Komoot, eine App für Tourenplanungen, hat die folgende Tour für uns ausgearbeitet : Vorgaben waren nur unser Standort, Speyer und Mannheim und das Ganze bitte als Rundtour. Ok, das ist eine machbare Tour. Auf meinem Fahrradnavigationsgerät habe ich die Route mit mehr als 20 Punkten und unter Berücksichtigung der örtlichen Radrouten verfeinert und um 5 […]
In Deidesheim wird gegen den Tonfilm agitiert. Dieser ist kitschig und einseitig und ruiniert die Künstler, heißt es. „Fordert gute stumme Filme!“, lautet die Devise – im Deutschen Museum für Foto-, Film- und Fernsehtechnik. Wir entdecken es auf unserer Radtour rechts, links und entlang der Weinstraße. Das Museum präsentiert auf einer Ausstellungsfläche von 400 qm über 5 500 Exponate einer der umfangreichsten Sammlungen aus den Bereichen Film, Fotografie und Fernsehen von den Anfängen bis zur Gegenwart.
Manchmal passt das Timing, manchmal nicht. Heute Morgen zum Beispiel. Wir waren gerade 20 Minuten geradelt, noch satt von einem üppigen Frühstück, als wir an einem idyllisch gelegenen Forsthaus vorbeifahren, das mittlerweile ein Café ist. Schade, keine Kaffeelust, kein Appetit. Also weiter.
Schön die Weinberge, die hier gar keine Berge oder Hügel oder Hänge sondern Felder sind. Zu gern würde ich wissen, warum die Winzer immer so herrliche Rosenbüsche vor die Rebreihen setzen. Wir haben dies auch schon in anderen Weingegenden gesehen, es ist also keine lokale Spezialität.
Sehr wohl eine lokale Spezialität ist der Rivaner, den wir beim Winzerverein Deidesheim für heute Abend einkaufen.
Noch ist es aber erst früher Nachmittag und wir schauen uns auf unserer 55 km Route noch Bad Dürkheim und andere kleine Weindörfer an, die meist einen schönen alten Ortskern und etliche Weinhöfe haben.
Wir sind aber standhaft, kehren nirgendwo ein (Also in kein Weingut. Das Eis in Bad Dürkheim war köstlich), denn am Abend wollen wir zur Burg von Wachenheim oberhalb unseres Campingplatzes aufsteigen und dort den Rivaner und die Aussicht genießen. Und diesmal war das Timing ziemlich gut.
Grau beginnt der Tag und unser Stellplatz beim Weingut Junghof ist sehr praktisch (der Wein war köstlich!) aber nicht schön. Einen regnerischen Tag zumindest teilweise auf dem Parkplatz am Hof verbringen? Och, nö. Also planen wir keine Radtour oder Wanderung sondern fahren gemütlich die Weinstraße gen Norden. Ganz in der Nähe bei Annweiler lockt eine […]
Aufgereiht stehen die Brötchentüten vor der Rezeption unseres Campingplatzes. Säuberlich mit Namen versehen. So kann der Tag mit einem leckeren Frühstück starten.
Ehe wir weiterziehen, wollen wir uns noch Forbach anschauen, ein kleiner Ort gleich nebenan.
Warum gibt es hier bloß so eine große Kirche!?
Sie ist Johannes dem Täufer geweiht und wurde 1886 bis 1891 aus heimischem roten Sandstein mit zwei Türmen in neuromanischem Stil erbaut.
Auch innen ist sie prächtig ausgestattet.
Pech haben wir ein paar Orte weiter in Herrenwies. Hier soll es laut Prospekt und Internet einen Kunstpfad geben, auf dem wir gern, trotz des grauen Wetters und der immer wieder einsetzenden Schauer, gewandelt wären. Das muss aber jeweils so temporär sein, dass momentan gar nichts davon zu erspähen ist.
Nur Wiesenschaumkraut. Das ist aber auch schön.
Wir beschließen, den Schwarzwald zu verlassen und uns die Deutsche Weinstraße in der Pfalz anzuschauen. Sie beginnt im Süden in Schweigen-Rechtenbach mit dem Deutschen Weintor. Dessen Geschichte ist leider eine düstere: von den Nationalsozialisten 1936 erbaut sollte es wie die frisch ersonnene Deutsche Weinstraße die Pfalz als Weinbaugebiet bekannter machen. Deutliche Ressentiments gab es schon gegen die französischen Nachbarn.
