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Bordeaux trinken bei Bordeaux

„Wenn es morgen wieder den ganzen Tag so schüttet wie heute, fahren wir durch. Hinter Bordeaux gibt es einen schönen Stellplatz direkt an der Gascogne“, schlägt Achim gestern Abend vor. Ich bin einverstanden. Sollte, entgegen der Wettervorhersage, es nicht ununterbrochen regnen, wollen wir uns Limoges anschauen und das Örtchen Périgueux, auf das wir neulich durchs SZ-Rätsel aufmerksam wurden.

Der Sonnenaufgang am Etang Duris bei Luant ist vielversprechend. Vielleicht haben wir heute mehr Glück als gestern. Da hat es vom Aufstehen bis zum Schlafengehen nonstop geregnet. Wir sind nur gefahren, unterbrochen von drei kurzen Stopps: Einkaufen, Ver- und Entsorgen und die Kanalbrücke bei Briare anschauen, wo ein Seitenkanal der Loire den tiefer gelegenen Fluss Loire quert.

Nach dem Frühstück lässt Achim die Drohne steigen. Wir kennen den kleinen See, an dem wir übernachtet haben, von unserer Spanienreise vor zwei Jahren. Und dann kommt tatsächlich die Sonne raus und wir geben Limoges ins Navi ein.

30 Kilometer vor unserem Zwischenziel fängt es wieder an zu regnen, aber da es nur regnet und nicht gießt, greifen wir zum Schirm und machen uns auf zu einem kleinen Spaziergang. Der dauert dann tatsächlich nicht sehr lang. Es ist kalt, vier Grad, und der Regen wird auch wieder stärker.

Hübsch die alte Brücke und die Häuser aus dem Mittelalter, stattlich die Kathedrale.

Beim Mittagessen überlegen wir lange hin und her, was wir mit dem Rest des Tages anfangen. Périgueux ist schnell aus dem Rennen. Zu nass. Stellplatz beim Winzer mit Weinverkostung oder den sehr verlockend aussehenden direkt an der Garonne? Wir entscheiden uns für den Wein und sind gespannt, was uns erwartet.

Nach 233 Kilometern und knapp drei Stunden Fahrt sind wir schlauer:

Benoît vom Château du Garde leitet das Weingut, auf dem wir heute übernachten, in vierter Generation. Wir verabreden uns mit ihm für 18 Uhr zu einer Dégustation, einer Weinprobe.

Bis zum letzten Jahr hat er 34 ha bearbeitet, erzählt er uns während der Verkostung. Das ist ihm zuviel geworden und so hat er sich bis auf 8 ha von seinen Weinbergen getrennt. Aus seinen Trauben stellt er Rot- und Weißwein her sowie den Clairet, eine Art Rosé, die es nur in der Gegend von Bordeaux gibt.

Nun will er sich mehr auf Tourismus konzentrieren. Camper sind jetzt schon willkommen, im Laufe des Jahres möchte er ein Sanitärgebäude einrichten und Radtouren nach Bordeaux anbieten. Das wird sicherlich funktionieren, denn es ist schön hier zwischen den Weinbergen, Benoît ist ein sehr kommunikativer Mensch und der Wein ist sehr lecker. Santé!