In den Schären

Noch ein Grund mehr, wiederzukommen: der „Roadtrip über die Schärenringstraße“ (auch bekannt als Archipelago Trail). Das sind 250 Kilometer, acht Fähren und fünf große Inseln, auf dem sich die faszinierende Schärenwelt mit ihren zahlreichen Inseln, Brücken und kleinen Fähren erkunden lässt. Mit mehr als 50.000 über das Meer verstreuten Inseln, ist diese Region der größte Archipel der Welt. Vollstãndig fahrbar ist dieser Roadtrip aber nur vom 12. Mai bis 3. September. Da sind wir leider einen Monat zu spät.

Immerhin können wir heute ein Teilstück fahren, von Kaarina, dem letzten kleinen Küstenort vor den Schäreninseln bis nach Korpo, auf vielen Brücken, immer kleiner werdenden Straßen und insgesamt drei Fähren. Die gelben Fähren sind kostenfrei und gehören quasi als schwimmende Brücken zum Straßensystem.

Bis die versprochene Sonne durchkommt, dauert es lange. Deshalb trödeln wir erst ein wenig rum und gehen dann Einkaufen. Beim Mittagskaffee mit Munkki (finnisches Fettgebackenes) kommen endlich die ersten Sonnenstrahlen aus dem Nebel.

Gleich sieht die Welt ganz anders aus und die Lust, die Gegend zu erkunden, steigt. Wir verlassen die Hauptstraße, um zu einem schönen Fotospot zu kommen. Nach drei Kilometern stehen wir am Wasser und der Weg ist zu Ende. Macht nichts. Wir wollen ja auch nur ein Foto machen.

Das sieht der Fährmann auf der gegenüberliegenden Seite anders. Gleich kommt er angebraust. „Be my guest!“, ruft er uns freudig zu. Wieviele Gäste er wohl transportiert am Tag, dass er sich so freut über uns? Als wir eine Viertelstunde später zurückkomen, weil sich der Weg als Sackgasse entpuppt hat, winkt er uns freudig zu und steht ein paar Minuten später an unserer Beifahrertür. In der Hand zwei flexible Reflektoren, die man sich um den Oberarm winden kann, mit Werbung von Finferries drauf. Ein Geschenk für uns.

Über eine kleine Schotterstraße kehren wir zur Hauptstraße zurück, fahren erneut auf eine Fähre und erreichen Korpo. Wenn man die gesamte Ringstraße fahren will, muss man hier eine Bezahlfähre zur nächsten großen Insel nehmen. Die hat ihren Betrieb, wie gesagt, bereits eingestellt. „Warum wohl?“, frage ich mich. Am Wetter kann es nicht liegen. „Das ist eine reine Touristenfähre“, meint Achim. Und für die paar, die jetzt noch unterwegs sind, lohnt sich das nicht.

Was wir aber entdecken ist eine Fähre nach Åland, die hier ablegt. Bisher waren wir davon ausgegangen, dass wir dazu nach Turku zurückkehren müssen. Das werden wir heute Abend mal recherchieren. Denn auf unserem Zettel steht außer Turku für diese Finnlandreise nur noch die Rückreise über die Åland-Insel. Na, das würde doch passen. Turku würden wir dann nächstes Mal besuchen.

Abends im Hafen versuchen wir, online ein Ticket zu buchen. Das klappt aber nicht. Deshalb fahren wir einfach morgen früh zur Fähre und schauen, was passiert.

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