
Da hatten die Norweger eine gute Idee: schon vor Jahren haben sie 18 „Turistveger“ quer durch ihr Land konzipiert. Diese Routen führen zu vielen Naturschönheiten, an Küsten, Fjorden, Bergen, Gletschern oder Wasserfällen entlang. Sie liegen abseits der Hauptverkehrsstraßen, gleichzeitig soll die Fahrt ein besonderes Erlebnis bieten.
Wir haben gleich mal den südlichsten ausprobiert. Jaeren genannt, nach der Landschaft, die ihn umgibt. Die Route verläuft in unmittelbarer Nähe zur Nordsee zwischen Flekkefjord und Stavanger. Zwischen Felsen und Meer während der ersten, zwischen Wiesen und Strand während der zweiten Hälfte der Strecke.
Im kleinen Flekkefjord bummeln wir durch zwei, drei Altstadtstraßen, holen ein bisschen Bargeld und erfahren von einer perfekt Deutsch sprechenden Verkäuferin im Spar, dass es in Norwegen keine H-Milch gibt. Interessant. Wir sind gespannt, ob es wirklich so ist, oder ob wir uns missverstanden haben.


Wir fahren weiter durch eine von großen Felsen dominierte Landschaft, die sich uns in stets neuen Formationen präsentieren.

„Helleren“ steht auf einem Straßenschild und lockt uns zu einer Sehenswürdigkeit in der Nähe. Keine Ahnung, worum es geht, aber wir gucken mal. Der „Helleren“ ist ein 60 Meter langer und zehn Meter tiefer Felsvorsprung, den die Menschen schon vor 200 Jahren als natürlichen Schutz nutzten. Sie bauten ihre Häuser darunter und konnten auf richtige Dächer verzichten, denn der Fels beschützt sie – heute wie damals. Die letzten Bewohner, so erfahren wir, haben den Helleren erst um 1920 verlassen.


Im Dorf Sogndalstrand wollen wir ein wenig am Strand spazieren gehen – es gibt ihn allerdings nur im Ortsnamen, nicht aber am Wasser. Dafür stoßen wir auf einen malerischen kleinen Ort mit hübschen Häusern und kleinen Gärten.


Die Felsen treten nach und nach in den Hintergrund und machen Wiesen und sanften Hügeln, Kühen und Schafen Platz.

Am Meer tauchen nun doch die ersten Sandstrände auf. Gut so, schließlich heißt es, dass sich hier in Jæren die längsten Sandstrände Norwegens befinden. Ganze 70 km mit Sanddünen sollen es sein.

Am nächsten Vormittag kommen wir in Borestranda also doch noch zu unserem Strandspaziergang. Es hat 17 Grad, der Wind ist frisch, an Schwimmen ist noch nicht zu denken. Aber ich stecke wenigstens die Füße mal ins Wasser. Eisig!


Am frühen Nachmittag erreichen wir Stavanger, das Ziel unserer ersten norwegischen Touristenroute. Neues und Altes wechseln sich ab, kleine Restaurants und Bars säumen die Hafenkante. Wir schlendern durch die Altstadt, in der es noch etliche Straßen mit alten weißen Holzhäusern gibt. Stavanger ist außerdem bekannt für seine Streetart und rühmt sich, eine der Streetart-Kapitalen Europas zu sein.
























