
Es ist fast dunkel, als wir auf dem Campingplatz in Sidi Wassay, rund 60 Kilometer südlich von Agadir, ankommen. Der Platz ist terrassiert und wir stellen die Busse auf einer der oberen Ebenen ab. Am nächsten Morgen sind wir hin und weg von der Aussicht, die sich uns bietet. Blauer Himmel, blauer Atlantik, der mit weißer Gischt ans Ufer schlägt, blauer Pool, sandfarbene Dünen. Normalerweise bin ich kein Fan von Kunstrasen, aber hier bietet er rundum das Schwimmbecken den grünen Farbtupfer.
Natürlich frühstücken wir draußen. Bis wir Frühgymnastik und Schwimmen absolviert haben, ist es zehn Uhr durch und wir haben sehr angenehme 22 Grad.

Dann packen wir die Rucksäcke und machen uns auf zu der in unserem Reiseführer empfohlenen Zehn Kilometer-Wanderung in den Nationalpark Souss-Massa. Sie geht direkt am Campingplatz los, einfach drei Kilometer rechts rum am Strand entlang. Wir ziehen die Schuhe aus und planschen im Wasser herum. Am Strand ist einiges los. Kinder und junge Männer spielen im Sand, Familien haben sich Windmuscheln aufgebaut und kochen Tee, bei manchen sehe ich Tajines vorm Zelt stehen. Wir sind wiederum die einzigen Touristen hier. Der März scheint eine gute Reisezeit zu sein.

Nach einer guten Stunde erreichen wir den Fluss Oued Massa, der hier ins Meer mündet. Wir können ihn trockenen Fußes queren, weil er, wie wir später von einem Wächter erfahren, auf den letzten Metern unterirdisch verläuft. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses finden wir das nördliche Eingangstor in den Nationalpark. Auf den Sandinseln im Flussdelta lassen sich Löffler (vor wenigen Tagen wusste ich noch nicht mal, dass es diese Vögel gibt. Jetzt erkenne ich sie sogar. Ich sag ja immer: Reisen bildet), Graureiher, Flamingos und auch ein Seeadler durchs Fernglas bewundern.



Es gibt überdachte Beobachtungsstände, daneben Infotafeln über Flora und Fauna. Wir lernen, dass hier außerdem eine sehr seltene kahlköpfige Ibis-Art lebt. Natürlich wollen wir einen Blick auf diese besonderen Tiere erhaschen. Und tatsächlich: nach längerer Suche und einigem Fehlalarm entdecken wir zwei große Gruppen auf einer Sandbank. Sie stehen zu weit weg, um sie mit unseren Kameras zu fotografieren. Achim ist so begeistert, dass er am nächsten Tag gleich nochmal mit seinem Spektiv wiederkommt.

Wir anderen machen uns dagegen einen gemütlichen Tag mit viel Nichtstun. Muss auch mal sein. Bisschen Wäsche waschen, lecker Kochen, Boule spielen und natürlich die Aussicht genießen. Das reicht. Herrlich so ein Tag.




Achim hat die Tage in Sidi Wassay hier beschrieben
































































































