Funiculaire Monfort

Schon gestern, als wir von Annecy (noch) Richtung Süden fuhren, schwärmte Achim mir, der hochkonzentrierten Fahrerin, die den Blick nicht von der regennassen Straaße löste, von diesem außergewöhnlichen Felsmassiv vor. „Und einen riesigen Wasserfall gibt es auch!“ Kurz danach entdeckte er, dass sogar eine „Funiculaire“, eine Seilbahn, dort hoch führt.

Auf dem Rückweg, im Abschleppwagen, erfuhren wir von unserem netten Helfer, dass dies die steilste Seilbahn Europas sei. Somit war klar, womit wir uns heute die Zeit vertreiben würden, während unser Bus eine neue Lichtmaschine bekommt.

Früh standen wir auf, denn vor der Öffnung der Werkstatt um acht mussten wir uns ja noch anziehen, frühstücken und alles rutschfest verstauen. Eine Stunde bat sich der junge Mechaniker aus, um erstmal alles durchzumessen und seine Diagnose zu stellen. Wir nutzten die Zeit zu einem Spaziergang durch den hübschen Ort Le Touvet mit vielen alten Steinhäusern, einem eindrucksvollen Rathaus und schöner Kirche.

Um halb zehn ist klar: Wie bereits von uns vermutet, hat die Lichtmaschine ihren Geist aufgegeben, aber, Madame, kein Problem. In zwei Stunden können wir eine neue bekommen, wir bauen sie für Sie ein und um 18 Uhr können Sie Ihr Auto wiederhaben. Wunderbar. So machen wir’s.

Wir schwingen uns auf die Räder und fahren die 13 Kilometer nach Lumbin durch die Felder, immer mit Blick auf die uns umgebenden Berge.

Dass heute, Nebensaison, Wochentag, Nieselwetter, an der Seilbahn wenig los sein würde, dachten wir uns schon. Dass sie aber „wegen schlechten Wetters“ gleich ganz geschlossen hat, enttäuscht uns erstmal sehr. Verlockend liegen die Gleise da, steil ansteigend, in große Höhen.

Hm, ob wir wirklich ganz hoch laufen wollen? Pfft. Aber die 15 Minuten bis zum Chateau de Montfort gehen wir auf jeden Fall mal. Verfallen liegt das Gebäude aus dem 13. Jahrhundert vor uns. Irgendwer hat aber einen hübschen Blumengarten angelegt.

Weitere 15 Minuten über uns lockt die erste Stufe des Wasserfalls. Steil geht es hier hoch.

Die Beschreibung in Google liest sich so verlockend, dass wir weitergehen. Nach einer Weile stoßen wir wieder auf die Bahn, dann auf den nackten Fels, beides sehr spektakulär. Nach zweieinhalb Stunden sind wir oben und sehr froh, dass wir diese außergewöhnliche Wanderung gemacht haben.

Leider haben wir nicht die Muße, uns im Panoramacafé auszuruhen, denn wir wollen erstmal ausfindig machen, ob es einen Bus nach unten gibt. Gibt es vielleicht, aber keinen Fahrplan. Eine Dame, bei der  ich mich nach den Abfahrtszeiten erkundige, bietet an, uns mit ihrem Auto mitzunehmen. So eine Freude!

Unten finden wir auch ein Café, kaufen fürs Abendessen regionale, winzige, quadratische Nudeln ein und werden mit fröhlichem Gesichtsausdruck des Chefs in der Werkstatt empfangen. Das Auto läuft wieder, also: Bon voyage, gute Reise!

2 Gedanken zu „Funiculaire Monfort

  1. Avatar von RalfRalf

    Super Bilder mit sattem Grün! Das mit der Lichmaschine hat sich ja deutlich angekündigt. Jetzt passt das Bordnetz hoffentlich wieder. Noch viel Spaß.

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