Um halb sieben werde ich von einem Schwan geweckt, der auf dem See ein Solo singt. Zu früh, mein Freund! Ich drehe mich nochmal um und schlafe weiter.

Um neun krabbele ich aus dem Bett. So spät bin ich noch kein einziges Mal während dieser Reise aufgestanden. An den Polarlichtern lag es nicht, denn es war bald klar, dass es in der Nacht leider wieder keine geben würde.
Aber wir sind gerade etwas planlos. Wenn wir weiter nach Süden fahren, fahren wir der Ruska davon. Jetzt ist schon zu merken, dass die Herbstfärbung der Blätter hier noch nicht so weit fortgeschritten ist wie weiter nördlich. Andererseits wollen wir neue Gegenden entdecken. Nach Osten geht nichts, da kommt gleich die russische Grenze. Nach Westen? Vielleicht. Oder einen Tag hier bleiben? Der Platz, an dem wir stehen, wäre dazu prima geeignet. Gestern Abend konnten wir keine Entscheidung treffen. Nach dem Frühstück sehen wir weiter.

Jetzt aber erstmal raus aus den Federn zu einer kleinen Runde Frühgymnastik mit Seeblick. Schon lange nicht mehr gemacht.

Später gibt es Frűhstück, ein Geburtstagsfrühstück. Mit Ham and Eggs und Video von daheim: unser wunderbarer Enkel wird heute sechs Jahre alt!

Mittags holen wir endlich mal die Räder vom Träger und brechen auf zu einer kleinen Geocache-Kaffeehaus-Runde. Dick eingemummelt, denn diesmal fühlen sich die 14 Grad ziemlich frisch an.

Wir fahren nur zwei Kilometer auf der nur mäßig befahrenen E5 und biegen dann auf eine Landstraße ab, auf der kaum noch ein Auto unterwegs ist. Rechts und links wie üblich Birken, Kiefern und ab und zu ein See.
Der erste Cache ist nach zehn Kilometern rasch gefunden, allerdings hole ich mir gleich mal einen nassen Fuß beim Stapfen durchs moorige Unterholz. Egal, trocknet wieder. Erstaunlich: den Cache hat heute Vormittag schon jemand gefunden. Achim hat seine Finnischkenntnisse erweitert und trägt, wie man das hier so macht, ins Logbuch ein: „Kiitos kätköstä!“ („Danke für den Cache!“ ).

Es werden insgesamt fünf Caches und 30 Kilometer, bis wir im Café am See ein paar der hiesigen Köstlichkeiten probieren können. Bisher gab es in unserer Bordküche stets die hiesigen Korvapuusti, sehr leckere Zimtschnecken.

Wie die heutigen Törtchen heißen, weiß ich leider nicht. Aber hier liest ja mindestens eine Finnin mit. Vielleicht kann sie es uns verraten?








