Moonwalk in der Wüste. Die kleinen Fünf.

Doug hatte es vorher schon erzählt, aber ich habe nur müde gelächelt. Das Chamäleon mache Moonwalk in der Wüste, um sich fortzubewegen. Wie bitte? Warum denn das? „Weil es durch diesen leicht schleppenden, wiegenden Gang aus Sicht des Falkens nicht mehr aussieht wie ein Tier sondern wie ein Blatt oder ein Zweig im Wind.“

Und dann ist es soweit. In einem Busch entdeckt Doug ein Tier, nähert sich ihm behutsam und bietet ihm zwei Mehlwürmer in seiner offenen Handfäche an. Das Chamäleon zögert nur kurz, dann krabbelt es auf die Hand und schlabbert die Delikatesse weg.

Wir sind heute Morgen mit „Living Desert“ unterwegs, die Touristen gern die Geheimnisse der Wüste, die hier bis an den Rand der Stadt Swakopmund reicht, nahebringen. Hier geht es nicht um die „Big five“, wegen derer viele Reisenden nach Afrika kommen. Statt um Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard und Büffel geht es heute um die „Little five“ Chamäleon, Wüsten-Gekko, Viper, Käfer und Spinne.

Und ja, als Doug das Chamäleon auf den warmen Wüstensand setzt, moonwalked es sich tatsächlich langsam und sehr lässig Richtung Schatten.

Doug und sein Team haben noch mehr Anschauliches und Lehrreiches für uns auf Lager. Nur hier, nirgendwo sonst auf der Welt, gibt es das Wüsten-Gekko mit seinen Entenfüßen. Die Häute zwischen den Zehen helfen dem kleinen Tierchen beim Graben seines Wohntunnels. An den zarten Spuren im Sand erkennen die Fachleute, wo das Gekko sich verbuddelt hat. Ganz vorsichtig holen sie es aus dem Wüstensand heraus, lassen uns es bestaunen und fotografieren – immer darauf achtend, dass es dabei im kühlenden Schatten bleibt und helfen ihm nach der Fotosession wieder zurück in seinen Tunnel.

Die Sandviper ist sehr giftig, erfahren wir. Die gute Nachricht: Bis heute ist kein Mensch an ihrem Biss gestorben. Die schlechte: Ihr Biss ist so schmerzhaft, dass man es sich fast wünschen würde. Sagt Doug und der muss es schließlich wissen.

Auch dieses Tier wird aufgespürt und unserer staunenden Gruppe präsentiert. Es ist ein Weibchen, das bald seine Kinder gebären wird. Gut, dass es um diese Jahreszeit kleine Geckos und kleine Eidechsen gibt, die die Jungen dann fressen können. Ihre Mama wird sich nämlich nicht weiter um sie kümmern.

Wir lernen noch, dass die Blindschleiche nicht etwa so heißt, weil sie blind ist, sondern weil ihre Hautoberfläche Licht reflektiert, also blendet.

Dass der Wüstensand nicht immer gelb sondern auch weiß oder rot ist und dies eine Frage des Alters, der Feinheit und des Eisenanteils ist.

Dass Wüste süchtig und glücklich machen kann.

2 Gedanken zu „Moonwalk in der Wüste. Die kleinen Fünf.

  1. Avatar von Deutschmann BrigitteDeutschmann Brigitte

    Moonwalk in der Wüste….ein toller Beitrag ,sehr interessant die Tierwelt und natürlich die Farben der Wüste an sich.Die Wüste ,die Weibliche,heißt sie nicht umsonst,mit ihren weichen Rundungen….Übrigens ,Wilfried hat mir seinerzeit einen Skorpion unter einem Stein gezeigt,war nicht ohne…er hat sich gefreut…..

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  2. Avatar von GabrieleGabriele

    Überall auf der Welt werden die Tiere weniger! Nicht nur die Spinne in der Wüste! Neueste Nachrichten aus good old Germany bis zu 60% der Insekten sind es weniger selbst in geschützten Wäldern.
    Genießt das Wunder
    😘❣️

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