Unser Navi hat keine Bedenken, uns auf dem direkten Weg dorthin zu leiten, dass der durch Frankreich führt, stört es auch nicht.
Wir sind – Corona bedingt- erstmal erschrocken. Wie war das nochmal? Grenze zu Frankreich wieder offen? Dürfen wir hier jetzt langfahren? Ja, wir dürfen. So wie wir es nun seit Jahrzehnten gewohnt sind, passieren wir die deutsch-französische Grenze ohne Kontrolle, ohne Stop.
Wir überqueren den Rhein auf einer alten Eisenbahnbrücke und kommen durch kleine idyllische elsässische Dörfer, vorbei an fast künstlerisch gestalteten Wassertürmen.
Am deutschen Weintor angekommen, fotografieren wir ein bisschen und machen uns dann auf die Suche nach einem Café. Zuerst aber finden wir einen kleinen Park mit interessanten Skulpturen. So kommen wir also doch noch zu etwas Kunstgenuss heute.
Und was finden wir etwas später in der Kuchenvitrine? Schwarzwälderkirschtorte. Nehmen wir natürlich.
Kaffeeundkuchensatt fahren wir auf die Weinstraße und erreichen nach wenigen Kilometern das Weingut Jung in Heuchelheim.
Der Winzer bietet zwischen Straußwirtschaft und Garagen zwei (!) Stellplätze für WoMos an. Wir sind die zweiten. Nicht idyllisch, aber zweckmäßig. Zehn Schritte und die Verkostung der Pfälzer Weine kann beginnen.
Und dann kommt der Moment, in dem ich bei Helmut Kohl, ja, DEM Helmut Kohl, Abbitte leisten muss. Ich fand seine Vorliebe für Saumagen, Saumagen!, immer gruselig. Und dass er dieses Zeug, das doch kein vernünftiger Mensch essen kann, auch noch anderen Staatsgästen servieren ließ.
Hier steht er auf der Speisekarte und ich wende mich sogleich den anderen Angeboten zu. Doch Achim ist mutig heute Abend und fragt Frau Jung danach, was Saumagen denn tatsächlich ist: Schweinefleisch, Brät und Kartoffeln, zubereitet wie ein Fleischkäse, früher im Magen, heute im Kunstdarm serviert. Und was soll ich sagen: „Entschuldigung, Herr Kohl, jetzt verstehe ich Ihre Vorliebe!“ Saulecker!
Nach weiteren Grauburgundern und Jungs Jungen Wilden sind wir froh über die nur zehn Schritte bis zum Bus.
Ziemlich zufällig haben wir uns einen schön gelegenen und ruhigen Campingplatz im nördlichen Schwarzwald ausgesucht. Die Kriterien waren einfach : kleines Nebental, schöne Wandergegend und bitte kein Remmidemmi. Der Platz in Erbersbronn bei Forbach schien uns genau der Richtige zu sein. Bingo! Vielleicht 40 Dauercamper (drei oder vier Wagen sind gerade belegt) und eine schöne […]
Wir sind in den letzten zweieinhalb Monaten rund 1000 Kilometer geradelt. Überwiegend im Landkreis Freising. Ein wenig auch in den angrenzenden Landkreisen. Es war schön. Trotz Corona.
Seit gestern dürfen die Campingplätze wieder öffnen und wir nutzen die Gunst der Stunde. Eigentlich wären wir nächste Woche Richtung Norden gefahren, nicht mit den Rädern sondern mit unserem Wohnauto. Island wäre unser diesjähriges Reiseziel gewesen. Doch auch hier kommt es wegen der Pandemie anders als geplant.
Stattdessen sind wir heute Richtung Westen aufgebrochen. Der Westen Deutschlands will erkundet werden statt des fernen Nordens.
Zwei bis drei Wochen wollen wir uns treiben lassen und heimische Gefilde (neu) entdecken.
Wie schön, wieder im Bus zu sitzen, hoch oben über der Straße und in gemächlichen Tempo die vorbeiziehende Landschaft zu genießen.
Unser erster Stop ist am Ipf. Achim hat dieser Tage beim Studium der Landkarte diesen Kegelberg im Nördlinger Ries bei Bopfingen entdeckt.
Die Kelten hatten hier vor langer Zeit eine Festung, die sie mit verschiedenen Wällen, die heute noch in der Landschaft zu erkennen sind, befestigt haben.
