… scheint am Vormittag die Sonne und wir könnten sehr entspannt unsere Besichtung von Evora fortsetzen. Doch der dräuende Regen, mindestens für die nächsten drei Tage, vielleicht länger, null Stunden Sonne, bei unter zehn Grad, setzt uns mental etwas zu. Während wir uns die Sehenswürdigkeiten ansehen, haben wir leider die ganze Zeit das bevorstehende schlechte Wetter im Kopf. Keine Ahnung, was wir tun wollen, geschweige denn werden.
1537 wurde mit dem Bau des 18 Kilometer langen Aquäduktes begonnen, der die Menschen in Evora mit Wasser versorgen sollte. Schon fünf Jahre später wurde er mit einem großen Festakt eingeweiht.

In einigen Straßen der Altstadt ist zu sehen, wie der Aquädukt im Laufe der Zeit zu Wohnzwecken umgestaltet wurde: in die Bögen der Wasserleitung wurden Häuser gebaut.


Skurilles gibt es in der Capela dos Ossos zu sehen: in der kleinen Kapelle im Zentrum der Stadt sind die Innenwände mit Knochen und Schädeln von Mönchen gesäumt.


Wer sich davon erholen möchte bzw. muss, kann sich anschließend das Krippenmuseum anschauen oder auf der Aussichtsterrasse den Blick auf die Altstadt genießen.


Noch scheint sogar die Sonne.

Zu Mittag gönnen wir uns eine hiesige Spezialität: Bifana, warme krosse Brötchen mit einem kleinen Schnitzel belegt. Sehr lecker und sehr preiswert (2,50 Euro), nicht auf die Faust sondern in einem hübschen kleinen Lokal.


Kurz bevor wir unseren Camper erreichen, geht der Regen los. Heftig, aber dank Schirm kommen wir noch einigermaßen trocken ins Innere.
Der Steinkreis bei Almendres, etwa 20 Kilometer westlich von hier, steht noch auf unserer Liste. Wenn es nicht regnen würde, wäre es ein schöner Spaziergang durch einen Korkeichenwald vom Infozentrum bis zu den Menhiren. Bei dem Wetter wollen wir aber nicht laufen und fahren die vier Kilometer lieber mit dem Auto. Sandpiste, die sich mit lehmigem Untergrund abwechselt, tiefe Schlaglöcher, große Pfützen und ausgewaschene Spuren. Kein Vergnügen.

Der Steinkreis, der erst in den 60er Jahren entdeckt wurde und etwa 6000 Jahre alt ist, darf leider derzeit nicht betreten werden. Der Untergrund soll sich erholen, um die Stabilität der Steine zu gewährleisten. Sehr verständlich, für uns aber ist es sehr schade.
Wir haben immer noch keine Idee, was wir die nächsten Tage machen wollen und steuern im strömenden Regen einen Parkplatz am Rande des Dorfes Araiolos an. Oben thront eine Burg, wenn ich rechts aus dem Fenster schaue, blicke ich auf leicht wellige Landschaft voller Wiesen und Korkeichen. Im Hintergrund erheben sich die Berge der Serra de São Mamede.

Und dann, unglaublich aber wahr, spitzt zum Abendbrot die Sonne raus.

Gerade entdecke ich, dass es hier im Ort, fünf Minuten entfernt, ein Museum gibt, das den berühmten Teppichen von Arraiolos gewidmet ist. Das klingt doch schon mal nach einem guten Start in den morgigen Tag.















