Wenn die Nachbarinnen tanzen

Als ich heute gegen 19 Uhr nach Hause ging, fühlte ich mich auf einmal recht einsam. Ich ging in das kleine Lokal, in dem ich schon vorgestern und gestern war und wurde gleich wie ein Stammgast begrüßt. Die ältere Tochter fragte mich gleich aus: Wie heißt Du? Woher kommst Du? Kinder? Mann? Dann haben wir die Bilder in meinem Handy angeschaut und schließlich schlugen sie und ihre kleine Schwester vor, dass sie für mich tanzen könnten. Es war großartig! Ich weiß schon von unseren Mädels aus dem „Rainbow“, dass Tanzen hier in der Schule gelehrt wird.

Die beiden haben das so nett gemacht, dass ich mich auf einmal wieder wohl fühlte und ganz beschwingt nach Hause ging. They made my evening!

Ich wohne gleich nebenan und zum Rainbow Children Home laufe ich etwa fünf Minuten durch zwei ruhige Geschäftsstraßen, in denen ich fast alles kaufen kann, was ich so brauche: Das gute Mount Everest Bier, die scharfen einheimischen Chips, Wäscheklammmern, Kleiderbügel, Besen und Kehrblech. Nur meinen kleinen elektrischen Heizofen habe ich auf dem Markt zusammen mit Goma gekauft. Meine Indienerfahrene Freundin Simone hat mich auf die Idee gebracht. Sonst wären die feuchtkühlen Abende in meinem Zimmer auch gar nicht zu ertragen.


Ich wohne in einem dreistöckigen Haus in einer ruhigen Seitenstraße (wenn nicht nachts die wilden Hunde bellen). Die Mitbewohner unter mir habe ich noch kein Mal gesehen. Auf meiner Etage wohnen Ben und ich, über uns Khim, der Bruder von Goma.

Im zweiten Stock, in dem wir wohnen, gibt es mehrere Zimmer mit Bad. Sie sind etwa 13 qm groß, die Wände hellgrün, ebenso die Vorhänge. Der große Ventilator unter der Zimmerdecke lässt von heißen Sommernächten träumen. Zwei Betten, ein niedriger kleiner Tisch, auf dem ich meine kleinen Geschenke arrangiert habe, und ein Schrank komplettieren das Mobiliar.

Ich freue mich sehr, dass ich ein eigenes Bad habe und manchmal auch heißes Wasser, meistens laukühles.

Ganz wundervoll: Der Blick aus meinem Fenster.

Nachdem ich vorgestern Mittag eine kleine Putzorgie veranstaltet habe und der Heizofen fast für angenehme Temperaturen sorgt, fühle ich mich hier recht wohl.

Das tollste ist aber, dass ich hier in meinen Schlafsack eingemuschelt auf meinem Bett liegen und mit all meinen Lieben daheim per WhatsApp telefonieren kann. Das ist unglaublich aber wahr.

3 Gedanken zu „Wenn die Nachbarinnen tanzen

  1. Avatar von HelliHelli

    Liebe Eva, das macht richtig Spaß, deinen Blog zu lesen. Wir sind gedanklich somit immer dabei. Es ist glaube ich eine ziemliche Herausforderung!!! In meiner Vostellung hab ich eigentlich immer wärmende Sonne erwartet, war natürlich recht blauäugig und unrealistisch 😠.
    Freuen uns auf deine weiteren Berichte. Alles Liebe dir!
    Helli und Gerd

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  2. Avatar von Brigitte DeutschmannBrigitte Deutschmann

    Das sieht ja schon gut aus und eigenes Bad ,weiß man wirklich zu schätzen.Und mit über WhatsApp telefonieren zu können, mit zu Hause ist auch ein grosses Plus!Es braucht alles seine Eingewöhnung und Anfangs war es ja wirklich strapaziös.Freue mich mit Dir,Brigitte

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  3. Avatar von Irmgard KaindlIrmgard Kaindl

    Guten morgen Eva,
    ich hoffe deinem Gemüt geht es wieder besser und es war nur ein kleiner Anflug von Heimweh. Die Bilder sind ja echt interessant das ich auch mal eine kleine Vorstellung bekomme wie es dort überhaupt aussieht. mmmmm ja das mit dem Geschirr und die Küche muss man sich schon dran gewöhnen. Ehrlich gesagt für mich wär das nix.
    Ich war am WoEnde skifahren. traumhaft blauer Himmel und Sonnenschein pur und nicht so viel Leute. Jetzt sitze ich schon wieder seit 6.45 Uhr im Büro.
    Wünsche dir eine schöne angenehme Woche. Pass auf dich auf! Lg

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