Die Via Karelia ist eine touristische Route im Osten Finnlands, tausend Kilometer lang, von Sápmi bis runter zum finnischen Meerbusen. Wir folgen ihr seit vorgestern. Auch auf unserer gestrigen Radtour sind wir kurz auf sie gestoßen.

Heute wollen wir ein Stück weiter Richtung Süden fahren.
Am Ortsausgang von Suomussalmi, wo wir gestern Kaffee trinken waren, stoßen wir auf das vom finnischen Architekten Alvar Aalto entworfene Flammenmonument. Es ist eine der vielen Gedenkstätten für die Winterkriegsschlachten (1939-40) in dieser Gegend.

Damals griff die sowjetische Rote Armee Finnland mit Bombern von Estland aus an und auf der gesamten Grenzlinie im Osten drangen Soldaten ins Land. Die Finnen leisteten erbitterten Widerstand und konnten den Angriff zunächst stoppen. Erst nach umfassenden Umgruppierungen und Verstärkungen konnte die Rote Armee im Februar 1940 eine entscheidende Offensive beginnen und die finnischen Stellungen durchbrechen. Am 13. März 1940 beendeten die Parteien den Krieg mit dem Friedensvertrag von Moskau. Finnland konnte seine Unabhängigkeit wahren, musste aber erhebliche territoriale Zugeständnisse machen, insbesondere große Teile Kareliens abtreten (Quelle: Wikipedia).
Wenige Kilometer weiter stoßen wir auf ein weiteres Denkmal: Die Steine auf dem Feld symbolisieren die finnischen und russischen gefallenen Soldaten.

Die Skulptur in der Mitte breitet schützend ihre Arme über das Steinfeld aus. Oben hãngen 105 Glöckchen, für jeden Kriegstag eins, die im Wind leise bimmelnd zum Frieden mahnen.

Aus der Luft ist zu erkennen, dass die Felder so angelegt sind, dass sich zwei ineinandergreifende Kreise ergeben. Wohl ein weiteres Symbol für Frieden.

Hundert Kilometer weiter südlich liegt ein Finnisch-Russischer Freundschaftspark unter dem Motto „Natur kennt keine Grenzen“. Nach sechs Kilometern holpriger Piste erreichen wir den Lentua-See im Zentrum dieses Naturparks, der sich über beide Länder erstreckt.

Hier wartet noch eine kleine Mutprobe auf mich: entlang der Stromschnellen, die der See hier bildet, führt ein schmaler Bohlenweg. Natürlich gehen wir den auch.

Dann steuern wir das erste Mal auf dieser Reise einen Campingplatz an. Wir müssen mal waschen und in den Orten der letzten Woche gab es keine Waschsalons. Der Campingplatz bei Kuhmo, unweit der Stromschnellen, soll eine Waschmaschine haben.
Hat er und ruckzuck ist unsere Wäsche drin. Dann bleibt uns Zeit zum Nichtstun, Route planen und auf den See gucken.

In diesem kleinen Häuschen ist von 18 bis 19 Uhr Damensauna angesagt. Ich bin dabei. Im Badeanzug, wie es sich hier gehört. Wir sind zu zweit, meine Saunapartnerin sorgt für reichlich Aufguss und zum Abkühlen geht’s natürlich in den See. Wie herrlich ist das denn!

Achim geht derweil fotografieren. Genauso schön.


(Kurz vorm Steg: das bin ich im Wasser.)


















































































