Lore, leih mir Dein Herz

Stundenlang wetteifern heute zwei Ohrwürmer um meine Aufmerksamkeit. Der eine, der leichten Muße zugehörig, Lore, Leih mir Dein Herz und sei lieb zu mir, dann Lore leih ich Dir auch meins dafür. Ein ewig alter Karnevalsschlager, mit dem ich als gebürtige Rheinländerin groß geworden bin. Der andere Text gehört eher zur schweren Muse, stammt von Heinrich Heine und wurde uns schon in der Grundschule im Heimatkundeunterricht beigebracht.

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin. Ein Märchen aus uralten Zeiten, das geht mir nicht aus dem Sinn.

In beiden Fällen geht es um die Geschichte der Loreley, besser: die Geschichten, die Sagen, die sich um diesen Rheinfelsen bei St. Goar ranken.

Der Rhein ist hier nur 90 m breit, was etwa einem Drittel seiner normalen Breite entspricht. Entsprechend stark ist hier die Strömung. Eine zusätzliche Gefahr stellten früher die Felsenriffe im Wasser dar, so dass die Schiffe hier großen Gefahren ausgesetzt waren. Viele Schiffe versanken und viele Menschen mussten ihr Leben lassen.

So enstand die Sage von der wunderschönen blonden Jungfrau namens Loreley, die oben auf ihrem Schieferfelsen sitzt und die Blicke der Schiffer auf sich zieht, bis deren Schiffe an einem der Felsenriffe im Rhein zerschellen.

Vom Felsplateau aus, 125 m über dem Rhein, haben wir eine beeindruckende Aussicht hinunter auf den Fluss.

Wir wollen die Rheinseite wechseln, um wirklich einen Blick auf den Felsen zu bekommen. Unterwegs sehen wir noch die Burgen Katz und Maus und Rheinfels.

Im St. Goarer Ortsteil Biebernheim parken wir unser Wohnauto und gehen auf einer Anhöhe Richtung Rhein. Und siehe da! Von hier ist sie zu sehen, die Loreley, in voller Schönheit.

Dieser Felsen zählt weltweit zu den bekanntesten Plätzen Deutschlands und inspirierte nicht nur Brentano und Heine sondern auch zahlreiche andere Künstlerinnen und Künstler…

… oder Fotografen und ihre Modelle😊.


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2 Gedanken zu „Lore, leih mir Dein Herz

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