Am Ende der Welt

Finisterre oder Fisterra, wie der Galizier sagt, wird gern als westlichster Punkt Spaniens bezeichnet – was nicht ganz stimmt, denn der ist 20 Kilometer weiter nördlich. Das Cabo Fisterra ist windzerzaust und bietet einen malerischen Rundblick. Unser Reiseführer (Lonely Planet) erzählt, dass es ein Ritual der Pilger sei, die von Santiago aus noch weiter nach Norden wandern, nach der Ankunft auf den Felsen hinter dem Leuchtturm ihre qualmenden Socken, T-Shirts und anderen verschwitzten Kleidungsstücke zu verbrennen.

Hat keiner gemacht, während wir dort waren, aber einer der vielen Pilger, die wir unterwegs gesehen haben, hat seinen Schuh als Andenken stehen lassen.

Die Küste heißt hier Costa del Morte, Todesküste, denn viele Klippen und Felsen im Meer haben schon zahlreiche Opfer gefordert. Sie ist stark zerklüftet mit vielen felsigen Landzungen und kleinen Buchten. Um die alle abzufahren, bräuchte man Tage. Wir entscheiden uns für die direkte Route durchs hügelige Hinterland und erreichen gegen fünf die Hafenstadt A Coruña.

Im Yachthafen gibt es einen Stellplatz für Wohnmobile. Toiletten, Duschen, Restaurant benutzen wir gemeinsam mit den Skippern. Eine für uns sehr außergewöhnliche Atmosphäre, die wir bei einem kleinen Getränk erstmal auf uns wirken lassen.

Die Stadtmütter und -väter haben sich mit dem Paseo Marítimo etwas ganz besonderes einfallen lassen: eine 13 km lange Uferpromenade für Fußgänger und Radfahrer. Sie wird von Flaneuren, Gassigehern, Joggern, Radfahrern und uns gern genutzt und führt vom Hafen um die Halbinsel herum, vorbei an den Stränden nach Westen.

Wir treffen auf den Torre de Hércules, einen 2000 Jahre alten römischen Leuchtturm.

Und auf eine neuzeitliche Skulptur genannt „Millenium“.

In der Altstadt entdecken wir noch die zentrale Plaza. Doch es ist mittlerweile recht kühl, 15 Grad, und beginnt zu nieseln, so dass wir uns in einer der Gassen nach einem Ort fürs Abendessen umsehen.

In der Jamoneria „El Pinar“werden wir fündig. Erst gibt es zur Caña, dem kleinen Bier, ein paar Scheiben Schinken, Salami und Brot als Gruß aus der Küche. Das wiederholt sich auch beim zweiten Mal. Dann bestellen wir uns noch eine Platte mit gemischten Köstlichkeiten. So gemütlich. So lecker.

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