Achim war fleißiger als ich und hat mal wieder zu nachtschlafender Zeit einen Blogbeitrag geschrieben:
Für unsere Reise hatten wir uns ein paar kleine Eckpunkte ausgedacht. Einer davon lautet, erst einmal zwei Wochen an der Atlantikküste runter. Erstens wird das Klima in den Bergen angenehmer (als wir in Marokko einreisten, fiel noch Schnee im Atlas) und zweitens können wir uns dort langsam auf Land und Leute einstellen. Die zwei Wochen […]
Noch vor Sonnenaufgang schlüpfe ich in Leggings, Jeans, zwei Pullis, Winterjacke, Mütze und Handschuh, schnappe mir Kamera und Fernglas und verlasse leise den Bus. Ich habe den Eindruck, alles schläft noch, außer mir, ein paar Flamingos und den Kranichen. Die trompeten schon eifrig in den kalten Februarmorgen hinein, fliegen kurz mal auf, schütteln ihr Gefieder, lassen sich dann aber wieder nieder. Auch als bald darauf die Sonne aufgeht, werden sie nicht lebhafter. Vielleicht ist ihnen noch zu kalt.
Ich verziehe mich in die Wärme des Busses, setze Kaffeewasser auf, mache Frühstück. Heute können wir uns Zeit lassen, weil wir hier an der Laguna de Gallocanta einen Ruhe- und Genusstag einlegen. Wir haben jetzt 2000 Kilometer zurückgelegt, 900 sind es noch bis zum Fährhafen in Algeciras. Zeit genug also, da wir erst in fünf Tagen nach Marokko übersetzen wollen.
Im Bus ist es gerade so richtig gemütlich, wir klönen virtuell mit fernen Freunden, der Kaffee und das spanische Nussbrot mit Eichsfelder Mettwurst aus Achims Heimat sind lecker, das tägliche Wordle ist gelöst, als das Vogeltrompeten draußen immer lauter und lauter wird. Wir öffnen unsere Tür, blicken zum Himmel und erleben ein Kranichspektakel vom Allerfeinsten. Aus allen Richtungen fliegen sie herbei, bilden Formationen, trennen sich wieder, kommen zu neuen Gruppen zusammen. Und das begleitet von dem für sie typischen lauten Tröten. Tausende von Vögeln fliegen um uns herum, wir kommen mit dem Schauen fast nicht nach. Umzingelt von Kranichen, endlich mal zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Nach fast einer Stunde machen wir uns, immer noch von den Trompetenrufen begleitet, auf zu einer kleinen Wanderung. Auf der gegenüber liegenden Seite der Lagune steht eine Klause auf einem Hügel, die wir besuchen wollen. Auf einem Feld rechts von uns erspähen wir eine große Gruppe Geier, die sich über ein Stück Aas hermachen. Ansonsten dominieren die Kraniche die Luft.
Wie erwartet ist an der Klause kein Mensch, die Sonne scheint und flugs pelle ich mich aus meiner zweiten Kleidungsschicht. Eine Runde Turnen mit Frau Fastner, das ist es, worauf ich nach der ganzen Fahrerei der letzten Tage jetzt Lust habe. Gabi Fastner und ich turnen, YouTube sei Dank, seit rund einem Jahr fast täglich zusammen. Normalerweise in unserem Wohnzimmer, heute mit fantastischem Blick auf die Laguna de Gallocanta.
Achim sondiert derweil die Gegend und entdeckt ein Stück den Sandweg runter eine weitere Hütte für die Vogelbeobachtung. Mit Parkmöglichkeit. Also parken wir am Nachmittag um und stehen nun leicht erhöht mit noch besserem Blick auf die Lagune.
Die Sonne scheint, aber es hat nur 5 Grad. Mir ist es zu kalt, um die ganze Zeit draußen zu stehen. Achim ist hart im Nehmen, bleibt draußen und kann sich immer nicht entscheiden, ob große Kamera, kleine Kamera, Spektiv oder Fernglas das Instrument der Wahl ist. Ich throne im Bus, genieße von hier aus die tolle Aussicht und kann im Warmen der Sonne beim Untergehen zuschauen.
Hier kommt Ihr zu Achims Blogbeitrag, in dem er den heutigen Tag beschreibt.
Auch Achim bloggt mal wieder :-). Hier seine Schilderung vom zweiten Tag unserer Anreise.
Die gestrige Nachtfahrt über teils kleine Straßen (die ich nochmal bei Tageslicht fahren möchte) führte uns zu dem schönen Stellplatz am See des Örtchens Walscheid am nördlichen Rand der Vogesen. Wie wir uns freuten den letzten freien Stellplatz zu bekommen – der auch noch quasi direkt am Wasser liegt! Für den Blick am Morgen bin […]