Alles dreht sich heute um das Schalkenmehrener Maar. Vor rund 10500 Jahren ist das Maar nach einer Dampfexplosion entstanden und hat sich dann mit Wasser gefüllt. In nächster Nähe gibt es noch weitere Vulkankessel mit Maaren, das Weinfelder Maar und das Gemündener Maar. Die beiden liegen aber nicht in dem heute „erwanderten“Quadratkilometer. Ein Gipfelkreuz ohne […]
Heute lassen wir es langsam angehen. Nach einem ausgedehnten Frühstück legen wir ganze 60 Kilometer bis zum nächsten Campingplatz zurück. Wir fahren von der Mosel in die Eifel und stellen unser Wohnauto am Schalkenmehrener Maar, also an einem Vulkansee, auf.
Heute ist ja Sonntag, da gehört doch eine ordentliche Kaffeetafel dazu. Und zu unserem Campingplatz gehört ein Café mit interessanten Angeboten. Da gibt es beispielsweise die hiesige Spezialität Döppekooche, eine Art Kartoffelgratin.
Und die Eifelsteigtorte!
Achim, unser kleiner Nimmersatt, gibt sich dann noch die Vulkantorte.
Wir können alles im Café kaufen und vorm Bus mit Blick aufs Wasser genießen.
Dann ist aber Schluss mit dem Müßiggang, die Kalorien müssen auch wieder verbrannt werden, und wir machen uns auf zum Maare-Mosel-Radweg, 40 Kilometer hin, 40 zurück.
Er führt über eine stillgelegte Bahntrasse und auf dem ersten Teil der Strecke sieht man noch alte Bahnhöfe, Schranken und Signalanlagen.
Hier erhält der Lokführer Anweisungen fürs Schneeschippen: Schneepflugtafel. Pflugschar senken! Das habe ich auch noch nie gesehen.
Spannend ist einige Kilometer weiter auch ein riesiger „Schneeball“ aus Lava, der erst vor ein paar Jahren bei Bauarbeiten entdeckt wurde.
Wir passieren ein weiteres Maar, ein paar Spaziergänger und junge Blesshühner genießen die Stille des Ortes.
Schöne Aussichten auf ferne Weiten, Waldwege und Fahrten durch kleine Orte wechseln sich ab.
Spannend wird es gegen Ende der Strecke nochmal, als der Radweg durch einen 500 Meter langen Tunnel führt. Zum Glück gibt es eine gedämpfte Beleuchtung. Von den draußen auf einem Schild angekündigten Fledermäusen ist leider nichts zu sehen oder zu spüren.
Die letzten Kilometer zur Mosel RUNTER schenken wir uns. Wir wollen schließlich nicht zu viele Kalorien verbrennen. Außerdem fängt es an zu nieseln und ein gemütlicher Abend im Bus lockt.
Mit unserem Wohnauto stehen wir auf einem Moselcamping bei Burgen, ca 30 Kilometer von Koblenz entfernt. Die Mosel wollen wir uns mit dem Fahrrad erobern, ist ja alles flach hier. Als Ziel hatten wir den Weinort Bremm ausgeguckt. Die Strecke, so denken wir , ergibt sich ja von allein. Eine Strecke auf der Hunsrück-Seite, zurück […]
Stundenlang wetteifern heute zwei Ohrwürmer um meine Aufmerksamkeit. Der eine, der leichten Muße zugehörig, Lore, Leih mir Dein Herz und sei lieb zu mir, dann Lore leih ich Dir auch meins dafür. Ein ewig alter Karnevalsschlager, mit dem ich als gebürtige Rheinländerin groß geworden bin. Der andere Text gehört eher zur schweren Muse, stammt von Heinrich Heine und wurde uns schon in der Grundschule im Heimatkundeunterricht beigebracht.
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin. Ein Märchen aus uralten Zeiten, das geht mir nicht aus dem Sinn.
In beiden Fällen geht es um die Geschichte der Loreley, besser: die Geschichten, die Sagen, die sich um diesen Rheinfelsen bei St. Goar ranken.
Der Rhein ist hier nur 90 m breit, was etwa einem Drittel seiner normalen Breite entspricht. Entsprechend stark ist hier die Strömung. Eine zusätzliche Gefahr stellten früher die Felsenriffe im Wasser dar, so dass die Schiffe hier großen Gefahren ausgesetzt waren. Viele Schiffe versanken und viele Menschen mussten ihr Leben lassen.
So enstand die Sage von der wunderschönen blonden Jungfrau namens Loreley, die oben auf ihrem Schieferfelsen sitzt und die Blicke der Schiffer auf sich zieht, bis deren Schiffe an einem der Felsenriffe im Rhein zerschellen.
Vom Felsplateau aus, 125 m über dem Rhein, haben wir eine beeindruckende Aussicht hinunter auf den Fluss.
