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Von Ancona bis zur Poebene

Der Tag heute fing nicht so gut an. Um halb acht werde ich wach. „Achim, wir haben den Sonnenaufgang verschlafen!“ Ich tapse nach vorn, um die Jalousien zu öffnen, und haue mir den Kopf an der Ablage über der Fahrerkabine an. Guten Morgen! Achim tröstet mich ein wenig und beschließt, dass auch 20 Minuten nach Sonnenaufgang noch gilt und fotografiert seinen persönlichen Sonnenaufgang.

Beim Frühstück ist alles wieder gut und wir freuen uns abermals an der tollen Aussicht.

Noch ein bisschen im Bus aufräumen, mal auskehren und dann weiter nach Ancona. Hier waren wir vor vielen Jahren bereits zweimal, haben aber die Altstadt immer rechts liegen lassen und sind mit den Moppeds direkt runter in den Hafen und auf die Fähre nach Izmir gerollt.

Heute schauen wir vom Dom oben auf den Hafen hinunter.

Ancona ist anstrengend zu besichtigen. Der Dom liegt auf der obersten Ebene, die Altstadt eine Etage tiefer und ganz unten der Hafen, die Uferpromenaden und der Stadtstrand. Einen zentralen Parkplatz, auf dem wir mit unserem etwas größeren Fahrzeug stehen können, gibt es nicht, so dass wir ein ziemliches Stück ins Centro storico laufen müssen.

Das tun wir aber bei angenehmen 21 Grad. Paläste, Gassen, Plätze, alles da, was eine Stadt verschönert.

Das für uns persönlich Allerschönste hatten wir allerdings gleich am Anfang unserer Besichtigungstour entdeckt. Wir waren vielleicht zehn Minuten gegangen, als wir ein Schild sehen, das uns auf einen Pfad zum Meer hinunter aufmerksam macht. Aller Wahrscheinlichkeit nach müssen wir ihn hinterher auch wieder hochlaufen, aber das nehmen wir in Kauf. Die Aussicht ist fantastisch und unten finden wir entlang des Wassers eine lange Reihe von Grotten, in denen die Einheimischen Strandmobiliar, Badeutensilien, ihre Sommerküchen und Boote deponiert haben. Ich male mir aus, was hier an lauen Sommerabenden oder am Wochenende los sein mag.

Für uns ist der Weg dann zu Ende. Ancona ruht auf Felsen und die Promenaden sind nicht durchgängig. Wir gehen denselben Weg zurück, wieder die 100 Stufen hoch und sind nass geschwitzt, als wir schließlich oben ankommen.

Um ins Podelta zu kommen, fahren wir die ersten hundert Kilometer auf der Autobahn. Schön, die Hinweisschilder auf Sehenswertes und Orte zu lesen, die wir kürzlich erst besucht haben: Grotte di Frasassi, Schlucht von Furla, Ferrara, San Marino, Comacchio.

Im Delta kommen wir gegen Abend an und lassen den Tag in Ruhe ausklingen. Schließlich war neben dem hier beschriebenen noch weiteres los.

Hinter den Kulissen:

* Neben unserem Parkplatz in Ancona gibt es einen Aufzug, der einen für 1 Euro zum Strand runterbringt. Fein, so was hat man nicht alle Tage. Machen wir. Äh, doch nicht. Tickets bezahlt, Aufzug aber gar nicht mehr in Betrieb.

* Fahrerin und Beifahrer kriegen sich beim Verlassen der Stadt fürchterlich in die Haare. Fast hätten beide das Auto verlassen und der Bus wäre allein auf der Kreuzung gestanden.

* Tücke der Technik: Automat an Mautstelle frisst Bankkarte. Operation mit Taschenmesser war erfolgreich.