„Lass uns doch mal zusammen in die Bärenhöhle fahren.“ Ich stimmte freudig zu. Nicht, weil ich unbedingt in diese Tropfsteinhöhle in der Schwäbischen Alp will sondern wegen der Aussicht auf eine weitere Verabredung mit diesem interessanten Mann, den ich vor gerade mal einer Stunde kennengelernt habe. 39 Jahre ist das jetzt her, in der Bärenhöhle waren wir noch nie, aber beim heutigen Besuch der Tropfsteinhöhle Grotte di Frasassi fiel uns die Geschichte wieder ein.

Die Grotte ist eine der größten Europas und wurde vor 50 Jahren von jungen Höhlenforschern aus Ancona entdeckt.
Wir können sie heute sehr bequem durch einen langen in den Berg gesprengten Tunnel betreten und sind erstmal baff aufgrund der Dimensionen dieser Höhle. Die Grotten sind unglaublich riesig, eine Führung dauert etwa 75 Minuten.

Manche Stalagmiten sind riesig wie dieser „Obelisk“. Manche sind zart und wirken durchscheinend. Es ist eine verzauberte Welt, die die Natur uns hier unter der Erde präsentiert.

Auch der Mensch kann manchmal zauberhafte Dinge schaffen, etwa dieses achteckige Kirchlein in einen Felsen unweit der Höhle. Ein steiler Weg führt entlang eines Kreuzweges hinauf.

Hinter der Kirche erstreckt sich wieder eine Höhle, in die man aber nur ein paar Meter hineingehen kann.

Nach den Stunden im Fels zieht es uns am Nachmittag nach oben auf den Fels. Über die römische Brücke im nahegelegenen Dorf San Vittore wandern wir auf den Monte Frasassi.


Ich muss ein bisschen jammern, ein wenig stöhnen. Ist der Weg so steil und/oder bin ich so schlecht in Form?

Aber nach knapp zwei Stunden ist auch das geschafft und wie immer wird man mit Aussicht und Brotzeit belohnt.

Der Abstieg ist rasch erledigt. Am Bus angekommen gibt es noch einen Kaffee und ein Stück Apfelkuchen (vorgestern Abend im Bus gebacken) .

60 Kilometer weiter südlich erreichen wir am frühen Abend den Nationalpark Monte Sibellini. Vor sechs Jahren gab es hier ein schlimmes Erdbeben, bei dem viele Häuser zerstört wurden.

In Castelsantangelo sul Nera, mitten im Park, wird ein Stellplatz angeboten. Hier wollen wir zwei Nächte verbringen und morgen ein wenig die Gegend zu Fuß erkunden. Den Abend lassen wir im benachbarten Restaurant Dal navigante ausklingen. Der Wirt lädt uns zu im Ort gefertigter Ciauscolo, eine Art Streichwurst, ein. Die Pasta und das Lamm sind lecker und der Hauswein aus den Marken kostet ganze 4 Euro. Der Liter.

