
Als ich am Morgen wegen der angekündigten 30 Grad in kurze Hose und ärmelloses Hemd schlüpfe, freue ich mich, dass dies in Europa möglich ist. So eine legere Kleiderordnung habe ich in Marokko manchmal vermisst. Auch dass ich meinem Liebsten nun auf offener Straße ein Bussi geben oder mit ihm Hand in Hand laufen kann, finde ich prima. Und, ja, ich gebe es zu: ich mag es auch, unkompliziert Alkohol einzukaufen. Aber so ist das nun mal, wenn man eine Reise macht: manches an dem neuen Umfeld findet man viel besser als zu Hause, manches nicht. Außerdem ist es schön, wenn es zuhause was zum Freuen gibt.
Unser heutiges Etappenziel ist ein Campingplatz nördlich von Cordoba. Hier treffen wir uns mit Achims Schwester Ulrike und ihrem Lebensgefährten Rolf aus Berlin. Das hat schon fast Tradition. Letztes Jahr um diese Zeit haben wir uns im Ebrodelta getroffen.
Vorher planen wir noch einen Abstecher zu den Megalithgräbern bei Antequera, aber als wir dort ankommen, ist alles geschlossen. Seltsam. Es gibt keinen Hinweis auf Öffnungszeiten und wir fahren schulterzuckend weiter.
Der zweite Abstecher führt uns tausend Meter hoch zur Ermita Virgen della Sierra, der Jungfrau der Berge. Laut Internet liegt dieses kleine Kloster auf einem der besten Aussichtspunkte Andalusiens, aber leider ist es heute so diesig, dass es mit Aussicht nicht weit her ist. Ob sich der Umweg und die enge steile Auffahrt dann lohnen? Keine Ahnung, aber die bekommen wir nur, wenn wir es machen. Also los.

Die Auffahrt ist kein Problem, das Kloster ganz nett, die Aussicht eher bescheiden, aber der Picknickplatz, der frisch aufgebrühte Kaffee und die mit Schinken, Ei und Tomate belegten (noch aus Marokko stammenden) Croissants sind wunderbar.





Entspannt und hochzufrieden fahren wir noch hundert Kilometer bis Cordoba. Diese interessante Stadt haben wir letztes Jahr schon besichtigt. Diesmal fahren wir dran vorbei direkt zum Camping in Villafranca de Cordoba.
Dieser hat zu meiner Überraschung und Freude einen Pool und wir lagern erstmal ein, zwei Stündchen im Gras und erzählen von unseren jeweiligen Reisen.

Am Abend werfen wir zusammen, was die Bordküchen so hergeben. Wir haben noch leckeres Marokkanisches dabei. Merguez, Oliven und Datteln, die Nachbarn steuern Pasta und Pesto bei.

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