Viele erste Male und ein Wiedersehen

In den vergangenen zwei Tagen hatte ich viele erste Male: ich habe zum ersten Mal einen LKW überholt, bin zum ersten Mal eine Kehre gefahren, bin das erste Mal durch eine Baustelle gefahren und habe mich auf einem Rastplatz erstmalig auf einen LKW-Platz gestellt. Mit dem Bus.

Daheim hatten wir in Eching bereits auf den Parkplätzen geübt, auf denen ich auch Motorrad fahren gelernt habe. Das hatte mir schon gezeigt, dass es keine Zauberei ist, den Bus zu fahren. Aber bei einer Breite von etwas mehr als zwei Metern und einer Länge von 5,60m ist doch einiges zu beachten, etwa, dass man nach dem Überholen eines Lastwagens deutlich später wieder rechts einscheren kann als mit dem gewohnten PKW. Wieviel später? Zähle die Sekunden, die du brauchst, um an ihm vorbeizufahren. Ebenso lange zählst du, ehe Du wieder nach rechts ziehst. Oder: wenn du die Räder, die hinten auf dem Ständer sind, nicht abrasieren willst, wenn Du von einer Straße rechts abbiegst, musst Du ein bisschen mehr ausholen, als Du es normalerweise tust. Hat alles gut geklappt und wenn ich den Bus jetzt täglich fahre, wird er mir schnell vertraut sein.

Unser nächstes Ziel ist Annecy, südlich von Genf. Hier wollen wir uns mit Caro treffen, die letztes Jahr gemeinsam mit mir drei Wochen im Kinderheim in Nepal war. Bern, Lausanne, Genf, nach 300 Kilometern sind wir im französischen Annecy.

Es ist erst halb eins, so dass wir uns alle Zeit der Welt am Campingplatz Belvedère oberhalb des Sees lassen können. Die Sonne scheint, also Campingmöbel raus, Kaffee kochen, Mittagessen.

Danach geht es runter an den Lac d’Annecy, der mit seinen vielen Booten, bunten Blumenbeeten, einem großen Park mit riesigen alten Bäumen und vielen Flaneuren ein entspanntes Ambiente bietet. Wir bummeln mit und ruhen uns auf einer Bank noch eine Weile aus, bis es Zeit um Treffen mit Caro ist.

Wie schön ist es, wenn man sich nach einem Jahr wiedersieht und die alte Vertrautheit in kurzer Zeit wieder da ist. Caro und Greg zeigen uns als erstes die Altstadt. Wir bummeln durch enge Gassen, unter Arkaden uralter Häuser, landen auf kleinen Brücken, die schmale Kanäle überspannen. Annecy wird auch das Venedig Savoyens genannt.

Beim Abendessen probieren wir die regionalen Köstlickeiten: einen Nusswein zum Apéritif, Raclette und Tartiflette, einen vorzüglichen Kartoffelauflauf, der mit Reblochon, dem hiesigen vollmundigen Käse, zubereitet wird. Und zum Digestif (he, wir sind in Frankreich, da macht man das so!) gibt es noch den Genepi, einen Schnaps aus Beifuß.

Zu Fuß bummeln wir nach dem Abendessen durch die illuminierte Altstadt, weil es schön ist und weil man dabei zwei Kalorien und 0,0002 Promille verliert.

3 Gedanken zu „Viele erste Male und ein Wiedersehen

  1. Avatar von Rosi StrasserRosi Strasser

    Hallo Eva,
    nachdem wir auch bald ein Wohnmobil bekommen, kann ich gar nicht genug von Deinen Tipps bekommen. Das mit dem Überholen fand ich äußerst schlau, mal schob ich mich im Eifer des Gefechts nicht verzähle😇
    Liebe Grüße

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  2. Avatar von zimjoazimjoa

    Hat dies auf Unterwegs rebloggt und kommentierte:

    Einen kleinen Nachtrag zu gestern habe ich noch … Den Abstecher nach Hemberg (wie auf dem Spickzettel beschrieben) haben wir ausgelassen. Dabei hätte es bestimmt wieder die tolle Engadiner Nußtorte gegeben im Café am Ortseingang. Erinnerungen an Motorradtouren und insbesondere eine Radtour, damals. Stichwort Bächli 😊.
    Nun aber lasse ich Eva erzählen.

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  3. Avatar von Brigitte DeutschmannBrigitte Deutschmann

    Hut ab . liebe Eva.Nach Deiner Beschreibung vor dem Wegfahren, ist wirklich Übung angesagt um sicher zu fahren.Was im Ausland auch nicht so ohne ist.In Griechenland bin ich gefahren, da haben die Männer immer wieder überholt , um zu schauen ,weil eine Frau fuhr….Ihr habt es noch sehr weit.Werde gespannt auf Eure Berichte warten.Viel Glück und Freude dabei.Eure Brigitte

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