Nachtleben

Vor ein paar Tagen fragte Freund Gerd per E-Mail, was denn eigentlich mit dem Nachtleben in Pokhara sei. Ich antwortete etwas ironisch, dass wir hier jede Nacht bis in die Morgenstunden hinein  auf den Tischen tanzen würden und der Champagner in Strömen flösse.

Bisher haben wir nahezu alle Abende damit verbracht, dass wir zum Essen gingen und dann  gegen neun oder zehn zuhause waren. Ausnahmen waren die Kinoabende im Moviegarden und der eine Abend, an dem wir mit Magda und Rino beim Tumba versackt sind. Wenn wir an diesen Abenden gegen 11 nach Hause gingen, war kein Mensch mehr unterwegs. Die Lokale haben geschlossen, die Geschäfte die Eisenrolladen hinunter gelassen. Es ist dunkel. Die Bürgersteige sind hochgeklappt. (Man muss dich aber nicht fürchten. Es ist völlig sicher hier.)

Heute nun DIE Entdeckung: Das Upbeat. Hier gibt es anscheinend recht häufig Livemusik. Wir kamen zufällig auf unserem Heimweg hier vorbei und die Rockmusik gefiel uns. Also rein und ein Bier bestellt.

Auffällig die Gitarren. Nepalesische Instrumente? Klingen sehr gut. Ich sehe ein Plakat: Heute findet hier eine Jamsession statt, bei der in Nepal gebaute Instrumente präsentiert werden.


Wenige Minuten später gesellt sich eine junge Französin zu uns und erzählt: Sie und ihr Mann Tom sind vor einigen Wochen mit einer aus einer alten Zigarrenkiste selbstgebauten Gitarre hier in Pokhara gelandet. Sie lernten rasch andere Musiker kennen, die sie beknieten, für sie auch solche Instrumente anzufertigen. Im letzten Monat haben sie fünf gebaut und heute Abend war nun Premiere. Unter dem Label „Das Tom“ (die beiden stammen aus dem Elsass) wird das erste Mal öffentlich auf ihnen gespielt. Musiker und Publikum sind begeistert. Toller Sound, super Stimmung. Es gibt also doch ein Nachtleben hier, auch wenn es um halb sieben beginnt und um 10 endet.

 

 

2 Gedanken zu „Nachtleben

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