Nach unserer Wanderung am frühen Morgen gibt es in der Hütte bei unserem Schlafplatz noch ein gutes Frühstück mit Omelette, Olivenöl, Orangen und frisch gebackenem Brot. Dann fahren wir bei sengender Hitze und zwei Kaffeehausstopps in einem Rutsch 160 Kilometer weiter Richtung Osten bis zur Casa Bouaid, 30 Kilometer vor Rissani. Hier bietet die Berberfamilie Bouaid Campern an, auf ihrem Grundstück zu nächtigen. Wieviel man dafür bezahlen möchte, ist Ermessenssache. Erst seit Anfang des Jahres gibt es dieses Angebot und der älteste Sohn Abdelali kümmert sich um die Gästebetreuung. Er bewirtet einen mit Tee, zeigt den riesigen Obst- und Gemüsegarten und unterhält sich interessant und angeregt in sehr gutem Französisch mit uns. Von ihm erfahre ich, dass seine Großeltern noch Nomaden waren und seine Eltern die ersten aus der Familie, die Land gekauft haben und sesshaft geworden sind. Im Schlepptau hat er seine jüngeren Brüder Hamsa und Raschid, die ihm am nächsten Morgen helfen, uns mit frisch gebackenen Pfannkuchen und Minztee zu verwöhnen. Wir lassen uns Zeit, denn unser nächstes Ziel, Merzouga, liegt nur 80 Kilometer entfernt.

Auf dem Weg liegt Rissani, eine Stadt mit großer aber trauriger Geschichte: sie gilt als älteste Stadt Marokkos, wurde aber zweimal zerstört, zuletzt 1818. Das prächtige Hassantor empfängt die Besucher, gleich daneben liegt das Ministerium für Jugend und Erziehung, ebenfalls in einem stattlichen Gebäude. Auf den Straßen ist viel los, Jugendliche radeln von der Schule heim, Händler bieten ihre Waren auf der Straße und im überdachten Markt an.




Nach dem Einkaufen fahren wir weiter nach Süden und die Landschaft versandet zusehends. Und dann sehen wir sie: die berühmten Dünen von Erg Chebbi, 40 Kilometer lang, sieben breit, die höchsten bis zu 200 Metern aufragend. Seit zuhause freue ich mich hierauf und nun sind wir tatsächlich hier. In der Sandwüste.



Wir fahren auf den Campingplatz Haven la Chance und können tatsächlich bis an den Sand heranfahren. Vom Bus aus blicken wir in die Wüste, auf den fast goldfarbenen Sand, die gewellten Dünen. Erfrischung gibt es zwischendurch im Pool, dann gleich wieder zurück, Sand gucken. Als die Hitze gegen halb sechs etwas nachlässt, machen wir einen ersten Spaziergang in die Wüste hinein, hocken uns auf den Kamm einer Düne und schauen. Das Programm für morgen sieht nicht viel anders aus. So viel Wüstenatmosphäre wie möglich aufsaugen – und wenn es zu heiß wird, in den Pool springen. Ich freu mich drauf.



Liebe Eva, bitte macht so weiter mit den wunderschönen Bildern und Texten von eurer Reise. Ich habe bisher schon mit viel Interesse und Vergnügen euren Reiseblog verfolgt und jeden einzelnen Stopp mit viel Freude gelesen. Ihr macht das mit so viel Perfektion mit Text und Bild – es ist einfach phantastisch. Ich denke da steckt einerseits viel Zeit und Arbeit drin – andererseits auch viel Liebe und Leidenschaft. Ich freue mich auf weitere Stopps und weitere Beiträge. Ich wünsche euch, dass die Reise weiterhin so gut verläuft und ihr noch viele schöne Momente erlebt. Viele Grüße Uli Reiner, Neufahrn
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