Wir wollen die Rheinseite wechseln, um wirklich einen Blick auf den Felsen zu bekommen. Unterwegs sehen wir noch die Burgen Katz und Maus und Rheinfels.
Im St. Goarer Ortsteil Biebernheim parken wir unser Wohnauto und gehen auf einer Anhöhe Richtung Rhein. Und siehe da! Von hier ist sie zu sehen, die Loreley, in voller Schönheit.
Dieser Felsen zählt weltweit zu den bekanntesten Plätzen Deutschlands und inspirierte nicht nur Brentano und Heine sondern auch zahlreiche andere Künstlerinnen und Künstler…
Auf der Internetseite unseres Campingplatzes Suleika gibt es eine schöne Luftaufnahme, meine Drohne muss im Naturschutzgebiet am Boden bleiben. Gestern sind wir oberhalb des Rheins marschiert, ab und zu mal einen Blick auf selbigen erhaschend. Vom höchsten Punkt, den ich erreicht habe, immerhin 444m hoch, war die Aussicht – wetterbedingt – ja, getrübt. Gestern bei […]
Gut, dass dies hier eine Einbahnstraße ist. Wäre es keine und jemand käme mir entgegen, würde ich stehen bleiben und mich nicht mehr vom Fleck rühren. Denn die Alternativen, den Bus gegen eine Felsmauer zu setzen oder mit ihm die Weinterrassen hinabzupurzeln und im Rhein zu landen, sind nicht wirklich erstrebenswert.
So aber schaffe ich die fünf Kilometer vom Rhein nach oben in die Weinberge zum Naturcamping „Suleika“ (Nein, ich habe nicht gefragt, woher der Namen kommt.) zwar etwas angespannt aber sonst ohne Probleme. Die erhofften Stellplätze mit Rheinblick sind leider alle besetzt, aber wir teilen uns eine große Terrasse mit nur einem anderen Camper, um uns herum alles grün und vielfältige Vogelstimmen.
Wir sind jetzt auf der anderen Rheinseite im Rheingau Nähe Rüdesheim. Kürzlich haben wir im Hessischen Rundfunk einen Beitrag über diese Gegend gesehen. So entstand der Wunsch, auf unserer Tour auch hierher zu kommen und ein wenig zu wandern. Achim sitzt schon an der Planung für unsere morgige Tour.
In der Früh erreichten wir mit dem Haus des Weines in Bockenheim das nördliche Ende der Pfälzer Weinstraße.
Wir statten noch dem kleinen Alzey mit seinen hübschen Brunnen einen kurzen Besuch ab und schippern dann mit der Fähre über den Rhein.
Weil wir vom Wohnauto aus, wie gesagt, keinen Rheinblick haben, machen wir gegen Abend noch einen kleinen Spaziergang, der uns nicht nur durch die wunderbare Aussicht sondern auch durch viele Kirschbäume mit zuckrigen Weichseln versüßt wird.
Komoot, eine App für Tourenplanungen, hat die folgende Tour für uns ausgearbeitet : Vorgaben waren nur unser Standort, Speyer und Mannheim und das Ganze bitte als Rundtour. Ok, das ist eine machbare Tour. Auf meinem Fahrradnavigationsgerät habe ich die Route mit mehr als 20 Punkten und unter Berücksichtigung der örtlichen Radrouten verfeinert und um 5 […]
In Deidesheim wird gegen den Tonfilm agitiert. Dieser ist kitschig und einseitig und ruiniert die Künstler, heißt es. „Fordert gute stumme Filme!“, lautet die Devise – im Deutschen Museum für Foto-, Film- und Fernsehtechnik. Wir entdecken es auf unserer Radtour rechts, links und entlang der Weinstraße. Das Museum präsentiert auf einer Ausstellungsfläche von 400 qm über 5 500 Exponate einer der umfangreichsten Sammlungen aus den Bereichen Film, Fotografie und Fernsehen von den Anfängen bis zur Gegenwart.
Manchmal passt das Timing, manchmal nicht. Heute Morgen zum Beispiel. Wir waren gerade 20 Minuten geradelt, noch satt von einem üppigen Frühstück, als wir an einem idyllisch gelegenen Forsthaus vorbeifahren, das mittlerweile ein Café ist. Schade, keine Kaffeelust, kein Appetit. Also weiter.
Schön die Weinberge, die hier gar keine Berge oder Hügel oder Hänge sondern Felder sind. Zu gern würde ich wissen, warum die Winzer immer so herrliche Rosenbüsche vor die Rebreihen setzen. Wir haben dies auch schon in anderen Weingegenden gesehen, es ist also keine lokale Spezialität.
Sehr wohl eine lokale Spezialität ist der Rivaner, den wir beim Winzerverein Deidesheim für heute Abend einkaufen.
Noch ist es aber erst früher Nachmittag und wir schauen uns auf unserer 55 km Route noch Bad Dürkheim und andere kleine Weindörfer an, die meist einen schönen alten Ortskern und etliche Weinhöfe haben.
