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Von Trani in die Berge

Mit einem italienischen Frühstück in einer Bar beginnen wir heute den Tag. Das hübsche Trani will danach weiter erkundet werden und wir begeistern uns einmal mehr für die malerische, gepflegte UND lebendige Altstadt.

Dorothee berichtete heute Morgen von ihren Recherchen: „Zahlreiche historische Bauten in Trani, wie beispielsweise die Kathedrale, sind aus dem Naturstein mit der heutigen Handelsbezeichnung Trani (ital.: pietra tranese) erbaut worden. Dieser helle und rötliche Naturstein gibt der Stadt ein deutliches Gepräge. Der Stein namens Trani wird heute noch in der Umgebung der Stadt in mehreren Steinbrüchen gewonnen und europaweit vertrieben.“ (Wikipedia)

Nicht nur die Gebäude, auch sämtliche Wege im historischen Zentrum sind mit diesen Steinen gepflastert. Großzügig geschnitten und handwerklich perfekt verlegt. Auf ihnen flaniert man gern.

Wir gehen aber nicht so lange spazieren, dass wir schon wieder Hunger bekommen müssten – vielmehr ist das italienische Frühstück mit einem Cappuccino und einem Hörnchen für uns ein viel zu karges Mahl. Deshalb steuern wir zum zweiten Frühstück die Hochzeitskirche unserer Freunde Angela und Simone an, etwas außerhalb von Trani am Meer gelegen.

Unterhalb unserer Picknickbank liegt ein Trabucco, das heute als Lokal benutzt wird.

Weiter geht’s. Unser nächstes Ziel ist die 9000 Jahre alte Felsenstadt Matera. Wir queren ein Hochplateau, mehrfach halten wir an, um Bilder zu machen.

Bekannt ist Matera für seine Altstadt, die zu einem erheblichen Teil aus Höhlensiedlungen  – den Sassi – besteht. Diese gehören seit 1993 zum Weltkulturerbe.

Sie gehören zu den ältesten, durchgehend bewohnten Städten der Welt.

Wir schauen uns einen Brunnen an und werden von einer Bewohnerin in ein Haus gelockt (gegen eine sehr erschwingliche Eintrittsgebühr von 2,50 Euro), in dem wir uns über das ausgefeilte Bewässerungssystem aus der Bronzezeit informieren können. Dieses, so erklärt eine Inschrift, sei maßgeblich gewesen bei der Anerkennung als Weltkulturerbe.

Besonders beeindruckt uns der Palombaro, der im 16. Jahrhundert als riesige unterirdische Höhle angelegt wurde und 5 Millionen Liter (!) Wasser fasst. Hier wurde Regen- und Quellwasser gesammelt und damit öffentliche Brunnen und weitere Zisternen versorgt. Eine Wasservorratskammer.

In sie dürfen wir über eine steile Treppe hinuntersteigen.

Zurück an der Erdoberfläche genießen wir unsere Cappucini, ärgern uns kurz über einen 1-Euro-Aufschlag fürs Coperto (= hiesiger Aufschlag fürs Gedeck – völlig okay für ein Essen im Restaurant, aber für einen Kaffee?!) und machen uns auf in die Berge.

Wir landen in Pietrapertosa in den „kleinen Dolomiten“. Wir haben einen Stellplatz mit bester Aussicht. Achim fängt die Szenerie mit seiner Drohne ein.

Vor dem Abendessen laufen wir noch ins Dorf. Leider ein bisschen zu spät, die Sonne ist gerade untergegangen. Die gute Nachricht: das Dorf ist bewohnt und lebendig. Kinder spielen auf der Straße, Männer sitzen in der Bar, es gibt mehrere Läden, Touristen allerdings sind keine da außer uns.

Eine hiesige Spezialität, Orechiette, daumengroße Nüdelchen, werden am Abend in der Bordküche mit grünem Spargel und Lachs verfeinert. Einen regionalen Wein dazu, nette Leute, und diese Aussicht, mehr brauchen wir nicht.