Eine alte Lindenallee führt auf den Gipfel des rund 600 Meter hohen Hügels. Wir müssen aber nur 200 Höhenmeter überwinden, weil Bopfingen eh schon auf 400 Meter liegt.
Oben ist die Vegetation karg und man hat einen großartigen 360-Grad-Blick.
Zurück am Bus koche ich Kaffee und Achim schmiert zwei Stullen. Urlaubsgefühle. On the road again.
Ich bin ein wenig beunruhigt, ob es mit den Übernachtungsplätzen auch wirklich klappt. Wir sind ja mitten in den Pfingstferien. Hoffentlich sind nicht zu viele reisefreudige Camper unterwegs. Wir hatten Gerüchte gehört, dass manche Plätze einen nur nehmen, wenn man Dauercamper ist oder wenn man mindestens sechs Tage bleibt. Ob wir die sanitären Anlagen nützen dürfen, ist auch nicht klar.
Für unsere erste Nacht steuern wir einen Stellplatz in Bad Urach an. Die Fahrt dorthin führt uns hügelaufhügelab durch die liebliche Schwäbische Alb.
Problemlos finden wir einen Platz. Wir sind etwa zu zehnt hier. Doppelt so viele könnten hier stehen. Für 10 Euro inklusive Kurtaxe bekommen wir nicht nur den Übernachtungsplatz sondern auch Strom und Wasser.
Nicht immer ist „Campingverhalten“ auf dieser Art von Stellplatz erwünscht. Hier aber haben alle ihre Stühle und Tische rausgestellt und es sich gemütlich gemacht.
Auch wir ruhen uns erstmal ein halbes Stündchen aus, ehe wir zu einer kleinen Feierabendtour zu den Uracher Wasserfällen aufbrechen.
Jedenfalls für mich, die ich mich elektrisch unterstützen lasse, ist es eine Feierabendtour, für Achim, der selbst der Motor seines Fahrrads ist, entwickelt sich die Tour zu einem frühabendlichen Workout. Durch den Wald fahren wir recht steil bis zum Kopf des Wasserfalls.
Nun, vielleicht ist es auch eher ein Wasserfällchen. Jedenfalls ist es schön hier und die knapp einstündige Tour macht uns Spaß.
Dicke Bohnen mit Kartoffeln und Speck stehen, zurück am Bus, heute Abend auf der Speisekarte, zum Nachtisch gibt es ein Glas Weißwein und ein bisschen Schokolade. Bloggen, Lesen, Route für morgen planen.
Im Winter ist es im Bus immer ganz besonders gemütlich. Während draußen die Temperaturen sinken und der Schnee fällt, ist es drinnen kuschelig warm und wir lieben es, gemütlich zu frühstücken, am späten Nachmittag eine Runde Tavla zu spielen und dann zu kochen. Heute gab es Spatzn mit Bregenzer Spatznkäse. Lecker.
Frühstück de luxe. Ach nein, die Eier fehlen.5 : 3 für mich ging dieses Spiel aus. „Mit Glück!“, sagt Achim.Wir sind ja geübte Zelter. Da hatten wir immer nur eine Flamme. Hier sind es zwei.
Gegen 11 wird es dann aber höchste Zeit, mal die Nase aus dem Bus zu stecken. In der Nacht fielen rund 15 Zentimeter Neuschnee und ab und zu spitzt sogar mal die Sonne raus. Winterwetter also, wie wir es uns erhofft hatten.
Eigentlich wollten wir diese Woche ja Schneeschuhwandern. Das ist hier aber nicht so gern gesehen. Es gibt von der Touristeninfo weder schriftlich noch mündlich Informationen über mögliche Touren. Der zuständige Mensch gestern verwies auf die vielen Kilometer geräumter und täglich gepflegter Winterwanderwege einerseits und die drohende Lawinengefahr abseits dieser Routen andererseits. Ist aber auch egal, denn Hauptsache, wir können den Schnee genießen. Also Grödel unter die Schuhe und los.
Unser heutiges Ziel ist das Waldhaus an der Breitach. Bei mir werden dabei Kindheitserinnerungen wach. Wenn ich einen Zitronenfalter sehe, denke ich immer an die Wanderung, die ich als 10-Jährige mit meinen Eltern dorthin gemacht habe – und die Myaden von Zitronenfaltern, die uns dabei umflattert haben.
