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Ruhetag in Chiang Mai

Heute treibt uns nichts, aber wir haben ein paar Ideen: Massage, Museum für moderne Kunst und Musik im Jazzclub. Mal sehen, was der Tag so bringt. Erstmal frühstücken und ausführlich Zeitung lesen. Das ist auf dem Loop unter den Tisch gefallen. Außerdem müssen wir uns mit der Planung der weiteren Reise beschäftigen. Ab heute ist alles noch ein bisschen vage.

Immerhin bestellen wir für morgen Früh um acht ein Taxi, das uns zum Bahnhof bringen soll, und, noch im Besitz unseres Scooters, fahren wir beim Bahnhof vorbei und kaufen unsere Zugtickets.

12 Kilometer außerhalb der Stadt liegt das 2016 eröffnete MAIIAM, das Museum für zeitgenössische Kunst.

Es beherbergt die Sammlung der Familie Bunnag-Beurdeley, eine Galeristenfamilie aus Paris, die in den 90er Jahren nach Thailand umgesiedelt ist.

Großformatige Werke sind zu sehen, wie zum Beispiel dieses des ortsansässigen Künstlers Navin  Rawanchaikul aus dem Jahr 1971, dessen Gesamtheit aber auch in den Details beeindruckt.

Spannend auch Burmica vom Bangkoker Künstler UBATSAT, das sich in Anlehnung an Picassos Guernica mit den Opfern des Militärputschs in Myanmar beschäftigt.

Es freut uns jedes Mal, wenn uns solche Zufallsfunde wie dieses Museum begegnen.

Als wir danach den Scooter abgeben, sind wir gerührt von der Herzlichkeit der Chefin. Wir waren ja die ersten Kunden in ihrem neuen Geschäft und wir hätten ihr so viel Glück gebracht. Die ganze Woche hat sie ihre Roller bestens verleihen können und die Kunden wären alle so nett gewesen wie wir. Hach, so eine Süße.

Neben unserem Hotel ist ein kleines Massagestudio und zum krönenden Abschluss unserer Rollertour gönne ich mir noch eine einstündige Thai-Massage und werde gedrückt, geknetet, geklopft, gezogen, gedehnt und was nicht alles.

Morgen verlassen wir Chiang Mai (fast sogar schweren Herzens), deshalb gibt es heute Abend natürlich noch einen Programmpunkt: den Jazzclub beim Nordtor. Ina und Jens, die wir, Ihr erinnert Euch, auf dem Loop kennengelernt haben, sind auch da und die Musik wieder vom Feinsten.

Spaziergang durch Chiang Mai, die Rose des Nordens

Unser erster Weg nach dem Frühstück führt uns zu Chiang Mai Scooter Rental. Der Laden hat heute seinen ersten Tag unter neuer Leitung und wir gehören zu den ersten Kunden. Die Besitzerin und ihre drei Mitarbeiterinnen begrüßen uns strahlend. Nach einer Probefahrt mieten wir für 15 Euro am Tag eine Honda ADV mit 160 ccm für die nächste Woche. Achim macht eine Probefahrt und ist angetan. Der Roller hat erst 1000 Kilometer auf dem Tacho, gute Bremsen, gute Reifen. Hinter dem Beifahrersitz ist eine kleine Ablage, auf der wir unseren Rucksack befestigen können. Den anderen werden wir im Hotel deponieren.

Damit ist für morgen alles klar und wir machen uns auf, die Stadt zu erkunden. Sie ist umgeben von einer Stadtmauer und einem Graben aus der Zeit der Stadtgründung 1296. Wie andere Städte dieser Zeit wurde Chiang Mai nach traditionellen astrologischen und religiösen Prinzipien erbaut. Das bedeutet, dass jeder Aspekt der Stadtgestaltung, einschließlich Mauern, Toren und Gräben, darauf ausgelegt war, Geister und Götter zu besänftigen, damit sie die Stadt beschützen würden.

Die Altstadt ist gespickt mit Tempeln. „Hier gibt es so viel von allem“, sagt Achim.

Neben unzähligen Tempeln (laut Internet sind es 300 auf einer Fläche von eineinhalb Quadratkilometern) gibt es viele Touristen aus Asien, Amerika und Europa, Läden, Cafés, Restaurants, Hotels. Es gibt Massen von Massagesalons, Schneidereien, Marihuanashops, Geldautomaten, Kunsthandwerk und Ramsch. Die Leute gucken und kaufen, bis sie müde sind. Es ist quirlig hier, dabei sehr entspannt. Auch wir lassen uns treiben, shoppen ein bisschen, essen Mango sticky rice und Roti, suchen Geocaches und besuchen das Fotografiemuseum.

Kunstvoll geschnitzte Seifen

Köstliches Obst an jeder Ecke

Roti- (=Pfannkuchen) macher

Im Fotografiemuseum

Alles hergerichtet für die Fußmassagen

Am Abend gibt es Livemusik im Jazzclub The North Gate Jazz Co-Op. Schon auf der Straße hat sich eine große Traube von Menschen gebildet, drinnen ist die kleine Bar proppenvoll. Während in deutschen Jazzclubs oft die ältere Generation dominiert, sind es hier die Jungen. Ich glaube, wir sind die einzigen über 30. Trotzdem kriegen wir zwei Bier und eine Menge gute Musik auf die Ohren.

Im ersten Set spielen sieben junge Musiker ein schönes Repertoire zwischen traditional und Freejazz. Einer von ihnen sieht westlich aus, die anderen sind Einheimische.

Wir ergattern tatsächlich noch ein Plätzchen auf der Empore und können das zweite Set entspannt direkt über der Bühne genießen. Auch die neuen Musiker, diesmal sind es sechs, begeistern ihr Publikum mit ihrer Virtuosität und ihrer Spielfreude.

Es wird noch ein drittes Set mit wieder neuen Musikern geben, aber wir sind groggy und wollen ins Bett. Nächste Woche kommen wir wieder her.