Wo fahren wir denn heute hin?

„Wo fahren wir denn heute hin?“, frage ich Achim beim Frühstück. Das ist keine rhetorische Frage. Wir wissen es tatsächlich nicht. „Nach Süden“, ist deshalb die richtige, wenn auch etwas vage Antwort.

Wir haben uns auf unser (neues) Ziel Süditalien nicht richtig vorbereitet. Hinzu kommt, dass unsere Freunde, mit denen wir diese Reise gemeinsam unternehmen werden, wegen einer unverhofften Busreparatur erst später loskommen und dass für die Region Venetien Starkregen vorhergesagt wird. Da wollten wir eigentlich den ersten Stopp auf unserem Weg Richtung Süden einlegen. Und nun? Keine Ahnung. Wir fahren mal los. Richtung Süden.

Die Alpen empfangen uns mit Föhn, Sonne und 22 Grad.

Kaum verlassen wir den Felbertauerntunnel sind es nur noch elf Grad und die Südseite der Alpen nimmt uns mit tief hängenden Wolken und den ersten Regentropfen in Empfang.

Beim Mittagessen entscheiden wir uns, heute nach Chioggia, am südlichen Ufer der Lagune von Venedig, zu fahren. Am Abend können wir dann schon mal die Adria begrüßen und morgen das Städtchen anschauen.

Der Plöckenpass soll uns hinüber nach Italien führen. Doch halt! Ein Schild will uns die Zufahrt verwehren: „Chiuso!“ Ein kleineres Schild ergãnzt allerdings: „21 – 6“. Da wir die Einzigen auf der Straße sind, gucken wir rasch ins Internet und erfahren, dass die Passstraße erst seit vorgestern wieder befahr ist, genau 500 Tage nach einem großen Felssturz auf italienischer Seite.

Bei Nebel kurven wir hinauf und hinunter, Achims Motorradfahrerherz schlägt schneller angesichts der vielen Kehren und dann sind wir in Italien.

Noch zwei Stunden Autobahn und wir sind am Ziel.

Vom, wenig schönen, Stellplatz in Chioggia sind es nur fünf Gehminuten bis ans Meer. Es ist gleich halb Acht, aber wir sagen schnell noch guten Abend.

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