Immer das Gleiche?

Die Szenerie ändert sich zur Zeit ja nur minimal: Wälder und Seen. Seen und Wälder. Keine pittoresken Altstädte (unser running gag seit unseren Spanienreisen), keine Museen oder Kunstwerke (außer Heimat- und Militärmuseen und wenn es mal was anderes gibt, wie das Atelier der Holzbildhauerin Eva Ryynäen gleich hier um die Ecke, dann ist es seit 15. September geschlossen).

Dennoch: wenn wir irgendwo langfahren, rechts und links die weißen Birken mit ihren gelben Blättern und wir erspähen einen See, bricht jedes Mal wieder das große Entzücken aus: „Guck mal, der See dort!“ Begeisterung. Anhalten. Gucken. Foto machen.

Irgendwie schaut es eben doch nicht immer gleich aus. Mal ist das Licht anders, mal glitzert es auf dem See, mal sieht es ganz besonders nach Ruska aus. Und so gondeln wir auch heute weiter durch die karelische Landschaft und schauen, was der Tag uns so bringt.

Erstmal werden wir von einem jungen Mann, mit dem wir nach dem Frühstück vorm Auto ins Gespräch kommen, in die Irre geleitet. Wenn wir weiterfahren, sagt er, können wir auf weitere Inselchen gelangen und am Ende gibt es wieder eine Fähre – und so was wie einen Fjord! „Das schaut aus wie in Norwegen“, strahlt der Finne. Wer sind wir, dass wir solch guten Ratschlägen nicht Folge leisten. Also auf der Hauptstraße links statt rechts abgebogen und ja, der erste Damm, der zweite, eine Brücke. Herrlich! Ich wundere mich, warum diese tolle Route nicht im Reiseführer steht. Fünf Minuten später weiß ich es: der Weg wird immer schmaler (O-Ton Achim: „Den Feldweg wäre ich nicht mehr weitergefahren!“ und dann ist er zu Ende. Vor uns das Wasser, aber kein Damm, keine Brücke und erst recht keine Fähre. Glücklicherweise gibt es einen Platz, auf dem ich den Bus wenden kann.

Einmal über alle Inselchen, ich glaube, es sind insgesamt sieben oder acht, zurück aufs Festland, dann das Trinkwasser an der Tankstelle auffüllen und Einkaufen.

Im nächsten Ort, Juuka, soll es  ein Viertel mit alten Holzhäusern und ein gutes Café geben. Das wollen wir uns anschauen.

Die Holzhäuser werden gerade mit EU-Mitteln restauriert, in einem von ihnen ist das Café, das zugleich ein Geschenke- und ein Secondhand-Laden ist.

Die Mango-Papaya-Torte und auch die Mokkatorte schmecken sehr gut, einziger Nachteil: die Stücke sind sehr klein. Gut, dass wir noch Apfelkuchen im Bus haben.

So gestärkt fahren wir weiter nach Koli und erklimmen den gleichnamigen Berg, Hügel, keine Ahnung, die Erhebung ist 357 Meter hoch und bietet fraglos einen traumhaften Ausblick.  Die vielen Inselchen im See und das tiefe Blau des Wassers sind nicht nur tausendfach fotografiert worden (im Sommer treten sich hier die Touristen auf die Füße). Auch viele finnische Maler haben dieses Motiv auf ihren Leinwänden verewigt.

3 Gedanken zu „Immer das Gleiche?

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