Fast den ganzen Vormittag haben wir es uns im Bus gemütlich gemacht: lange geschlafen, gefrühstückt, gelesen. Gegen Elf machen wir uns schließlich auf, Helsinki zu verlassen. Das dauert, denn das benachbarte Espoo grenzt nahtlos an die Hauptstadt. Nach fast einer Stunde städtischem Trubels haben wir es geschafft, biegen links ab und haben wieder unsere Ruhe.

Unser erstes Ziel ist eine schmale Halbinsel südwestlich von Helsinki. An deren Ende ist ein Wanderparkplatz und da der Regen gerade eine Pause macht, wagen wir einen kleinen Spaziergang. Hier geht es nicht über Bohlenwege durchs Moor sondern über Felsen durch den Wald. Ab und zu erhaschen wir einen Blick aufs Meer. Und ganz kurz auf eine Hirschkuh mit ihrem Jungen.

Es ist uns in Finnland schon des öfteren aufgefallen, dass es viele Angebote für Menschen mit Behinderung gibt. So auch hier. Gleich in der Nähe ist ein Parkplatz für sie vorgesehen. Ab hier ist ein rollstuhlgerechter Weg ausgeschildert.

Wir folgen ihm neugierig. Nach etwa 100 Metern biegt der Weg rechts ab und endet in einer formidablen Aussichtsplattform. Bei besserem Wetter ein herrliches Ausflugsziel für Leute im Rollstuhl.

Wir setzen unsere kleine Wanderung fort, sind nach einer Stunde zurück am Bus und treten die Rückfahrt an. Unterwegs halten wir an einem kleinen Café, das von einer jungen Frau betrieben wird. In den Regalen werden auch Dinge für den täglichen Bedarf wie Zahnpasta, Salz und Nudeln angeboten. Wir bestellen zwei Stück Apfelkuchen und Kaffee und nehmen am einzigen Tisch Platz. Das Sitzangebot ist auf den Sommer abgestimmt. Draußen gibt es reichlich Stühle und Tische. Wir zahlen 16 Euro und fahren weiter.
Es regnet wieder, da hängen wir nochmal zwei Stunden Fahren an und bringen uns damit in die Pole Position für morgen. Es sind neun Stunden Sonne angesagt und wir wollen in die Schären.
Am Abend machen wir noch eine Entdeckung. Auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht landen wir auf dem Parkplatz eines früheren Sanatoriums, das vom finnischen Architekten Alvar Aalto Anfang der 30er Jahre gebaut wurde. Es war für TBC-Patienten entworfen, die (vor der Entdeckung des Penicillin) teils viele Jahre hier verbringen mussten. In diesem Fall hat sich der Architekt auch intensive Gedanken über die Innenausstattung gemacht, z. B. hat er „leise“ Waschbecken entwickelt, damit der Bettnachbar im Zweibettzimmer nicht gestört wird. Das Gebäude wurde für das UNESCO-Weltkulturerbe nominiert.

Für die Nacht suchen wir uns aber noch einen anderen Platz. Nur neun Kilometer entfernt gibt es mal wieder einen schönen See.

Mit einem weiteren guten Beispiel: auf dieser Rampe können Menschen, die im Rollstuhl sitzen, ins Wasser fahren.


So you are in Paimio. Not so far from beautiful Salo and from my town Somero. 😃
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I live in Finland. I just visit Italy on holidays, like now. 😊
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