So gut es uns auch im Ebrodelta mit seiner außergewöhnlichen Landschaft gefallen hat, heute zieht es uns weiter in die Berge. Auf der Autobahn, zu der es hier zunächst keine Alternative gibt, überlegen wir, ob wir als Zwischenstopp lieber nach Burriana oder nach Valencia fahren. Burriana punktet mit dem europaweit einzigen Orangen-Museum, Valencia mit einer sehr schönen Altstadt und einigen interessanten modernen Szenevierteln. Wir entscheiden uns für Burriana, da uns der Aufwand, in die Großstadt zu fahren, nur um einen kleinen Bummel zu machen und einen Kaffee zu trinken, zu hoch erscheint. Und Lust, länger in der Stadt zu bleiben, haben wir beide nicht. Gut, dass wir uns vorher im Internet vergewissern: das Museum in Burriana ist vorübergehend geschlossen. Schade. Was sie uns dort wohl gezeigt und erzählt hätten? Ich schäle uns stattdessen eine Orange und wir trinken einen Kaffee im hübschen Chiva.

Danach steigt die Straße an, Felsen und Schluchten wechseln sich ab.


Gegen vier erreichen wir das mittelalterliche Städtchen Bocairent. Schlechte Uhrzeit, um einen solchen Ort zu besichtigen. Hier machen nicht nur die Läden sondern auch die Cafés Siesta bis fünf.




Wer auf hat, ist die Stierkampfarena. Geplant wäre ich nicht dorthin gegangen. So aber stolpern wir quasi über sie und dürfen uns für 1,50 Euro Eintritt die Stallungen der Stiere, die Kapelle und die Arena anschauen. Als ich später im Internet nachschauen will, ob der Stierkampf in Spanien immer noch erlaubt ist (er ist), stoße ich auf eine sehr treffende Definition bei Wikipedia: „Als Stierkampf bezeichnet man die rituelle Tötung eines Kampfstieres mittels Stichwunden zur Erbauung einer dafür zahlenden Zuschauergruppe.“


Zwischendurch mag ich Tage wie diesen, sie bieten keine allzu großen Reize, so dass man einfach mal abschalten kann. Wenn ein Highlight das nächste jagt, wird es einem leicht zu viel. Wenn der Tag aber vor sich hinplätschert, wird der Kopf frei und es gibt wieder Platz für neue Eindrücke. Am späten Nachmittag fängt es an zu regnen. Wie gelassen man da sein kann, wenn man nicht mit dem Zelt unterwegs ist.

An unserem Ziel hätte ich allerdings etwas mehr Gelassenheit gebrauchen können. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mit meiner Enttäuschung klar kam. Unsere Campingplatz- App (ACSI) hatte den heutigen Stellplatz als „kleines Juwel im Hinterland mit Thermalbecken“ gelobt. Was wir antrafen, war ein kleines Disneyland, von Natur nichts zu spüren und das Bad macht um 19.30 Uhr zu (wir waren um 19.15 Uhr da) und um 10 Uhr auf. Super. Grummel. Mecker. Ommmmmmmm.




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