Heute ist es zur Abwechslung mal Achim, der sich bereits um Sechs aus dem Bus schleicht. Sonnenaufgang fotografieren ist seine Motivation. Als ich eine halbe Stunde später Regentropfen auf unser Dach tröpfeln höre, tut er mir Leid. Und drehe mich genüsslich noch einmal um. Aber es ist zum Glück nur ein kurzes Intermezzo. Eine halbe Stunde später werde ich mit diesem Ausblick wach:

Die Sonne scheint und es ist bereits 18 Grad warm. Ich gehe zum Strand runter und bald kommt Achim mir von den Felsen entgegen gekraxelt. Er ist auch zufrieden. Der Sonnenaufgang war zwar nicht gerade überwältigend, aber am frühen Morgen allein am Strand ist immer schön.

Heute fahren wir nicht weiter, heute bleiben wir hier und genießen Sonne, Strand und das Meer.

Nach dem Frühstück klettere ich über die Klippen zum Trabucco. Im Mittelalter bauten sich Bauern oder Schäfer aus Holz und Seilen an der Küste über dem Wasser kleine Hochstände, um mit Netzen Fische zu fangen. Aus angespülten Materialien entstanden die ersten Bauten: Auf Pfählen, die im Wasser in den Boden gerammt und mit Seilen am Ufer oder anderen Pfählen fixiert werden, wurde eine kleine Plattform gebaut, darauf weitere Pfähle errichtet, um mit Hilfe gespannter Seile eine flexible Konstruktion zu erschaffen, die große Senknetze und das Gewicht beim Heraufziehen halten sollten.

Die Trabucchi wurden an besonders geeigneten Küstenabschnitten errichtet und zwar an Stellen, an denen von der Meeresströmung begünstigt, Fischschwärme vorbeiziehen. Als Baumaterial diente das Holz von Edelkastanien oder Robinien.
Es gibt nicht mehr allzu viele dieser Konstruktionen, einige sind noch an der abruzzischen Küste, andere auf dem Gargano, eine direkt vor unserer Nase erhalten.

Beim Strandspaziergang am Nachmittag entdecken wir zwei weitere Exemplare.


Abgesehen von unserer frisch entfachen Begeisterung für die Trabucchi lassen uns die Bienenfresser von gestern keine Ruhe und da wir nicht weit weg sind, versuchen wir unser Glück nochmal. Diesmal sehen wir sie tatsächlich. Immer wieder kreisen die prächtigen Vögel über dem Olivenhain, in dem Achim sie gestern entdeckt hatte. Und ihm gelingt tatsächlich ein Schnappschuss!

Glücklich gehen wir wieder an den Strand und machen uns auf den Heimweg.





































