Es passiert nicht so oft, dass einem die Sonne einen Strich durch die Rechnung macht. Auf unseren Reisen in diesem Jahr jedenfalls nicht. Aber jetzt ist es tatsächlich passiert.
Die „Rechnung“ ging – wie ausführlich im letzten Blogbeitrag beschrieben – so: Es regnet und regnet und das macht uns keinen Spaß, deshalb fahren wir jetzt fix nach Norden und kommen damit zumindest mal dem Polarkreis näher. Drei Tage Regen hatte der Wetterbericht vorhergesagt. Und am zweiten Tag scheint bereits in der Früh die Sonne.

Also brechen wir unsere Flucht nach Norden kurzerhand ab.
Drei spannende Straßen liegen in greifbarer Nähe, bei Sonne eine Genusstour: die Valdresflya, das Romsdal und der Trollstigen (einer DER norwegischen Superlative). Wir sind mittlerweile in den Bergen gelandet, Meer und Gebirge liegen hier in Norwegen nicht weit auseinander.
Die erste Strecke zählt zu den norwegischen Touristenrouten und trägt die Überschrift „Wo die Straße schwebt“: „Eine Fahrt auf der Landschaftsroute Valdresflye gibt Ihnen das Gefühl, über der Hochebene mit ihrem einzigartigen Blick auf die Gipfel des Nationalparks Jotunheimen zu schweben.“ Ein Großteil der Strecke verläuft über der Baumgrenze; ihr höchster Punkt befindet sich auf 1389 Metern.Wir landen im Schnee, das Thermometer zeigt neun Grad, aber die Sonne scheint.



Die darauffolgende Fahrt durchs Romsdal führt am Fluss Rauma entlang, der hier eine schmale Schlucht geformt hat. Rechts und links ragen bis zu 1800 m hohe Berge auf, aus denen sich unzählige Wasserfälle herabstürzen.


Die höchste senkrecht aufsteigende Felswand Europas kann man hier ebenfalls bestaunen: die Trollwand. Warum hier ein altes Polizeiauto zur Dekoration steht, wissen wir nicht.

Die spektakulärste der drei Straßen, die wir heute befahren, ist ohne Zweifel der Trollstigen, mit dessen Bau 1925 begonnen wurde. Eingeweiht wurde sie elf Jahre später von König Håkon VII. Auch heute noch zählt sie zu den extremsten Gebirgsstraßen Europas. Achim kutschiert unseren Bus lässig, ganz ohne Herzklopfen, hinauf.


Herzklopfen bekommen wir beide erst, nachdem wir unseren Übernachtungsplatz gewählt und den Bus geparkt haben: so einen besonderen Platz hatten wir noch nie. Auf 800 m, umgeben von Schnee, Bergen und der nordischen Nachthelle. Der Himmel ist auch kurz vor Mitternacht noch blau.


Auch am nächsten Morgen scheint die Sonne und als wir nach einem gemütlichen Sonntagsfrühstück im Tal ankommen, ist das Thermometer schon auf 16 Grad geklettert. Wir wollen zum berühmten Geirangerfjord. Dazu queren wir erstmal mit der Fähre den parallel verlaufenen Storfjord und einen weiteren Pass, von dessen Höhe aus man den ersten Blick auf den Fjord erhascht.
Die Schiffsfahrt über den Fjord setzt unseren unverhofften Ausflügen dann die Krone auf. Tiefblauer Himmel, Sonne pur und 23 Grad.




































































