Sturmwarnung

Island kann auch Sommer

Es traf uns gestern Abend aus heiterem Himmel: eine Sturmwarnung für unsere Route nach Vik: Starke Winde mit orkanartigen Böen seien zu erwarten. Die Website Safertravel.Is schrieb: „Schlechte Fahrbedingungen für Wohnmobile und Wohnanhänger. Bitte passen Sie Ihre Reisepläne an.“ Was tun? Wir beschließen, früh aufzubrechen, da der Sturm erst gegen eins losgehen soll, und es bis Vik nur 110 Kilometer sind.

Die gestrige Sturmwarnung hängt heute wie ein Damoklesschwert über uns. Als ich wach werde, lugt sogar die Sonne noch hervor und kein Lüftchen regt sich. Trotzdem wecke ich Achim um halb acht und bereite nur ein kleines Müslifrühstück zu. Um neun sind wir dann tatsächlich unterwegs.

Fünf Minuten später schon der erste Stop. Ein völlig deformiertes Brückenteil erzählt von einer interessanten Geschichte: 1974 wurde hier durch eine 900 m lange Brücke die Ringstraße fertiggestellt, so dass man die Insel nun einmal umrunden konnte. 1996 brach der Vulkan Grímsvötn aus. Er liegt unter dem uns seit zwei Tagen begleitenden Gletscher Vatnajökull. Durch die mächtige Eruption kam es zu einem Gletscherlauf von über 50 000 cbm/sec und riesige Eisblöcke von bis zu 2000 t wurden in die Ebene geschwemmt. Die Brücke wurde dabei komplett zerstört. Zur Erinnerung wird hier ein Teil der Brücke gezeigt.

Ein Brückenteil zur Unkenntlichkeit verbogen
Die 1974 neu errichtete Brücke
1996 zerstört

Wir queren jetzt eine besondere Landschaft, eine endlose Schotterebene, die sich hier über eine Breite von 50 km und eine Länge von etwa 25 km ausdehnt. Ein solcher Sander entsteht, wenn sich Gletscherschmelzbäche in der Ebene verbreitern und ihr mitgeführtes Material ablagern.

Im Skeiðaràrsandur, dem größten Sander Islands

Bei der Weiterfahrt beobachte ich den Himmel und die Uhrzeit. Es scheint noch alles im grünen Bereich zu sein. Also biegen wir von der Hauptstraße ab und folgen zwei Kilometer der Piste bis zum Canyon Fjaðrárgljúfur. Ein kurzer Spaziergang führt uns zu den Klippen.

Bis zum heutigen Tagesziel sind es nun noch etwa 50 Kilometer. Es windet jetzt ein bisschen, aber nicht wirklich der Rede wert.

Wieder durchfahren wir ein Gebiet, das uns sehr deutlich die Naturgewalten vor Augen führt: der Eldraun (dt.: Feuerlava) ist das drittgrößte zusammenhängende Lavagebiet der Erde (ca. 600 qkm).

Lava so weit das Auge reicht

Bei einem Vulkanausbruch 1783/1784 wurden weite Teile Islands verwüstet. Die große Aschenmenge hatte Auswirkungen auf das Klima in ganz Europa. Missernten und Hungersnöte seien die Folge gewesen.

Außer Moos konnten sich hier offenbar über hunderte von Jahren keine anderen Pflanzen ansiedeln. Ein bizarrer Anblick.

Mit Moos bewachsene Lava

Der Himmel hat sich nun zugezogen. Es ist kurz vor eins und nicht mehr weit nach Vik. Ohne Regen und Wind erreichen wir den dortigen Supermarkt und kaufen wieder für mehrere Tage ein: Bananen, Rosenkohl, Kartoffeln, Skyr, Leichtbier und gaaaanz viele Kekse, damit mein lieber Achim nicht darben muss.

Der Campingplatz ist gleich nebenan und wir kochen erstmal Kaffee und lassen die vielen verschiedenen Eindrücke sacken.

Auf dem C-platz in Vik: sturmfreie Bude

Nach einer Weile mummeln wir uns warm und regenfest ein und machen uns auf den Weg zum Strand. Es nieselt jetzt, aber wir wollen uns noch etwas bewegen.

