Nordlichter!?

Die Flasche Sekt habe ich heute Morgen in den Kühlschrank gestellt. Falls wir heute Nacht die ersten Polarlichter unseres Lebens sehen sollten, wird sie geköpft (danke, Michael und Iftah!).

Gestern Nacht gegen eins flüstert Achim mir zu: „Eva, komm! Es gibt Lichter!“ Obwohl ich beim Insbettgehen noch gedacht hatte, dass ich niiiie mehr aufstehen könnte, springe ich aus dem Bett und bin im Nu draußen.

Leichte graue Schleier tanzen am sternklaren Himmel. Mehr ist mit bloßem Auge nicht zu entdecken. Achim hat seine Kamera aufs Stativ gestellt und auf den Bildern ist es schon farbiger.

Für kommende Nacht sind noch bessere Werte vorhergesagt. Wenn es sich nicht bewölkt, stehen unsere Chancen nicht schlecht, das Himmelsschauspiel auch ohne technisches Hilfsmittel zu bewundern.

Erstmal aber fahren wir nach dem Frühstück in das kleine Dorf Njurgulahti, unweit von unserem Wanderparkplatz. Wir versuchen, eine Bootstour auf dem Lemmenjoki zu ergattern. Ein Traum wäre eine Fahrt zum Canyon und den Wasserfällen, mal sehen, ob jetzt zum Ende der Saison noch jemand zu einem erschwinglichen Preis fährt.

Die Gegend hier ist auch berühmt für ihre Goldvorkommen. Am Lemmenjoki wird seit 1945 nach Gold geschürft, als Kriegsheimkehrer hierherkamen, um ihr Glück zu finden. Im Gebiet leben immer noch Goldwäscher, von denen ab und zu auch jemand fündig wird.

Boote sind zwar da, aber kein Käptn in Sicht.

Dann also weiter nach Inari, zum zweitgrößten See in Finnland. Kurz halten wir nochmal an Stromschnellen an, dann erreichen wir den Ort.

Gleich links fällt ein großes modernes Gebäude auf: es ist das Sajos, das Kulturzentrum der Samen. Es beherbergt das finnische Parlament der Samen, ein Archiv und eine Bücherei, einen großen Veranstaltungsraum mit über 400 Plätzen, Shop und Café.

Ein paar Schritte weiter, am aufwändig gestalteten und preisgekrönten Sápmi-Museum Siida, das wir morgen besuchen werden, erhaschen wir einen ersten Blick auf den Inari-See. Für uns ist er der nördlichste Punkt unserer Reise. Hier wollten wir her, um die Ruska, den finnischen Indian Summer, von Nord nach Süd zu begleiten und um die Nordlichter zu sehen.

Wir bummeln ein wenig am See entlang. Der Ort ist ganz klein. Hier wohnen 500 Menschen, es gibt eine Tankstelle, ein Hotel, ein Restaurant, zwei Supermärkte, leider kein Café. Mit zwei Coffee to go und drei Teilchen aus dem Supermarkt setzen wir uns auf eine Bank am See und genießen die Aussicht.

Einen Übernachtungsplatz am Wasser finden wir zehn Kilometer südlich des Ortes. Hier lassen wir uns heute Nacht überraschen. Polarlichter? Daumen drűcken, bitte!

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