Wir laufen durch den großzügig angelegten Kurpark von Riezlern, queren die Breitach und schwingen uns in einer großen Kurve hoch zum Schwarzwasserbach. Sehr idyllisch folgen wir seinem Lauf, bis er sich nach einigen Kilometern mit der Breitach vereint.
Leider ist der direkte Weg zum Waldhaus gesperrt, so dass wir einen riesigen Umweg laufen müssen und nach über drei Stunden Gehzeit gegen 14 Uhr beschließen, dass uns die verbleibende Zeit nicht für die gesamte Tour reichen wird (wir wollen schließlich nicht im Dunkeln heimkommen). Wir haben ein Picknick dabei und nehmen also rund 40 Minuten vor dem Ziel unseren Stehimbiss ein und kehren danach um.
Kalte Schinkennudeln schmecken gar nicht so schlecht.
Auf dem Rückweg genießen wir die Landschaft und die Vorfreude auf einen gemütlichen Abend im Bus.
Seit Wochen freuen wir uns auf eine Woche im Schnee in unserem Wohnmobil. Letztes Jahr waren wir im Bayerischen Wald und im Tannheimer Tal, diesmal haben wir uns für das Kleinwalsertal bei Oberstdorf entschieden. Schnee haben wir reichlich, steht auf der Homepage.
In strömendem Regen fahren wir die 200 Kilometer und fragen uns, wie denn noch irgendwo ein bisschen Schnee liegen kann. Viele Niederungen im Allgäu haben sich in temporäre Seeflächen gewandelt, der Iller steht so hoch, dass er wohl bald über die Ufer tritt.. Und es regnet auch noch, als wir die Höhestufe ins Kleinwalsertal erklimmen. Wir haben uns einen kleinen Campingplatz ausserhalb einer Ortschaft ausgesucht, eine kleine Straße führt von Riezlern aus zu einer dick vereisten Wiese, dem Wohnmobilstellplatz. Es schüttet immer noch. Vorsichtig rangiere ich nach den Formalitäten den 3,5 Tonner auf seinen Platz , Stromkabel anstecken und bloß nicht mehr raus.
In unserer Therme in Slowenien finden wir den richtigen Tagesanfang.
Während Eva schon mal ihre Bahnen im Schwimmerbecken zieht, schlafe ich mal richtig aus. Mehr oder weniger gleichzeitig treffen wir uns dann im Thermenbecken – 9 Grad Luft, 37 Grad Wasser 👍.
Mittlerweile hat die Sonne den Tisch und die Stühle von der Nachtfeuchtigkeit befreit, das ausgiebige Frühstück findet draußen statt. Danach genießen wir nochmals das Thermalbecken und müssen dann leider weiter. Richtung Heimat.
Das Navi soll uns eine schöne, Auobahn- und mautfreie Streckung zum Mondsee suchen.
Tut es. Die Strecke führt erst durch die Südsteiermark, dann Richtung Norden auf der B77 und B114 über kurvige und teils sehr steile Strecken ins Salzkammergut. Dauert eine halbe Ewigkeit, bietet aber grandiose Ausblicke.
Hier komme ich noch mal mit meinem Mopped vorbei …
Es ist ja mittlerweile richtig Herbst, die Sonne geht schon vor dem Abendessen unter. Selbiges sollte es heute beim…
Neulich in Kapfenstein wurde uns eine Alternative zu unserem geplanten, heutigem Reiseziel vorgeschlagen. Statt in die Hundertwassertherme in Bad Blumau könnten wir doch mal in die Terme Banovci bei Banovci fahren. Die läge in Slowenien, sei sehr schön und günstig.
Und es gibt einen FKK-Bereich, das mögen wir ganz gern. Das Wetter ist toll, die Sonne scheint vom blauen Himmel – probieren wir das doch mal aus.
Am Eingang zum Thermalbecken werden wir mit dem Hinweis „Geschlechtsverkehr und Zurschaustellung sind verboten“ begrüßt. Ich denke, das ist in allen Thermen so. Nur diese Deutlichkeit haben wir so noch nie gelesen.
Wir genießen also den Tag im 36 Grad warmen Wasser und blinzeln in die Sonne. Da fällt einem ja auch immer einiges aus der Vergangenheit ein.
Schon vor vier Jahren nämlich wollten wir hier vorbeikommen, mit den Fahrräder und Zelt unterwegs an der Mur von der Quelle (naja, fast) bis zur…