Schlagwort-Archive: Tata

14. Stopp: Tata

Genau im richtigen Moment mache ich die Bustür auf. Die Sonne geht auf. In der Nacht habe ich die Sterne durchs Oberlicht gesehen. Es war absolut still. Mein Schlaf war leicht wie oft, wenn wir ganz allein irgendwo stehen, aber ich bin dennoch entspannt und frisch, als ich um sieben wach werde. Das Thermometer zeigt 11 Grad und ich stelle die Heizung an. So wird das Frühstück gemütlicher.

Gegen zehn sind wir startklar und freuen uns auf die Weiterfahrt Richtung Wüste. Doch über die nächsten 100 Kilometer haben uns die Berge des Anti-Atlas noch fest im Griff. Die Straße ist überwiegend gut, nur an wenigen Stellen fehlt der Asphalt.

„Gott, Vaterland, König“, die Schrift auf dem Berg ist der Wahlspruch Marokkos. Für die nächsten zwei Stunden fahren wir durch eine traumhafte Landschaft. Erst auf unserer kleinen Nebenstraße, dann auf der R 109, die uns nach Tata bringen soll. Die Berge haben hier die unterschiedlichsten Formen und Farben. Wir können uns gar nicht satt sehen und halten alle paar Kilometer an, um zu fotografieren. Immer wieder entdecken wir eine noch nicht gesehene Formation, die unbedingt geknipst werden muss.

Vorsicht! Esel, Ziegen, Dromedare! Offenbar nähern wir uns der Wüste. Esel und Ziegen haben wir schon viele auf dieser Reise gesehen, Dromedare bislang nicht. Ich freu mich schon drauf.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Tata und checken auf dem Campingplatz Hyatt ein. Hier ist erstaunlich wenig los. Drei französische Wohnmobile und wir. So können wir direkt am Rande des Wadi stehen und im Laufe des Nachmittags den Jungs beim Baden zugucken. Eine schöne Abkühlung bei 30 Grad.

Nach dem Kaffee und einem Mittagsschlaf gehen wir in den Ort. Schön gestaltete Häuser, Arkadengänge, unzählige kleine Geschäfte, Werkstätten und ein großer Platz. Viele Menschen gehen ihren Besorgungen nach, sitzen im Kaffeehaus, kaufen ein. Schön anzuschauen die Frauen in der hiesigen blauen Tracht mit schwarzem Tuch.

Wir kaufen Obst, Gemüse, Eier, Milch und Brot ein. Suchen vergeblich frischen Käse und leckere Kekse, finden stattdessen Merguez, Würste aus Lamm- und Rinderhackfleisch mit Kreuzkümmel und Harissa gewürzt, die Achim am Abend grillt. Ich mache einen Salat dazu und die Frösche am Fluss geben ein großes Konzert.