Wir sind aber standhaft, kehren nirgendwo ein (Also in kein Weingut. Das Eis in Bad Dürkheim war köstlich), denn am Abend wollen wir zur Burg von Wachenheim oberhalb unseres Campingplatzes aufsteigen und dort den Rivaner und die Aussicht genießen. Und diesmal war das Timing ziemlich gut.
Grau beginnt der Tag und unser Stellplatz beim Weingut Junghof ist sehr praktisch (der Wein war köstlich!) aber nicht schön. Einen regnerischen Tag zumindest teilweise auf dem Parkplatz am Hof verbringen? Och, nö. Also planen wir keine Radtour oder Wanderung sondern fahren gemütlich die Weinstraße gen Norden. Ganz in der Nähe bei Annweiler lockt eine […]
Aufgereiht stehen die Brötchentüten vor der Rezeption unseres Campingplatzes. Säuberlich mit Namen versehen. So kann der Tag mit einem leckeren Frühstück starten.
Ehe wir weiterziehen, wollen wir uns noch Forbach anschauen, ein kleiner Ort gleich nebenan.
Warum gibt es hier bloß so eine große Kirche!?
Sie ist Johannes dem Täufer geweiht und wurde 1886 bis 1891 aus heimischem roten Sandstein mit zwei Türmen in neuromanischem Stil erbaut.
Auch innen ist sie prächtig ausgestattet.
Pech haben wir ein paar Orte weiter in Herrenwies. Hier soll es laut Prospekt und Internet einen Kunstpfad geben, auf dem wir gern, trotz des grauen Wetters und der immer wieder einsetzenden Schauer, gewandelt wären. Das muss aber jeweils so temporär sein, dass momentan gar nichts davon zu erspähen ist.
Nur Wiesenschaumkraut. Das ist aber auch schön.
Wir beschließen, den Schwarzwald zu verlassen und uns die Deutsche Weinstraße in der Pfalz anzuschauen. Sie beginnt im Süden in Schweigen-Rechtenbach mit dem Deutschen Weintor. Dessen Geschichte ist leider eine düstere: von den Nationalsozialisten 1936 erbaut sollte es wie die frisch ersonnene Deutsche Weinstraße die Pfalz als Weinbaugebiet bekannter machen. Deutliche Ressentiments gab es schon gegen die französischen Nachbarn.
Unser Navi hat keine Bedenken, uns auf dem direkten Weg dorthin zu leiten, dass der durch Frankreich führt, stört es auch nicht.
Wir sind – Corona bedingt- erstmal erschrocken. Wie war das nochmal? Grenze zu Frankreich wieder offen? Dürfen wir hier jetzt langfahren? Ja, wir dürfen. So wie wir es nun seit Jahrzehnten gewohnt sind, passieren wir die deutsch-französische Grenze ohne Kontrolle, ohne Stop.
Wir überqueren den Rhein auf einer alten Eisenbahnbrücke und kommen durch kleine idyllische elsässische Dörfer, vorbei an fast künstlerisch gestalteten Wassertürmen.
Am deutschen Weintor angekommen, fotografieren wir ein bisschen und machen uns dann auf die Suche nach einem Café. Zuerst aber finden wir einen kleinen Park mit interessanten Skulpturen. So kommen wir also doch noch zu etwas Kunstgenuss heute.
Und was finden wir etwas später in der Kuchenvitrine? Schwarzwälderkirschtorte. Nehmen wir natürlich.
Kaffeeundkuchensatt fahren wir auf die Weinstraße und erreichen nach wenigen Kilometern das Weingut Jung in Heuchelheim.
Der Winzer bietet zwischen Straußwirtschaft und Garagen zwei (!) Stellplätze für WoMos an. Wir sind die zweiten. Nicht idyllisch, aber zweckmäßig. Zehn Schritte und die Verkostung der Pfälzer Weine kann beginnen.
Und dann kommt der Moment, in dem ich bei Helmut Kohl, ja, DEM Helmut Kohl, Abbitte leisten muss. Ich fand seine Vorliebe für Saumagen, Saumagen!, immer gruselig. Und dass er dieses Zeug, das doch kein vernünftiger Mensch essen kann, auch noch anderen Staatsgästen servieren ließ.
Hier steht er auf der Speisekarte und ich wende mich sogleich den anderen Angeboten zu. Doch Achim ist mutig heute Abend und fragt Frau Jung danach, was Saumagen denn tatsächlich ist: Schweinefleisch, Brät und Kartoffeln, zubereitet wie ein Fleischkäse, früher im Magen, heute im Kunstdarm serviert. Und was soll ich sagen: „Entschuldigung, Herr Kohl, jetzt verstehe ich Ihre Vorliebe!“ Saulecker!
Nach weiteren Grauburgundern und Jungs Jungen Wilden sind wir froh über die nur zehn Schritte bis zum Bus.