Schlagwort-Archive: Neapel

Bella Napoli

Neapel hat die größte Altstadt Europas, seit 1995 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Unser Plan für heute: ohne Plan durch die Gassen streifen und uns von der Atmosphäre einhüllen lassen. Ob heute, am Sonntag, weniger los ist als gestern Abend? Wir waren mal außerhalb der Öffnungszeiten im Souk von Fez unterwegs. Da war es gespenstisch ruhig, keine Einheimischen, keine Touristen.

Nach einem gemütlichen Frühstück und einer Dusche im Camper laufen wir los.

Wir haben es nicht weit bis zum Viertel Sanità, das voller Gässchen, Kirchen, Kapellen, Palazzi, Cafés und viel Maradona-Verehrung ist. Der SSC Neapel ist gerade italienischer Meister geworden. Auch das muss gefeiert werden. Mit vielen Fähnchen und Bildern. Hier sind die Einheimischen unterwegs, kaum Touristen.

Ein Blick in die Hinterhöfe offenbart (ehemalige) Kostbarkeiten.

Dass heute Sonntag ist, merkt man nicht. Die Via dei Vergini ist eine einzige Marktstraße mit Obst, Gemüse, Fisch, Klamotten und Plastikkram.

Dem Internet sei Dank gelangen wir zur Pasticceria Popella mit ihren Fiocci di Neve, Schneeflocken. Es gibt sie in drei Varianten: mit Ricotta, Schokolade oder Pistaziencrème gefüllt. Ich kann nicht sagen, welche mir am besten geschmeckt hat. Eine so lecker wie die andere.

Zum Centro Storico ist es jetzt nicht mehr weit und es ist mindestens so viel los wie gestern Abend. Keine sonntägliche Ruhe. Die finden wir im kühlen Dom, in dem ich jetzt sitze, meine Beine ausruhe und blogge.

Was für eine Überraschung ist die Fassade! Was ist denn da aufgeklebt? Eine Informationstafel klärt auf: der französische Künstler JR hat gemeinsam mit Menschen aus verschiedenen neapolitanischen Vierteln 606 Menschen auf ein eigens für den Dom gestaltetes mural appliziert.

Das muss ich mir gleich noch mal genauer anschauen.

Wir stürzen uns wieder ins Getümmel, diesmal Richtung Metrostation Toledo. Sie wurde von dem spanischen Architekten Óscar Tusquets entworfen und 2012 eingeweiht.

Entlang der Rolltreppen beeindruckt das Spiel aus Lichtern und unerwarteten Formen. Medien zufolge gehört sie zu den schönsten U-Bahn-Stationen Europas.

Wir fahren rauf und runter, machen Fotos und kaufen uns eine Tageskarte. Obwohl es schon vier Uhr ist, lohnt es sich noch.

Wie in einigen anderen Ländern Europas, außer Deutschland, sind die öffentlichen Verkehrsmittel hier günstig: Wir zahlen für ein Tagesticket 5,50 Euro. Da wir müde gelaufen sind, fahren wir für den Rest des Tages lieber. Zuerst mit der Standseilbahn hinauf zum Castel Sant‘ Elmo. Von hier oben hat man eine fantastische Aussicht auf die Stadt und den Vesuv.

Den schauen wir uns am Abend von unten, von der Strandpromenade, an und ich freue mich, dass ich endlich in Neapel bin. Das war schon lange ein Wunsch von mir, der nun endlich in Erfüllung ging. Und ich schließe mich gern dem Slogan an: Bella Napoli, schönes Neapel. Du gefällst mir sehr!