Als Tochter aus betuchtem Hause hätte sie ihr Geld für modischen Schnickschnack, für Schmuck oder Reisen ausgeben können. Nichts dergleichen interessierte die Deutsch-Holländerin Helene Kröller-Müller. Ihr Augenmerk galt einzig und allein der Kunst.

Ihr Museum in Otterlo liegt 150 Kilometer südwestlich von uns. Auf dem Weg dorthin fahren wir wieder einmal über ein gewaltiges Straßenbauwerk, den 26 Kilometer langen Houtribdeich, der das Ijsselmeer und das Markermeer voneinander trennt.

Das Kröller-Müller-Museum ist gut besucht, vor allem die Van Gogh-Sammlung zieht viele Besucherinnen und Besucher an. Es ist die zweitgrößte Van Gogh-Sammlung der Welt mit 90 Gemälden und rund 180 Zeichnungen. Der junge Maler und die Kunstsammlerin lebten in der gleichen Epoche und van Gogh war für Helene der bedeutendste Vertreter der modernen Kunst.

Doch auch Exponate anderer moderner Meister wie Seurat, Monet, Picasso und Mondrian sind Teil ihrer Sammlung. Sie kaufte vor allem Kunstwerke, die während ihres eigenen Lebens entstanden und damals noch nicht die allgemeine Anerkennung fanden oder aber von der Kunstkritik negativ beurteilt wurden.

Zwischen 1907 und 1939, ihrem Todesjahr, erwarb Helene Kröller-Müller 11 500 Kunstobjekte. Immer war es ihr Wunsch, die Werke in einem Museum zeigen zu können. Sie vermachte dem niederländischen Staat mit dieser Auflage ihre Sammlung. Neuerwerbungen halten sie lebendig.

Faszinierend sind auch die Außenanlagen des Museums. Auf 25 Hektar, mitten im Naturpark Veluwe gelegen, finden wir einen der größten Skulpturenparks Europas.

Verteilt über den Garten sind über 160 Skulpturen aufgestellt. Von Marta Pan und Tom Claassen…

… bis zu Auguste Rodin und vielen anderen.
„Ihr müsst viel Zeit mitbringen“, schrieb uns eine Freundin, die kürzlich hier war. Ach, hätten wir nur noch viel mehr gehabt!


















































































