In den bunten Bergen

Wenn ich die Augen zu mache, klingt es als würde es stark regnen. Wenn ich sie öffne, sehe ich Hunderte von Kormoranen im Pulk über den See schwimmen und mit ihren Flügeln aufs Wasser patschen. So verwirbeln sie das Wasser und kommen besser an ihre Beute. Frühstückszeit.

Die Berge gegenüber präsentieren sich in zartem Rot-grün. Wir können uns nicht satt sehen. Klickklickklick macht Achims Kamera.

Ein großer Schwarm Störche kreist in einiger Entfernung über den Bergen. Hinter uns, wo gestern Abend die Wölfe waren, machen wir mit dem Fernglas drei Geier aus, die bräsig auf einem Felsvorsprung hocken.

Im See gesellen sich Reiher, Gänse, Haubentaucher und Blesshühner zu den Kormoranen. Nach zwei Stunden in frischer Morgenkälte (5 Grad) koche ich Kaffee und mache Frühstück, das wir im Freien zu uns nehmen. Wir wollen hier draußen nichts verpassen.

Erst gegen Mittag fahren wir ein Stück weiter, auf Schotterpiste im Halbrund auf die andere Seite des Sees, wo wir die Busse abstellen und einen kleinen Spaziergang machen. Immer mit Blick auf die bunten Berge.

Das Städtchen Beypazarı nur 30 Kilometer weiter östlich mit seinen 50 000 EinwohnerInnen bietet trotz einiger verheerender Brände in den vergangenen 150 Jahren das Bild einer osmanischen Stadt mit vielen Häusern im osmanischen Stil. Sie haben in der Regel drei Stockwerke. Davon ist das Erdgeschoss mit Steinen gemauert, die oft vorkragenden Obergeschosse bestehen aus Fachwerk.

Wir besuchen die örtliche Moschee und kaufen Brot, Obst und Gemüse in der Bazarstraße ein.

Als wir auf dem Heimweg durch eine kleine Gasse laufen, heißen uns mehrere ältere Bewohnerinnen und Bewohner mit einem freundlichen „Hoș geldiniz!“ willkommen.


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