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Raus aus der Komfortzone, rauf zum Gletscher

Unser Nachtplatz liegt auf 389 Metern. Damit sind wir quasi in der Poleposition für die Wanderung zum Gletscher. Wir sehen den Buarbreen vom Bett aus. Sogar das bläulich schimmernde Eis können wir von unten erkennen.

In der Früh um kurz nach sieben rumpele ich bereits so laut im Bus herum, dass auch Achim wach wird und aufsteht. Frühstücken, Brotzeit herrichten, Rucksäcke packen. Um 9 Uhr sind wir startklar.

Die größte Überraschung: Die Sonne scheint! Welche Freude! Und – Achtung, Spoiler! – wir werden die ganze Wanderung im Trockenen machen. Das hatten wir nicht zu hoffen gewagt.

Uns erwarten 450 Höhenmeter und ein Anstieg von etwa zwei Stunden. Der Weg schlängelt sich durch den Wald moderat nach oben, begleitet vom stetigen Rauschen des Gletscherflusses linkerhand. Nach einer Wegbiegung steigt der Adrenalinpegel das erste Mal: zwei Rindviecher, äh, schottische Hochlandrinder, haben es sich auf unserem Weg gemütĺich gemacht. Ihre Hörner und ihre Statur sind beeindruckend und wir sehen ein, dass sie hier die Stärkeren sind. Wir suchen uns einen vermeintlich sicheren Platz auf einem Felsen und versuchen, die beiden mit Klatschen, Rufen und sogar Stöckchen werfen dazu zu bewegen, sich ein wenig zur Seite zu bewegen. Doch wir interessieren sie nicht die Bohne. Da wir ihnen aber auch weiterhin nicht über den Weg trauen, schlagen wir uns ins Gebüsch und umrunden sie großräumig.

Der nächste Abschnitt könnte bei 10 Grad mehr als Spa bezeichnet werden. Beim ersten schmalen Steg über Wildwasser aus dem Gletscher klopft mein Herz vor Aufregung, doch dann laufe ich mich ein und überquere mir nichts dir nichts x von diesen Dingern. Einmal fehlt ein Steg. Ein findiger Wanderer hat eine Bohle auf zwei Steine gelegt, ich traue dem Konstrukt nicht, balanciere über die Steine im Wasser und hole mir natürlich prompt nasse Füße. Spaß macht das Queren über eine Hängebrücke – vertrautes Terrain für mich.

Abschnitt Nummer drei ist was für Klettermaxe. Nun verlasse ich endgültig meine Komfortzone. Wenn wir in die Berge fahren, was ja von uns zuhause aus kein großes Ding ist, gehen wir WANDERN nicht KLETTERN. Mich akrobatisch an einem Seil eine Felsplatte hochzuziehen, bin ich nicht gewohnt.

Vor einer besonders fiesen Stelle spielen wir kurz mit dem Gedanken, den Gletscher Gletscher sein zu lassen, aber dann packt uns doch der Ehrgeiz. Wir kraxeln hoch und höher, hangeln uns noch an einem Schneefeld lang, und dann sind wir oben. Oben heißt in dem Fall: Hier geht es nicht weiter. Es sei denn, man hätte sich einer geführten Gletschertour angeschlossen.

Wir freuen uns einfach, dass wir es bis hier geschafft haben und dass wir dem Gletscher so nahe gekommen sind. Imposant thront er über uns, zugleich ist deutlich zu erkennen, wie sehr er bereits geschmolzen ist. Während wir den Anblick genießen und unsere Brote essen, ist mir aber auch ein bisschen mulmig wegen des bevorstehenden Abstiegs.

Doch es ist weniger rutschig als befürchtet und die Akrobatik und die Wasserspiele kriegen wir auch hin, so dass wir um zwei wieder heil und auch ein wenig stolz am Bus ankommen.

Dass der Tag mit einem weiteren Highlight endet, wissen wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Wir fahren am Sørfjord entlang und stoßen nach 50 Kilometern auf den Hardangerfjord. Wir parken für die Nacht nahe der Brücke, die ihn majestätisch überspannt und laufen vor dem Abendessen noch durch einen in Regenbogenfarben erleuchteten Fußgängertunnel, der uns auf die Brücke über den Fjord führt. Warum nur können nicht alle Fußgängertunnel so schön sein?

Zwei Geheimtipps

Direkt an der Hauptstraße, die die Sehenswürdigkeiten im so genannten Golden Circle auf Island verbindet, gibt es einen kleinen Parkplatz. Das ist ja noch nichts außergewöhnliches. Er ist aber nicht als Parkplatz ausgeschildert (weil Privatgrund) und es steht auch kein Schild Bruarfoss da. Wir wissen aber aus unserem Reiseführer, daß die 7km-Wanderung hier sich lohnt. […]

Zwei Geheimtipps

Ganz viel Natur in der Schorfheide.

On the road again. Hier Achims Blogbeitrag zu unserer aktuellen Busreise:

Nach langem Coronabedingtem Warten konnten wir mal wieder losfahren. Ein Fernsehbericht hat uns davon überzeugt, in die Schorfheide nordöstlich von Berlin zu fahren. Na gut, sofort los ging’s dann doch nicht, es gab ein Problem mit dem Wohnauto. Das Problem war aber sehr schnell – nur drei oder vier Tage hat’s gedauert – gelöst. Mit […]

Ganz viel Natur in der Schorfheide.