Der Sand ist tief schwarz, der Nordatlantik recht ruhig und der Wind verhalten. Gut, dass der Wetterbericht einmal mehr unrecht hatte. Hauptsache er hat morgen wieder recht, da ist Sonne angesagt.

Skaftafell

Zu gerne wären wir auf dem Parkplatz am Jökulsārlon über Nacht geblieben – das ist verständlicherweise verboten. Wir fahren also 50 Kilometer zum Skaftafell-Camping, stellen uns an den Rand des großen Platzes. Hier gibt es keinen Stromanschluss (den brauchen wir auch nicht), dafür ganz viel Ruhe. Lange sitzen wir vor dem Bus, freuen uns über […]

Skaftafell

Ein Tag zwischen Eisbergen und Gletscher

Wahrscheinlich haben wir noch nie an einem derart außergewöhnlichen Ort „Strammen Max“ gegessen. Während in der Pfanne die Spiegeleier brutzeln, schwimmen draußen die Eisberge vorbei.

Mittagessen mit Eisberg

Wir sind an einem der schönsten Naturwunder Islands, dem Jökulsárlón. Der Gletscher kalbt, sprich kleine und große Eisblöcke brechen von ihm ab und plumpsen in den See. Dort treiben sie herum, bis sie schmelzen. Malerisch liegen sie ganz in der Nähe vom Parkplatz herum und locken die Menschen zu Hauf an. Dieses Jahr, noch im Zeichen der Pandemie, hält sich die Zahl der Zuschauenden allerdings in Grenzen.

Noch beeindruckender ist es, wenn man mit dem Boot hinausfährt. Wir kaufen uns Tickets für ein altes Amphibienfahrzeug, das von der amerikanischen Marine gebaut wurde, wie uns an Bord erzählt wird.

Wir sind hin und weg von den vielfältigen Formen und Farben der Eisberge. Noch nie zuvor habe ich dieses Naturschauspiel aus nächster Nähe beobachten dürfen. Und dann dieses Wetter dazu: Sonne, blauer Himmel, Windstille. Genuss pur.

Später am Nachmittag wechseln wir hinüber auf die andere Straßenseite und fotografieren am Diamantenstrand weiter. Kleine Eisbrocken werden aus der Lagune ins Meer getrieben und teilweise zurück an den – hier schwarzen – Strand getrieben. Dort funkeln sie in der Sonne wie Diamanten.

Ein Tag zwischen Gletscher und Eisbergen – magisches Island.

Vom Hochland ans Meer

Hier Achims Eindrücke unserer vergangenen zwei Reisetage:

„Vielleicht kommt ja auch die Sonne noch mal raus – Sie wird erst um 0 Uhr untergehen“ schrieb Eva im letzten Blog über unseren Tag im Hochland. Und tatsächlich … kurz nach 22 Uhr scheint die Sonne . Wir haben dann spontan noch die kleine Wanderrunde über 5 km gemacht. Sehr schön. Am nächsten Morgen […]

Vom Hochland ans Meer

Ins Hochland

Ja! Wir dürfen! Hochoffiziell in Island rumreisen. Um 11.30 Uhr haben wir in Egilsstaðir einen weiteren PCR-Test gemacht, um 19 Uhr kam die Nachricht auf unsere Handys: Kein Corona. Island, wir kommen!

Unser erster Ausflug führt uns ins Hochland, das den Großteil des Landesinneren von Island ausmacht. Alles, was mehr als 200 Meter über dem Meeresspiegel liegt, etwa 75 % der Gesamtfläche von Island, wird als Hochland bezeichnet. Wir können dieses Gebiet kaum bereisen, da die Straßen allesamt nicht asphaltiert  und nur für Wagen mit 4-Rad-Antrieb zugelassen sind.

Es gibt zwei Ausnahmen. Die eine ist im Norden des Landes, wo wir erst später hinkommen. Die andere ist hier und führt uns erstmal am schönen Wasserfall Hengifoss vorbei.

Dann geht es hinauf. Es sind nur wenige hundert Höhenmeter, aber die Landschaft ändert sich rasch. Wieder sind wir im Schnee, Berge werden sichtbar.

