Ich weiß nicht, ob ich jemals an einem Tag so viele Schafe gesehen habe wie heute. Wir sind etwa 160 Kilometer gefahren und haben auf dieser Strecke zig zig zig Herden gesehen. Rechts der Straße, links der Straße, auf der Straße. Immer gut bewacht.


An manchen Stellen unterwegs hätte man Steine ernten

oder Mohn pflücken können.

Bei diesem weißen Bodenbelag dachten wir zunächst an Salzkristalle. Erst aus der Nähe entdecke ich, dass es ein Blütenteppich auf Wasser ist! Plantnet weiß auch, was hier wächst: Wasserhahnenklee. Ich bin begeistert.

Bald erreichen wir Khenifra, finden eine Bäckerei mit leckeren marokkanischen Keksen und knackigem Baguette, das es später zum Mittagessen gibt, einen Supermarkt, der Kaffee und Käse für uns hat, einen Dattelhändler und natürlich Obst- und Gemüsestände. Als wir gerade in den Bus gestiegen sind, wird das Beifahrerfenster von fünf jungen Mädchen umringt. Ich lasse das Fenster herunter und sie schnattern auf Arabisch und Französisch los, gucken neugierig in den Bus, machen uns Komplimente und stieben lachend und nach Kusshändchen wieder auseinander, als ich mich nach ein paar Minuten von ihnen verabschiede.

Zum Mittagessen mit Baguette, Käse, Datteln und Oliven finden wir diesmal problemlos eine Nische am Rand der kaum befahrenen Straße bei bester Aussicht. Leben wie Gott in Marokko.

Kurz vor Les Sources de Oum er-Rbia, dem Quellgebiet des längsten Flusses des Landes sind die Felsen mit bunten Teppichen gesprenkelt. Waschtag und Vorbereitung auf die Saison. Was hier in der Hochsaison los sein muss, können wir erahnen, als wir uns zu einem kleinen Spaziergang zur Quelle aufmachen. Zwei riesige Parkplätze (auf denen wir allein stehen) sind schon fertig, ein weiterer ist im Bau. Aber vor allem: auf dem etwa viertelstündigen Weg zur Quelle reiht sich eine (derzeit leere) Verkaufsbude an die andere. Wand an Wand. Wir können es gar nicht fassen.





Unser nächstes Ziel sind die Zedernwälder bei Azrou. Dort leben die Berberaffen. Vor etwa zehn Jahren waren wir hier von den neugierigen und frechen Äffchen umringt, diesmal bleiben sie scheu im Wald und auf den 40 Kilometern, die wir auf wirklich nicht empfehlenswerter Strecke durch den Nationalpark fahren (mehr als zwei Stunden von einem Schlagloch zum nächsten) sehen wir zweimal kurz ein paar der Tiere. Dafür umso schönere Bäume.
Sehr überraschend auch die Temperaturwechsel des Tages: in Khenifra ist es heiß bei über 25 Grad, später beim Mittagessen sehr angenehm bei um die 20, wir können es ohne Schatten geradeso aushalten. In den Zedernwäldern geht die Temperatur dann auf kühle 12 Grad runter. Als ich am nächsten Morgen in unserem blühenden Kirschgarten auf dem Campingplatz Amazigh aufwache, hat es sechs Grad.





Achims Blogbeitrag findest du hier.


































































































