Wir sind noch knapp 90 Kilometer vor Venedig und es ist Biennale. Wir waren schon lange nicht mehr dort und während der Biennale noch nie. Jetzt freuen wir uns über die gute Gelegenheit.

Für unseren Bus haben wir einen Stellplatz in Punta Sabbioni, gegenüber vom Lido, ausfindig gemacht. Von hier aus können wir mit dem Vaporetto in die Stadt fahren.

Viele der internationalen Pavillons sind in den Giardini untergebracht, an denen wir mit dem Boot vorbeifahren.

Wir nähern uns dem Markusplatz und ich entdecke aufs Neue, wie schön es hier ist.


Zuerst wollen wir aber ein bisschen Kunst entdecken. Zur Biennale bitte rechtsrum.

Sie findet seit 1895 zweijährlich statt und ist damit die älteste Biennale und die älteste internationale Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Der Hauptschauplatz sind die Giardini im Stadtteil Castello, wo sich 28 Länder in ihren nationalen Pavillons präsentieren.
Bis uns die Füße weh tun und wir auch nichts mehr aufnehmen können, laufen wir von Pavillon zu Pavillon.
Hier ein kleiner Ausschnitt:

Sapmi, das Land der Samen, ist offiziell kein anerkanntes Land bzw. Nation (was eigentlich Voraussetzung ist, um einen Pavillon bespielen zu dürfen). Diesmal haben die skandinavischen Länder (Schweden, Norwegen, Finnland) auf ihre Anwesenheit verzichtet und dafür ihren, leider immer noch unterdrückten Minderheiten, die Möglichkeit gegeben, der Welt ihre Kunst zu präsentieren.

Südkorea vermischt Mythos und Technik.

Österreich bietet ein surreales Highlight in 1970er-Jahre Ästhetik.

Und der deutsche Beitrag von Maria Eichhorn setzt sich mit der Entwicklung des deutschen Pavillons im Laufe seiner über 100jährigen Geschichte auseinander: Errichtet als Bayerischer Pavillon anno 1909, wurde er unter anderem in der Zeit des Nationalsozialismus signifikant umgebaut, um das Regime zu repräsentieren und wirkt heute als wuchtiger Klotz eher unangenehm. Die Künstlerin geht dieser Entwicklung wortwörtlich auf den Grund.

Am meisten überrascht hat mich der Pavillon der USA, in dem sich die KünstlerInnen mit der Kultur der people of colour auseinandersetzen.

Der russische Pavillon ist geschlossen. Nach Kriegsausbruch sagten die russischen KünstlerInnen ihre Teilnahme an der Biennale ab – und setzten damit ein Zeichen des Protests gegen die Regierung Putins, die sie hier in Venedig vertreten sollten.
Es ist mittlerweile fünf Uhr und wir wollen noch ein wenig die Stadt bei Tageslicht genießen. Also verabschieden wir uns von den Giardini, leider ohne alles gesehen zu haben und schlagen den umwegigsten mäandrierendsten Weg zum Markusplatz ein. Hier ein paar Impressionen:






Bald geht die Sonne unter, als wir mit dem Boot zurück zum Bus schippern ist es bereits dunkel. Bei Spaghetti carbonara und einer Flasche Rotwein nehmen wir uns vor, spätestens in zwei Jahren zur nächsten Biennale zurückzukommen.