Die etwa 40 km lange Straße wurde für den Bau des Staudamms Kárahnjúkar und des Kraftwerks errichtet. Davon profitieren wir jetzt. Das ganze Projekt ist aber sehr umstritten, da es einen tiefen Einschnitt in die Natur darstellt. Der Stausee ist riesig. Sehr beeindruckend der alte Canyon, der übrig geblieben ist.

Auf dem Rückweg biegen wir nach etwa der Hälfte der Strecke nach rechts auf eine Schotterpiste ab und gelangen nach zwei Kilometern an die Berghütte Laugafell.

Der Schokokuchen mit Rhabarbermarmelade ist sehr lecker, dass wir auf dem Parkplatz mit unserem Bus übernachten dürfen, ist großartig, aber das Spektakulärste befindet sich hinter dem Haus: zwei Hotpots mit 38 und 42 Grad – wie alle Hotpots auf Island von heißen Quellen gespeist.

Im Hintergrund Berge und ein Wasserfall, unglaublich schön.

Wir haben jetzt Nudeln gekocht, zu Abend gegessen, gebloggt – und ehe wir ins Bett gehen, werden wir nochmal das heiße Wasser und die außergewöhnliche Aussicht vom Hot-Pot aus genießen. Vielleicht kommt ja auch die Sonne noch mal raus – sie wird erst um 0 Uhr untergehen.

In Quarantäne

Angekommen in Island müssen wir drei Tage in Quarantäne. Achim beschreibt diese erste Zeit in unserem neuen Reiseland:

Das Ticket für die Fähre nach Seyđisfjördur haben wir schon eineinhalb Jahre in der Tasche. Letztes Jahr konnten wir unsere WoMo-Tour nach Island einfach verschieben, die Fährlinie Smyrrillines war kulant. Wir verschoben um genau ein Jahr. Corona beeinträchtigt das Leben und erst recht das Reisen immer noch. Ein nochmaliges Verschieben war nicht möglich, weswegen wir […]

In Quarantäne

Weite Reise in den Norden

Oh, nein! So sollte unsere Islandreise, die wir 2020 wegen Corona um ein Jahr verschieben mussten, nicht losgehen: „Lassen Sie den Motor warten!“, steht plötzlich im Display unseres neuen Wohnmobils, das gerade mal 3000 Kilometer auf dem Buckel hat. Den Motor warten? Eines funkelnagelneuen Autos?

Da Sonntag ist, können wir nicht viel dagegen unternehmen und beschließen, wie geplant, erstmal nach Flensburg weiterzufahren. Aber die Gedanken rattern und ein tiefenentspannter Reisetag wird das jetzt nicht mehr. Das Hauptproblem ist die Zeit: wir müssen bis morgen Abend Hirtshals im Norden Dänemarks erreichen, weil übermorgen Früh dort die Fähre nach Seydisfjördur im Osten Islands ausläuft.

Prost Flensburg!

Wir suchen uns einen Übernachtungsplatz beim Flensburger Yachthafen und gehen erstmal auf ein Bier in eine der zahlreichen Kneipen dort. Seeluft schnuppern und Boote gucken beruhigen. In Flensburg gibt es einen großen Fiathändler, bei dem wir morgen Früh um Hilfe bitten werden. Auf unserem Parkplatz werden kostenlose Coronatests angeboten. Wir buchen zwei für 8.30 Uhr am nächsten Morgen, denn wir brauchen einen Nachweis, dass wir kein Corona haben, für den Grenzübertritt. So ist alles erledigt und wir lassen uns die Fish and Chips beim Gosch zum Abendessen schmecken.

Der Coronatest am Morgen erweist sich als vorsichtiger Nasenabstrich und ist schnell erledigt. Um 7.45 Uhr sind wir bei Fiat Bauer. „Kein Problem, wir schauen uns das gleich an. Wenn Sie in der Zwischenzeit einen Kaffee möchten, bedienen Sie sich!“ Hach, wann will man schon mal wildfremde Menschen umarmen?!

Noch besser wird es, als wir nach dem letzten Schluck Kaffee  unseren Autoschlüssel zurückbekommen: „Alles in Ordnung!“ „Äh, ja danke. Was war denn?“ „Der Partikelfilter war kaputt. Ein bekanntes Phänomen.“ Hm, ja, nun gut. Wenn er das sagt. Wir freuen uns, dass wir unsere Reise jetzt fortsetzen können, bedanken uns für die spontane Hilfe und steuern Richtung Grenze.

