
Vorgestern hätten wir Gold waschen können, doch der Lotteriepreis war uns zu hoch. Heute wollen wir Edelsteine finden und in der Amethystmine, die wir heute Vormittag besuchen, ist ein Gewinn im Eintrittspreis bereits enthalten: Jeder darf einen selbst geschürften Edelstein, der in die eigene Faust passt, behalten.

Also nichts wie los! Wir schließen uns der ersten Führung um Elf an. Drei junge Frauen aus USA komplettieren unsere kleine Gruppe.

Kristiaan, unser Führer, erzählt uns sehr unterhaltsam eine halbe Stunde lang Vieles über diese Miene hier:

Europas einzige aktive Amethystmine befindet sich mitten im Nationalpark Pyhä-Luosto in Sápmi. Bereits vor 2.000 Millionen Jahren entstanden die Amethyste tief im Inneren der Berge. Die Mine wurde erst vor etwa 40 Jahren gegründet, seither wird hier in sehr kleinem Maßstab nach den Edelsteinen, die vor allem für Schmuck verwendet werden, geschürft. 14 Frauen und Männer arbeiten hier, die alles machen: Tickets verkaufen, Donuts backen („Daran verdienen wir am meisten“), das Café betreiben, die Führungen, die Schmuckherstellung und das Schürfen.
Dann dürfen auch wir ran. Jeder bekommt einen kleinen Pickel und ein Sieb sowie den Rat, im lockeren Erdreich zu buddeln, ohne dabei auf den Fels zu hauen. Ausschau halten sollen wir nach allem, was glänzt und wie Glas ausschaut.

Mit Feuereifer wühlen wir in der lockeren Erde. Alle werden fündig. Mein bester Stein ist recht klein, aber von tieflila Farbe und durchscheinend. Ein Glücksstein, sagt Kristiaan. Für noch mehr Glück erstehe ich im Laden noch ein Paar Amethystohrringe. Sicher ist sicher.
Schon auf der Herfahrt sind uns die nackten halbrunden Monolithen aufgefallen.

Diese tunturi gehören zu den ältesten der Erdgeschichte und galten lange Zeit als heilige Berge der Samen. Auf einen führt heutzutage eine Seilbahn hoch und diesen Luxus wollen wir uns heute gönnen. Einfache Fahrt, runter laufen wir.

Aber dann fängt es an zu regnen. Die Sicht wird von Minute zu Minute schlechter und wir sind uns einig: diesen Ausflug lassen wir ausfallen.
Stattdessen suchen wir uns einen gemütlichen Platz zum Mittagessen im Van.

Am Nachmittag queren wir den Polarkreis und verlassen damit nach neun Tagen Sápmi.

Wir rollen langsam auf der Via Karelia gen Süden, spannende weitere finnische Regionen liegen vor uns und für morgen ist wieder Sonne angesagt. Mit einer Rentierfamilie am Straßenrand und unserem idyllischen Übernachtungsplatz an einem kleinen Hafen, den wir uns mit einem finnischen Paar teilen, gleiten wir in einen ruhigen Abend.






























































































