wichtigen Teil des von ihm geschaffenen Kunstumfelds wurde.

Er fertigte alle Figuren an Ort und Stelle an. Sie stehen heute noch dort, wo er sie erschaffen hat.

Beglückt von unserem Besuch in diesem magischen Garten, den Achim zufällig dieser Tage im Internet entdeckt hat, radeln wir wieder heim. Mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen wir den Bus. Dann beginnt es zu stürmen und zu regnen und es scheint uns, als ob sich das Wetter ebenfalls von seiner magischen Seite zeigen wolle.



































































