Arbeitersiedlung an einer alten Kupfermühle bei Flensburg

Auf dem Weg dorthin halten wir an einer ehemaligen Kupfermühle an, ein Industriedenkmal, das wir uns unbedingt anschauen sollten, so der Rat meines Bruders. Wir bummeln durch die Gassen der früheren Arbeitersiedlung, die hervorragend in Schuss ist und sich sehr malerisch präsentiert.

Dänische Hotdogs müssen sein.

Willkommen in Dänemark! Trotz der Pandemie verläuft der Grenzübertritt völlig problemos. Der junge Grenzbeamte sieht sich unser Testergebnis im Handy an und winkt uns weiter. Die erste Raststätte mit dänischen Hotdogs ist unsere. Schließlich haben wir noch nicht gefrühstückt.

Als wir am späten Nachmittag in Hirtshals ankommen, regnet es. Der Stellplatz, den wir uns vorher ausgeguckt hatten, war einer Baustelle zum Opfer gefallen. Nach einigem Hin und Her landen wir schließlich im Hafen, wo schon einige Busse parken. Inzwischen scheint auch wieder die Sonne. Perfekt. Zum Abendessen schnibbele ich eine Pfanne mit Auberginen, Zucchini, Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch und reichere sie mit einer Handvoll Woknudeln an. Lecker. Dann noch ein bisschen spielen und lesen und schon haben wir einen Vorgeschmack auf Island: obwohl es kurz vor elf ist, ist es noch hell. Also ziehen wir die Rollos runter und kuscheln uns in Bett.

Übernachten im Hafen von Hirtshals

Am nächsten Morgen gibt es ein schnelles Frühstück, wir packen die letzten Dinge in unsere Taschen für die Fähre und schon bedeutet uns ein Angestellter der Smyrillline, unserer Fährgesellschaft, weiter vorzufahren, da gleich mit dem Einchecken begonnen würde.

Unser Schiff nach Island: die Norröna

Wir müssen den PCR-Test vorweisen, den wir in Göttingen gemacht haben (und der leider erst gegen Mittag kam, so dass wir ihn für die dänische Grenze noch nicht hatten), bekommen zwei Plastikkarten als Schlüssel für unsere Kajüte an Bord. Wenig später  werden wir zu einer Teststation gelotst und durchs geöffnete Autofenster erneut einem Test unterzogen. Dies ist der dritte in drei Tagen.

36 Stunden an Bord

Wir bleiben von Dienstagvormittag, elf Uhr bis Donnerstagmorgen, 8 Uhr auf der Fähre und richten uns in ein entspanntes Treiben ein: mal hier sitzen, mal dort sitzen, mal an Deck gehen (meist nur kurz, weil zu kalt), aufs Wasser gucken, sich über ein paar Basstölpel freuen, essen gehen, ein Bierchen trinken, lesen, spielen. Das Meer ist freundlich zu uns, prophylaktisch eingenommene Reisetabletten tragen auch zum Wohlbefinden bei.

Einfahrt nach Torshavn auf den Färöern

Für eine willkommene Unterbrechung sorgt die Zwischenlandung auf den Färöer-Inseln. Sie gehören zu Dänemark und bestehen aus 18 vulkanischen Felsinseln, die zwischen Island und Norwegen im Nordatlantik liegen und durch Straßentunnel, Fähren, Dammstraßen und Brücken miteinander verbunden sind. Auf dem Rückweg werden wir hier für zwei Nächte Station machen.

Danach kommt kurz Hektik auf, weil alle Passagiere aufgefordert werden, sich im Café zur Vorbereitung ihrer Einreise einzufinden. Hier wird jetzt die Spreu vom Weizen getrennt: Wer vollständig geimpft ist, bekommt einen grünen Passierschein. Leute wie wir, die es noch nicht geschafft haben, bekommen einen orangefarbenen.

Wir erreichen Seydisfjördur und sind jetzt auf Island

Die zweite Nacht an Bord ist ziemlich ruppig. Das Schiff wird von den Wellen recht gebeutelt. Gegen 7 Uhr erhaschen wir einen ersten Blick auf Island: schneebedeckte Berge säumen den Fjord von Seydisfjördur, wo wir um halb neun anlegen.

