Unser erster Blick aus dem Auto, das wir heute Nacht am Schlossberg in Kapfenstein geparkt hatten, zeigt uns erneut eine nebelverhangene Kulisse. Zauberisch hüllen die Schwaden die Weinberge ein.

Auf den zweiten Blick erkennen wir, dass wir nicht auf dem Gelände des Weingutes Winkler-Hermaden, in dem unsere Freunde ausstellen, stehen, sondern auf dem des benachbarten Buschenschanks. Dessen Inhaber fegt während unseres Frühstücks sehr nachdrücklich den Platz. Wir verstehen dies als Wink mit dem Zaunpfahl, uns woanders hinzustellen, was wir auch brav tun.
Ganz in der Nähe beginnt ein Geotrail, der rund um den Schlossberg führt und die geologische Besonderheit der Region, ihre vulkanische Beschaffenheit, erläutert.




Dann noch einen kurzen Abstecher in die Ausstellung, „Baba!“ wie der Österreicher sagt. Wir verabschieden uns von unseren Steiermärker Freunden – und brechen auf nach Deutschlandsberg, etwa 60 Kilometer Richtung Westen, um uns mit unserer singapolesischen Freundin Jessica zu treffen.

Die Anfahrt zu ihrem Burghotel ist schweißtreibend. Wir haben den Bus auf dem zentralen Parkplatz im Ort abgestellt, wo wir auch nächtigen dürfen, und müssen nun mit den Rädern den Burgberg hinaufradeln bzw. -schieben.
Oben angekommen finden wir unsere Freundin und einen Buschenschank mit heurigem Wein („Sturm“) und Maroni. Eine zünftige Jause, guter Schilcherwein und ganz viel Erzählen schließen sich im Laufe des Abends an. Es gibt eigentlich nicht viel, was über gute Freundschaften hinausgeht, oder?





























































Es war einmal ein Marqués de Comilla, der 1817 in dem kleinen Ort am Meer als Antonio López geboren wurde, nach Kuba auswanderte und dort als Sklavenhändler, Tabakplantagenbesitzer, Reeder und anderen Geschäften ein Vermögen machte. Als er nach vielen Jahrzehnten in seine Heimat zurückkehrte, hegte er den Wunsch, seinen Heimatort zu verschönern und beauftragte führende Modernisme-Architekten mit dem Bau verschiedener Häuser.
Gaudí war erst 31 Jahre alt, als er den Auftrag annahm, ein Sommerhaus für Marqués de Comillas Schwager zu bauen. Weil der Bau recht extravagant geraten ist, wird er Capricho de Gaudi (Gaudís Laune) genannt.
Das Ziegelsteingebäude ist mit Kachelbändern aus grünen Blättern und Sonnenblumen verziert sowie arabisch inspirierte Elemente wie ein an ein Minarett erinnernder Turm prägen die Fassade.
Die Villa wird heute als eines der ersten relevanten Werke des berühmten spanischen Architekten angesehen und ist eines der drei Bauwerke, die er außerhalb Kataloniens baute.