Wir sind ein bisschen nervös wegen der Einreiseprozedur. Was man nicht alles parat haben muss: die Bescheinigung, dass man sich beim isländischen Staat elektronisch vorangemeldet hat, den Barcode, den man von dort bekommen hat, den PCR- Test, die Buchungsbestätigung für die Quarantäneunterkunft … Hoffentlich fehlt nichts!

Wir stehen etwa eine Stunde in der Schlange, rätseln, warum das wohl alles so lange dauert. Die „Grünen“ sind natürlich alle schon weg, während es sich bei den „Orangenen“ hinzieht. Doch dann kommt ein freundlicher Polizeibeamter an unseren Bus und lässt sich alles zeigen. Den Test, den Barcode vom Ministerium, die Buchungsbestätigung unserer Quarantäneunterkunft. Nachdem er uns noch einmal das Procedere erläutert hat (drei Tage Quarantäne, nochmaliger PCR-Test am Sonntag, weitere 20 Stunden Selbstisolation), dürfen wir fahren. Das Ganze hat nur fünf Minuten gedauert.

Der Weg nach Egilstadir und zu den Stora Fell Cottages, in denen wir die nächsten Tage verbringen werden, führt über die 27 km lange Passstraße und die Hochebene Fjarđarheiđi. Der höchste Punkt ist zwar nur auf 630 m, aber um uns herum ist es verschneit.

Es ist doch Sommer! Oder?

Von Egilstađir sind es noch 16 Kilometer bis zum Cottage. Und dort heißt es dann: Drei Tage Quarantäne. Wir sind gespannt.

Rhododendren in Bremen

Mit dem Rad ging es heute in den Rhododendronpark in Bremen. Freund Uli meinte, wenn wir schon mal zur Blütezeit hier wären, müssten wir uns das unbedingt anschauen. Recht hat er!

Hier in Bremen gibt es eine der größten Rhododendren-Sammlungen der Welt. Rund eine Stunde streifen wir durch den Park, machen Fotos und schwelgen in der Blütenpracht.

Die Sonne scheint, was den Fotos gut tut. Aber das hält natürlich nicht allzu lange vor: auf dem Heimweg schüttet es wie aus Kübeln und wir werden pritschnass.

Watt’n Tag!

Ein Tag, der mit einem morgendlichen Lauf und einem feinen Frühstück am Wattenmeer beginnt, muss ein guter werden. Glückselig sitzen wir mit unserem Kaffee am Bus, lauschen den Möwen und lassen den Blick übers Grau vor uns schweifen. Zwar hat es nur 11 Grad, aber das passt schon für Nordsee im Mai. Immerhin regnet es noch nicht.

In der Nähe gibt es einen Naturlehrpfad, der es erlaubt, über artenreiche Salzwiesen trockenen Fußes durchs Wattenmeer zu laufen und über den Sommerdeich wieder zurück. Wir haben so ein Glück mit dem Wetter! Von den rund fünf Kilometern sind wir höchstens einen im Regen gelaufen – obwohl der Wetterbericht mehr oder weniger Dauerregen vorhergesagt hatte.

Deichpfleger in Positur

Das laute Kreischen der Möwen und die markanten Rufe der Kiebitze, Rotschenkel und anderer Watvögel, deren Namen wir nicht (mehr) kennen, begleiten unsere kleine Wanderung. Die Vögel kann ich mit meinen technischen Mitteln nicht aufnehmen, dafür stellen sich die Schafe um so lieber in Positur.

Ehe wir das Wattenmeer Richtung Bremen verlassen, gibt es noch ein Fischbrötchen auf die Faust und ein Pfund fangfrische Krabben vom Kutter als Gastgeschenk für unsere Freunde Edda und Uli.

Undercover in Niedersachsen

„Ich bin absoluter James Bond Fan“ sagt die Dame am Campingplatz als sie uns die Kurkarten aushändigt. „Sie haben die Nummer 007“ und freut sich. Heute morgen am östlichen Ufer der Elbe am Hafen von Lenzen müssen wir schon beim Frühstück eine Entscheidung treffen : nehmen wir gleich die kleine Fähre über den Fluss oder […]

Undercover in Niedersachsen